#reformaction: Handeln wir oder lassen wir uns beschenken?

www-reformaction2017-de_alle-challengesDie  Ice Bucket Challenge machte im Sommer 2014 die Runde auf Social Media. Sie sollte auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam machen und Spendengelder für deren Erforschung und Bekämpfung sammeln. Die Herausforderung bestand darin, sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf zu gießen und danach drei oder mehr Personen zu nominieren, es einem mit Ice Bucket Challenge binnen 24 Stunden gleichzutun, sowie 10 US-Dollar bzw. Euro an die ALS-Gesellschaft zu spenden.
Die Idee der Challenge, dass man sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf schüttet und so – für einige Sekunden – auch ein Mal das Gefühl der Lähmung im Körper spürt, das ein Erkrankter sein Leben lang ertragen muss. Wem das zu nass oder kalt war, sollte 100 US-Dollar bzw. Euro an die ALS-Gesellschaft spenden.
Seit der äußerst erfolgreichen Ice Bucket Challenge tauchen viele Challenges im Social Web auf. Wen wundert es, dass auch die Öffentlichkeitsfachleute der EKD mit Unterstützung einer Agentur die #reformaction erfanden. Auf der Website lesen wir:

Wir feiern 500 Jahre Reformation! Mit Challenges unter dem Motto „Gemeinsam Großes bewegen“ zeigen wir, dass Glaube bewegt und verbindet. An jeder Challenge sollen möglichst 500 Menschen teilnehmen.
Beteilige dich und erzähle anderen davon! Ab sofort kann jeder Ideen für eigene spannende Challenges einreichen. Mit der Vaterunser-Challenge versuchen wir das Gebet in 500 verschiedenen Sprachen und Dialekten einzusprechen. Bist du dabei?

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Soll man mit AfD-Vertreterinnen und -Vertretern reden? Ja, muss man.

http___praesesblog-ekir-de_von-pluHauptthema der medialen Berichterstattung über die rheinische Landessynode war die Auseinandersetzung mit der AfD.  Kurz vor Synodenbeginn am 8. Januar hatte idea eine Vorabmeldung  zu einem Streitgespräch zwischen Präses Manfred Rekowski und AfD-Sprecherin Frauke Petry veröffentlicht, welches in der ersten Dezemberhälfte (nicht: Ende Januar wie von idea berichtet) auf Einladung von idea im Düsseldorfer Landeskirchenamt stattfand. Der vollständige Text des Doppelinterviews Rekowski / Petri wurde einige Tage später während der Synode veröffentlicht. „Soll man mit AfD-Vertreterinnen und -Vertretern reden? Ja, muss man.“ weiterlesen

#PrayforBerlin — ja das tun wir

#PrayforBerlin
#PrayforBerlin

„Micha 5,1-4 statt Hashtag-Keule” – so überschreibt knuuut seinen Blogpost, in dem er die kirchlichen Reaktionen auf den Anschlag in Berlin kritisiert:

„Die Stimmen, die eine „geistliche Rettungsgasse“ freihalten wollen sind selten. Wer als erster #prayforXXX brüllt, gilt als am Puls der Zeit. Ich möchte das nicht. Gaffern gleich wälzt sich die News-Desk-Redaktion durch den Stream. Flugs ein gepostetes Bildchen zur Anteilnahme und das Fürbittengebet aus der Cloud, schnell noch eine virtuelle Kerze auf einer Gedenkseite entzündet, fertig.”

Ja, noch in der späten Nacht – als in den deutschen Leitmedien noch diskutiert wurde, ob die Gewalttat in Berlin ein „Anschlag” sei – haben wir (EKiR-Online/Social Media Redaktion) ein Gebet auf Facebook gepostet (die Grafik dieses Posts übernimmt übrigens knuuut für seinen Blogpost). „#PrayforBerlin — ja das tun wir“ weiterlesen

Ganz nah dran und doch weit weg: Online-Lebensberatung und Online-Seelsorge, Online-Beichte – nichts ist unmöglich?

fireshot-screen-capture-186-ekd_-internetseelsorge-www_ekd_de_seelsorge_internet_internetseelsorge_htmlIm Oktober durfte in der Akademie in Tutzing einen Vortrag zur Online-Seelsorge auf der Tagung „Hilfe aus dem Netz. Chancen und Grenzen von Online-Medizin und Online-Psychologie” halten. Da die Zeit drängt, hier eine erste verschriftlichte Version, die ich noch etwas überarbeiten werde.
Hier der Text als PDF, das auch einige Grafiken und Screenshots enthält. Außerdem hier die Folienpräsentation.
Am 9.12. durfte ich im Zentrum Seelsorge in Hannover auch einen Vortrag zu Online-Seelsorge halten, die Vortragsfolien gibt es hier.
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WhatsApp-Seelsorge: The Times They Are a-Changin’

