Posadas – Herbergssuche nicht nur in Mexiko

Mexikanische Christbaumkugeln

Mexikanische Christbaumkugeln

 

Posadas sind vorweihnachtliche Feiern in Mexiko, die die Herbergssuche mit einem Wechselgesang nachspielen. Freunde und Verwandte treffen sich in einem Haus. Eine Gruppe steht vor der Eingangstür, sie stellen Maria und Joseph dar, die um eine Herberge bitten. Im Haus ist die andere Gruppe, der Gastwirt mit seinen Gästen. Der Gastwirt weist die Fremden ab, erst als er in ihnen Maria und Josef erkennt, lässt er sie ein.

Auf den Brauch der Posada habe ich in meiner Weihnachtspredigt Bezug genommen. Mehr von diesem Beitrag lesen

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Kommen Flüchtlinge in der Weihnachtsgeschichte vor? #RefugeesWelcome #ChristmasStory.World

Wie lässt sich 2015 Weihnachten feiern? Die Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium erzählt von einer Herbergssuche. In Krippenspielen wird das oft ausgeschmückt dargestellt. In Mexiko gibt es die Tradition der Posada  – die Herbergssuche wird in einem Singespiel dargestellt: Das Heilige Paar bittet um Herberge, der Wirt weist sie ab („Da könnte doch jeder daherkommen”), erst als er sie als Maria und Josef erkennt, lässt er sie ein, denn der Heiligen Familie muss man doch Unterkunft gewähren. Mehr von diesem Beitrag lesen

In Online-Trauer liegt auch eine Chance

gedenkseiten_trauernetz_de

 

Wie darf man im Internet trauern? Die Frage lässt sich auch umdrehen: Wie darf man in der Kohlenstoffwelt trauern? Die Gleichung „Internet = virtuell“ und „Offline-Welt = real“ lässt sich nicht mehr aufrechterhalten, für viele Menschen ist das Internet Teil ihrer Lebenswirklichkeit, also sehr real. Im Netz begegnen sich Menschen – und es nehmen auch Menschen Abschied. Allerdings folgt Online-Kommunikation oft anderen Regeln als Offline-Kommunikation. Auch die Trauerkultur ändert sich, Online- und Offline sich keine Gegensätze mehr, sondern können sich auch ergänzen, QR-Codes auf Grabsteinen auf dem Friedhof führen zu Online-Gedenkseiten. Neben evangelischen Friedhöfen bietet die evangelische Kirche nun auch mit gedenkseiten.trauernetz.de auch Online-Gedenkseiten an.

Wird in der Gesellschaft und im persönlichen Umfeld der Tod oft mit einem Tabu belegt – man spricht nicht über das Sterben – so gibt es im Internet oft eine gänzlich andere Gesprächskultur. Darin liegt auch eine Chance. So schreiben Eltern eines todkranken Kindes, für das sie ein Blog im Internet eingerichtet haben:

„Wir haben uns dafür entschieden, offen zu sein. Das hat den Vorteil, dass man uns wahrscheinlich Fragen wie ‘Gibt es Neuigkeiten?’ oder ‘Wie geht’s Euch?’ eher nicht stellt. Das ist für uns einer der möglichen gangbaren Wege, da er uns die Möglichkeit gibt, ein Gespräch zu suchen, ohne es ungewollt finden zu müssen.“

Sie schreiben im Netz über das Sterben ihres Kindes und erhoffen sich so eine Rückzugssphäre in ihrem privaten Leben.

Was ist öffentlich, was ist privat? Das Internet verändert uns alle. Was für manche auf den ersten Blick befremdlich erscheinen mag, ist beim zweiten Hinsehen nicht mehr verstörend, sondern berührend. Es gibt sowohl Fotos von Sterbenden und Toten, die eine Intimsphäre verletzten, aber es finden sich Blogs auch (z.B. https://biglewinski.wordpress.com) und Vimeo-Videos (z.B. über Zion Isaiah Blick), in denen Eltern vom Sterben ihrer Kinder in solch einer respektvollen Weise erzählen, dass sie das Leben preisen – und in deren Beiträgen eine Hoffnung über den Tod hinaus mitschwingt.

Was Menschenwürde und Respekt im Zeitalter sozialer Netze ist, müssen wir neu lernen, wir brauchen eine Kultur, die mit dem Tod umzugehen weiß.

 

PS: Diesen Gastkommentar durfte ich für die WZ am 12. Dezember schreiben, leider waren 1800 Zeichen die Obergrenze.

#AllAreWelcome: Das Kino läuft im Kopf

allarewelcome.pngZwei Begebenheiten vom Wochenende. Ich jogge auf meiner gewöhnlichen Runde, zwischen zwei Autos neben dem Vorderrad kniet ein Mann, den ich nur flüchtig sehe, daneben eine Matte. Ein Nachbar, der verspätet die Winterreifen aufzieht, aber habe ich neben dem Auto Reifen liegen sehen? Oder ein Flüchtling, der in der nahegelegenen Turnhalle untergebracht ist und sein Gebet verrichtet? Mehr von diesem Beitrag lesen

Digitale Seelsorge: Nicht mehr ob, sondern wie

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Seelsorge ereignet sich im persönlichen Gespräch zweier Menschen, in diesem Sinne ist sie immer analog: Ein seelsorgliches Gespräch kann nicht auf eine Abfolge von Nullen und Einsen reduziert werden. Allerdings erfasst die Digitalisierung immer mehr Bereiche unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Der englische Begriff „cyberpsychology” beschreibt die psychologischen Herausforderungen durch Online-Interaktionen und die Möglichkeiten, im Web auch therapeutisch zu agieren. Auch die Seelsorge kann sich der Lebenswelt von Social Media und Internet öffnen. Sie muss es sogar, wenn sie nicht Menschen ausschließen will, deren Lebensbezüge durch Online-Kommunikationsformen geprägt werden. Digitale Seelsorge in diesem Sinne verstanden ist nicht nur eine Möglichkeit, sondern sollte eigentlich zum Pflichtprogramm für Kirche und Diakonie gehören. Mehr von diesem Beitrag lesen