AI, GDPR & Voice: Impressionen von der DMEXCO

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„Von der Hälfte der Aussteller hier verstehe ich gar nicht, was sie machen,“ hörte ich zufällig auf einer Rolltreppe auf der DMEXCO, der Konferenz und Fachmesse für digitales Marketing, die 40.000 Besucherinnen und Besucher am 12. und 13. September in Köln erwartete. AI, Beacons, GDPR, IoT, Knowledge Graph, Out-of-Home, Seamless Customer Journey, Structured Data, VR, Voice – da ist es manchmal schwer, den Fokus bei all den Buzzwords zu behalten.

AI (Artificial Intelligence), GDRP (DSGVO, Datenschutzgrundverordnung) und Voice (Sprachsteuerung) benennen die DMEXCO-Veranstlter selbst als aktuelle Trends, mit Blick auf das Vorjahr haben sich die Themen daher weiterentwickelt.

Datenschutz ist kein selbstgesuchtes Thema. Datenschutz erfordert zwar Aufwände,  kann aber auch als Chance für Marketing verstanden werden. Die DSGVO schafft Vertrauen für Marken, das notwendig ist für eine langfristige positive Kundenerfahrung, so wie es ein Zitat aus einem Talk zusammenfasst:

Acht Sekunden braucht man, um Aufmerksamkeit auf ein neues Thema zu lenken und  Interesse für eine neue Marke zu wecken, aber in einer Sekunde kann man Vertrauen zerstören und jemand für immer verlieren.

Für eine seamless customer journey – also eine Nutzererfahrung, die einen nahtlosen Übergang vom Handy und Tablet  zu Smart-Home-Produkten  und zu Begegnungen in Stores ermöglicht, ist es unabdingbar, Daten in der Cloud zu haben. Der Nutzer bzw. die Nutzerin sind aber nur bereit, ihre Daten zu teilen, wenn sie der Marke vertrauen können. Datenschutz ist daher kein Hindernis, sondern Voraussetzung für eine positive Markenwahrnehmung.

AI unterlegt mit Big Data verbessert die customer journey. Haben Kundinnen und Kunden einen Benefit, also eine bessere Nutzererfahrung, sind sie auch bereit, ihre Daten bereitzustellen, sofern sie wissen, dass Daten nur für den erbetenen Zweck verwendet werden.

Der Kundin zuhören, Empathie und sich auf den Kunden konzentrieren und dann von aus denken, so die Zusammenfassung einer Diskussion, die mit AI und Voice als neue Trends begann. Eigentlich nichts Neues, nur dass die Technlogien sich weiterentwicklen.

Voice – also Sprachsteuerung – wird immer wichtiger, so die Voraussagen. Damit wird die Website als digitaler Touchpoint unwichtiger, gleichzeitig werden strukturierte Daten bedeutsamer.

Es gibt allerdings auch einige kritische Stimmen, die darauf hinweisen, es gibt noch keine Killer-App für Voice. Pointiert:

Smartspeakers are still relatively dumb.
Intelligente Lautsprecher sind noch ziemlich dumm

Problem für die Werbewirtschaft: Es gibt noch keine Metrik für Voice – wie beispielsweise Google Analytics.

Im Büro wird vermutlich die Tastatur das dominante Eingabegerät bleiben, zu Hause dagegen Sprachsteuerung. Fraglich allerdings, ob das Smartphone das zentrale Gerät bleibt oder die Spracheingabe zukünftig über den Kühlschrank, den Fernseher oder weiter Smart-Home-Geräte  geht.

Wenn man aus kirchlicher Perspektive sich die DMEXCO ansieht, so kann man leicht erschlagen werden,  wieviel technologischer Aufand von Unternehmen getrieben wird, um nahe am Kunde zu sein und über die verschiedenen Touchpoints der Kundin eine positive customer journey zu ermöglichen. #digitalekirche und face-to-face-Begegnungen in der Gemeinde zu einer nahtlosen Kundenerfahrung zusammenzubringen ist noch ein weiter Weg für die Kirche, um nahe bei ihren Mitgliedern zu sein.

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EuGH-Urteil: Eigentlich müssten wir die Facebook-Fanpage abschalten, aber …

fb-insightBereits im Juni hatte der Europäische Gerichsthof in einem Urteil festgestellt: „Der Betreiber einer Facebook-Fanpage ist gemeinsam mit Facebook für die Verarbeitung der personenbezogenen Daten der Besucher seiner Seite verantwortlich,” so die Pressemitteilung des Gerichtes.

Bis dahin durfte – und konnte – man davon ausgehen, dass die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Facebook und nicht durch den Betreiber der Fanpage stattfindet. Dies war auch die intern vorgetragene Argumentation vor dem Start der Fanpage der rheinischen Kirche 2012. Mehr von diesem Beitrag lesen

Digitalisierung ist kein Allheilmittel, wir brauchen auch einen Kulturwandel

Am Montag in einer Sitzung zum Thema Digitalisierung eine angeregte und engagierte Diskussion, welche Projekte wir brauchen, um nahe bei den Menschen zu sein. Ja, wir brauchen auch in Deutschland einen Gemeindefinder wie z.B. A Church near you – aber was, wenn kirchenferne Menschen zur Gemeinde vor Ort kommen und auf eine Realität stoßen, die nicht wertschätzend ist. Wenn wir digitale Strukturen zur niederschwelligen Kontaktaufnahme wollen, müssen die dazu korrespondierenden Angebote vor Ort einladend sein. Sonst ist nichts gewonnen. Leider ist oft noch ein Kulturwandel notwendig, sonst hilft das beste Digitalisierungsprojekt nicht. Mehr von diesem Beitrag lesen

Digitalisierung ist kein Sebstläufer

Dl_i1hXWsAEMVjz.jpg:largeManchmal verzweifele ich, wie kirchliche Organisation und agiles Vorgehen zusammenpassen. Da ist es hilfreich zu sehen, dass es in anderen Bereichen ähnliche organisatorische und strukturelle Probleme gibt. Digitalisierung ist kein Selbstläufer. Ich habe mich sehr gefreut, am Samstag auf dem Landespsychologentag NRW das   Einstiegsreferat  halten zu dürfen. Aus einer Außenperspektive konnte ich aus meinem Erfahrunsghorizont Impulse geben und gleichzeitig in den Workshops und Präsentationen sehen, wie Digitalisierung sich im psychologischen und psychotherapeutischen Bereich entwickelt. Mehr von diesem Beitrag lesen