WhatsApp-Seelsorge


Geht Seelsorge auf WhatsApp? Sieht man sich kirchliche Social Media Guidelines an oder liest das EKD-Datenschutzgesetz, kommt fast reflexartig die Antwort „Nein“. So habe ich bis vor kurzem auch immer geantwortet, wenn ich gefragt wurde. Aber die Zeiten ändern sich.
Wenn aber jemand darauf bestand, WhatsApp doch zu nutzen, etwa um bei Einsätzen der Notfallseelsorge zu informieren, war bisher mein Vorschlag immer, über WhatsApp eine Nachricht zu versenden, mit dem Hinweis, die E-Mails abzurufen (die verschlüsselt verschickt werden). Eine WhatsApp-Nachricht des Inhalts, die eigenen Mails abzurufen, enthält keine personenbezogenen Daten, fällt damit somit nicht unter das Datenschutzgesetz und ist daher zulässig. Die Kombination WhatsApp-E-Mail ist zwar ein Umweg, aber zumindest im beruflichen Kontext gangbar, wenn WhatsApp auf jeden Fall genutzt werden soll.
In anderen Kontexten ist dies aber nicht praktikabel, da es umständlich ist und z.B. im Umgang mit Klientinnen und Klienten in der Regel keine gesicherte E-Mail zur Verfügug steht. Daher bisher immer der Hinweis: Keine seelsorglichen Kontakte mit WhatsApp.
In der letzten Zeit haben sich jedoch bei WhatsApp zwei Dinge grundlegend verändert.

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Ist Freie Software christlich?

Jesus über Freie Software: "Wenn dich jemand bittet, ihm dem den Quellcode zu geben, so veröffentliche ihn"
Jesus über Freie Software: "Wenn dich jemand bittet, ihm dem den Quellcode zu geben, so veröffentliche ihn"
Jesus über Freie Software: “Wenn dich jemand bittet, ihm dem den Quellcode zu geben, so veröffentliche ihn”

Man könnte auch zugespitzt fragen: Was würde Jesus zu „Freie Software” sagen? Ist sie christlicher als proprietäre Software? Diese Frage lässt sich zumindest im Sinne einer Präferenz für Freie Software (häufig auch Open Source genannt) beantworten, so zumindest die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland auf ihrer Tagung im Jahre 2015.

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Vom Handy als Gesangbuch, Luther auf Minecraft, dem Eintreten gegen Rassismus und Kollekten ohne Bargeld

Die European Christian Internet Conference ist ein Austauschort für Ideen unter kirchlichen Internetbeauftragten, es ist hilfreich zu sehen, wie Kolleginnen und Kollegen aus Nachbarländern mit denselben Herausforderungen umgehen, oder vor welchen Herausforderungen sie stehen, die im eigenen Land noch nicht aktuell sind. Die Konferenz fand letzte Woche in Göteburg auf Einladung der Kirche von Schweden statt. „Vom Handy als Gesangbuch, Luther auf Minecraft, dem Eintreten gegen Rassismus und Kollekten ohne Bargeld“ weiterlesen

Rechte Hetze, Snapchat und Freie Software: ein subjektiver Rückblick auf #rpTEN

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Kein Einlass mehr zur Session „Hauptsache authentisch? Instagram, Snapchat und Co entzaubert“

 
Die re:publica ist ein gutes Barometer für das, was im Netz passiert, aktuelle Trends zeigen sich an den Veranstaltungsthemen und Publikumsströmen. Ich war nur zwei Tage auf der #rpTEN, Anspruch auf Vollständigkeit hat der Rückblick nicht, er ist meine subjektive Sicht. „Rechte Hetze, Snapchat und Freie Software: ein subjektiver Rückblick auf #rpTEN“ weiterlesen

Die digitale Revolution stockt und stockt in der Schule – oder: Angst ist ein schlechter Ratgeber

Gestern Arbeitsgruppe der Schulkonferenz zum Thema Handynutzung in der Schule, heute bei Diskussion zum Thema „My Digital Revolution“ des Deutsch- Amerikanischen Institutes in Freiburg. Deutschland und Amerika – zwei unterschiedliche Welten in der Digitalisierung. Apple, Facebook, Google, Microsoft – alles amerikanische Unternehmen. Es hat viele Gründe, warum es in Deutschland kein Silicon Valley gibt, aber …

Internetgottesdienst: „Ihr da draußen”

Screenshot from 2016-04-10 13:54:07
Kurz vor zwei Uhr ging ich gestern auf Sublan.TV, um beim allseits angekündigten interaktiven Gottesdienst dabei zu sein. In meinem Firefox-Browser klickte ich auf „Wie funktiert es” und erhielt eine Fehlermeldung, ich wechselte zu Chrome, und der Stream startete, ich sah ein Studio, Moderatoren, eine Band und Menschen, die durchs Bild huschten. Nun hieß es Warten bis zum Beginn. „Internetgottesdienst: „Ihr da draußen”“ weiterlesen