Wie sagt man es richtig? Pasym oder Passenheim?

Marktplatz Pasym/Passenheim

Letztes Jahr war ich in Pasym/Passenheim und habe bei der Übertragung eines Gottesdienstes mitgewirkt. Die Gegend hat mir sehr gefallen. Wegen der Corona-Pandemie mussten wir unsere ursprünglich geplante Urlaubsreise absagen. Deshalb war ich froh über die Gelegenheit, an einem masurischen See unseren Sommerurlaub zu verbringen.

Evangelische Kirche in Pasym / Passenheim
Evangelische Kirche in Pasym / Passenheim

Aber wie sag ich es der Familie, wohin wir fahren? Masuren? Ehemaliges Ostpreußen? Województwo warmińsko-mazurskie? Woiwodschaft Ermland-Masuren? Nach Pasym oder Passenheim? An den Großen Kalbensee oder Kalwa?

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Politik, Geschichte, Religion in Spanien: Maria, hilf uns Christen!

Monasterio Cartuja in Granada

Anfang Januar zu Besuch in Granada. Persönliche Eindrücke, subjektive Wahrnehmungen. Während in Deutschland Weihnachten bereits vergangen ist, sind die Straßen in Granada noch voll von Weihnachtsdekorationen und Krippenausstellungen. Traditionell gibt es auch erst am 6. Januar, dem Dreikönigstag oder Reyes, die Bescherung. Mitten in die spanische Weihnachtszeit fällt am 2. Januar auch die “Toma de Granada” – und hier stellt sich auch schon das Problem der Übersetzung: Übergabe, Eroberung oder Einnahme? Je nachdem wie man das Ereignis benennt, deutet man Geschichte – und auch das Selbstverständnis des modernen Spaniens. Am 2. Januar 1492 fiel Granada an die “Katholischen Könige”, auf Spanisch Reyes Católicos, nämlich an Isabella I. von Kastilien (1451 – 1504) und an Ferdinand II. von Aragón (1452 – 1516).

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Internet Governance Forum 2019: Can Discussions translate into Actions?

IGF 2019

I felt honored when I was asked to attend the Internet Governance Forum (IGF) on behalf of the World Association for Christian Communication. For a first time attendee it is hard to understand how the IGF actually works. Cars with diplomatic registration plates dropping off government officials in front of the conference center in Berlin, UN police officers guarding the site. Looking at the IGF schedule did not make it easier. Although the various tracks (Data Governance, Digital Inclusion and Safety / Security / Stability / Resilience gave some orientation, it was hard to choose a personal schedule as quite often similar topics were dealt with in parallel sessions. I tried to focus my participation on WACC-related topics.

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Digitalisierung ist in jedem Land anders

Scherenschleifer in einem Vorort von Mexiko-Stadt
Scherenschleifer in einem Vorort von Mexiko-Stadt Im Urlaub andere Länder zu besuchen, gibt die Chance, Neues zu entdecken und auf vermeintlich Bekanntes andere Perspektiven zu gewinnen. Diesen Sommer hatte ich die Möglichkeit, länger in Mexiko zu sein. Ein Pfeifen auf der Straße in einem Vorort von Mexiko-Stadt. Der Scherenschleifer steht vor der Tür. Seit 46 …

Rückblick auf rp19: KI, Transhumanismus, Digitale Ethik und vieles mehr

Das Motto der #rp19 lautete tl;dr — Internet-Slang für too long; didn’t read

“Quo vadis, re:publica?”, fragt Andreas Büsch, Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz, in seinem Blogpost „Von Walen, KI, Populisten und Nachhaltigkeit“

Das Motto der #rp19 lautete tl;dr — Internet-Slang für too long; didn’t read
Das Motto der #rp19 lautete tl;dr — Internet-Slang für too long; didn’t read

Die re:publica fächert sich auf, kirchliche Präsenz war weniger sichtbar als im letzten Jahr, fasst er zusammen. Da sich die re:publica breiter aufstellt, ist ein Fazit schwierig, zumal ich nur Montag bis Dienstagnachmittag dabei sein konnte.

KI, Algorithmen, deren Kontrolle und Transparenz waren sicherlich ein Themenschwerpunkt,  Umgang mit Fake News und Hate Speech ein weiteres Schwerpunktthema, ebenso Medienkonzentration und Kontrolle der Medienmacht, bis hin zur Forderung der Aufspaltung von Facebook, wie Hanno Terbuyken in seinem Blog Confessio Digitalis schreibt.

Darüberhinaus sind mir zwei Dinge aufgefallen:

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#DigitaleKirche: Netzpolitik nein danke?

Anzeige zur Urheberrechtsnovelle

Als evangelische Kirche haben wir zu vielen Themen Positionen, wir sind für Klimaschutz und gegen Kinderarmut, unsere Landeskirche hat ein Friedenswort verabschiedet und unsere Diakonie engagiert sich gegen Wohnungsnot im Bündnis “Wir wollen wohnen!”. Bei Netzpolitik sind wir leider noch nicht sprachfähig. Ob Wohnungsnot, Kinderarmut, Frieden oder Bewahrung der Schöpfung, Positionierungen von Kirche und Diakonie fallen nicht vom Himmel, sondern setzen einen Diskussionsprozess voraus, in dem Positionierungen erarbeitet werden. Bei netzpolitischen Themen vernehme ich ein Schweigen. Auch wenn es (noch) keine evangelische Position gibt, wäre schon viel gewonnen gewesen, wenn die #digitaleKirche einen Diskussionsprozess angestoßen hätte. So bleibt Netzpolitik eine unerledigte Aufgabe für die #digiatleKirche.

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Kaffee – Fairtrade, Gemüse – Bio, Digitales – Fragezeichen?

Welches Siegel fü Digitales?

Welches Siegel fü Digitales?
Welches Siegel für Digitales?

Wer auf Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit oder Gesundheit setzt, kann sich an der Theke im Geschäft orientieren, es gibt Fairtrade- und Bio-Produkte. Auch bei Discountern habe ich oft diese Wahlmöglichkeit, nicht bei allen Produkten, aber immer öfter. Wie mache ich es aber im Internet? Wer sich auch digital für Inklusion, Nachhaltigkeit und Schutz von Daten einsetzen will, ist entweder ratlos oder muss auf Insel-Lösungen setzen, mancher wird gar abstinent. Welche Wahlmöglichkeiten haben wir als Verbraucherinnen und Verbraucher?

Wie lebt man digital fair?

Auch in der Kohlenstoffwelt lebe ich nicht immer mit Fairtrade- und Bio-Produkten. Ich gehe Kompromisse ein. Wie gehe ich aber erste Schritte, um auch digital fair zu leben? Es gibt die Mahner und Aktivisten, die konsequent auf die Kontrolle ihrer Daten und Freie Software setzen, aber wie verhalte ich mich, wenn ich (noch) nicht auf Facebook, Google oder Microsoft verzichten kann oder will? Natürlich gibt es Social Networks und Blogging-Dienste, ich aus ethischer Sicht favorisieren würde. Aber Diskussion und Austausch zu für mich interssanten Themen finde ich eben eher auf Twitter, auf Mastodon fühle ich mich noch sehr einsam. Daher ist es ein langer Weg. Ich nicht nicht rigoros, sondern beginne mit Kompromissen und taste mich voran. „Kaffee – Fairtrade, Gemüse – Bio, Digitales – Fragezeichen?“ weiterlesen

Umgang mit Terror: Gebet und Champagner

20181024_120426.jpgDiese Woche besuchte ich eine Online-Konferenz in New York. Sie tagte im selben Gebäude-Komplex, in dem auch das New Yorker Büro von CNN ist, das evakuiert wurde.
Mitten im Vortrag wird der Redner gebeten, die Bühne zu verlassen. Direkt danach eine Ansage, das Konferenzzentrum wird evakuiert. Nicht mehr. Sofort stehen an den Türen die Mitarbeitenden und weisen zu den Notausgängen, die hinter dem Bühnenbereich liegen. „Umgang mit Terror: Gebet und Champagner“ weiterlesen

Uomo in mare – Mann über Bord: Jeder hat einen Namen

20180729_120757Sommerurlaub in Oberitalien. Als wir gen Süden aufbrachen, war die sogenannte Flüchtlingskrise das  alles bestimmende Thema in der deutschen und europäischen Politik. Die neue rechte  Regierung in Italien weigert sich, gerettete Flüchtlinge auf Schiffen von Hilfsorganisationen an Land zu lassen. Meine Italienisch-Kenntnisse reichen nicht aus, um der politischen Diskussion in Italien folgen zu können, mich erreichen nur die Bilder der Medien aus Deutschland.
Die Flüchtlingskrise findet für Touristen in Oberitalien nicht statt, außer man sieht genauer hin. An den kiesigen Stränden des Garda-Sees verkaufen Afrikaner Damenhandtaschen und Sonnenbrillen, Afrikanerinnen bieten an, Mädchen Zöpfe zu flechten. Ob sie Flüchtlinge oder Migrantinnen und Migranten sind, wer weiß? Wer kann das auch differenzieren? Sind es mehr, als wir vor zwei Jahren in Italien waren? Ich weiß es nicht.
Zwei Erfahrungen, die mich nachdenklich machen: „Uomo in mare – Mann über Bord: Jeder hat einen Namen“ weiterlesen

Wehrmachtssoldaten: Heldenverehrung oder Opfergedenken?

"Kriegerdenkmal" in Haidmühle
"Kriegerdenkmal" in Haidmühle
“Kriegerdenkmal” in Haidmühle

Wehrmachtssoldaten sind keine Helden, so der Titel meines Blogposts. Wie angekündigt, habe ich bei der Ortsgemeinde Haidmühle, dem Krieger- und Soldatenverein Haidmühle, der Pfarrgemeinde Haidmühle und dem Bistum Passau nachgefragt, wie sie die Inschrift des „Kriegerdenkmals“ verstehen und vorgeschlagen, dass eine Kommentierung und zeitgeschichtliche Einordnung der Inschrift „Den Helden zur Ehr / die dankbare Pfarrgemeinde Haidmühle / 1914 – 1918 / 1939 – 1945“ vorgenommen wird.

Der Umgang mit diesem Vorschlag zeigt, wie verschiedene Institutionen des Ortes bei einer Heldenverehrung verharren. Dass es auch anders geht, zeigen andere Beispiele am dieses Artikels, die sich um ein zeitgemäßes Opfergedenken bemühen.

Der Krieger- und Soldatenverein

An diesem Wochenende ist die letzte Antwort eingegangen. Erich Riedl, erster Vorsitzender des Krieger- und Soldatenvereins Haidmühle e.V., schrieb  mir folgenden Brief mit der Bitte um “wortwörtliche Einstellung” im Blog, worin er mich einerseits als “‘Schlaumeier'” bezeichnet, mir andererseits mangelnde Geschichtskenntnis vorwirft.
Den eigenwilligen Gebrauch von Ausrufezeichen, Fettdruck, Unterstreichung und Kursivsetzung habe ich bei der Wiedergabe beibehalten.

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