Eine eigene App für die Gemeinde

Zu meinem Blogpost über Gemeindetools habe ich viele Rückmeldungen erhalten. Darunter auch ein Erfahrungsbericht von Michael Schroth, Pastor der Freien evangelischen Gemeinde in Aachen. Er beschreibt, wie seine Gemeinde die Communi-App eingeführt hat.

Communi-App eingebettet in die Website der Gemeinde

Es fing alles mit einem Geburtstag an…
Die Freie evangelische Gemeinde in Aachen ist für Freikirchenverhältnisse eine mittelgroße Gemeinde mit ca. 250 Gemeindemitgliedern und Teil des Bundes Freier evangelischer Gemeinden. Ein Geburtstag stellte uns als Gemeinde vor ein Problem: Ein Mitglied der Gemeinde wollte gerne die gesamte Gemeinde zur Geburtstagsfeier einladen. Gemeindeveranstaltungen werden üblicherweise in den Bekanntmachungen im Gottesdienst abgekündigt, die Geburtstagsfeier als Privatveranstaltung kam dafür aber nicht in Frage. Als Gemeindeleitung wollten wir solche halböffentlichen Gemeinschaftsangebote dennoch gerne unterstützen, da sie eine hervorragende Chance für Gemeindemitglieder bieten sich untereinander kennenzulernen und sich zu vernetzen. Allerdings fehlten uns dafür eine Plattform bzw. die entsprechenden Kommunikationskanäle.

Wir haben jetzt eine App
Von einer anderen Freien evangelischen Gemeinde (CityChurch Würzburg) erfuhren wir etwa zeitgleich von einer ganz frisch entwickelten App „Communi“. Mit ihr sollte genau solche Vernetzung möglich sein. Ziemlich schnell entschieden wir uns als Gemeinde diese App einmal auszuprobieren, gemeinsam mit den Entwicklern auf unsere Gemeinde anzupassen, um sie dann als „FeG Aachen“ App in den üblichen App-Stores zur Verfügung zu stellen.

Großes Erstaunen und ein virtuelles Schwarzes Brett
Zunächst brachte uns das gerade bei Besuchern und neuen Mitgliedern großes Erstaunen ein: „Ernsthaft, ihr habt eine eigene App?” Gleichzeitig erfreuten wir uns neben dem Erstaunen auch schnell über eine rege Nutzung der App. Inzwischen erreichen wir knapp 200 Leute über die App und ca. 150 registrierte Nutzer sind in ihr aktiv. Vor allem die Funktion als virtuelles Schwarzes Brett läuft sehr gut. Regelmäßig werden Angebote und Gesuche gepostet und auch beantwortet. Darüber hinaus informieren wir als Gemeinde über die App auch über Gemeindeveranstaltungen zusätzlich zu unseren üblichen Wegen. Aber auch Geburtstagsfeiern, Stadionbesuche oder Grillabende werden darüber bekanntgegeben. So kommen tatsächlich ganz neue Kontakte in der Gemeinde zustande.

Neue Gruppenfunktion in der Testphase
Seit kurzem bietet die App auch eine Gruppenfunktion, die es ermöglicht die Funktionen in Untergruppen zu nutzen. Derzeit testen wir als Gemeinde, ob diese Gruppenfunktion nicht sogar die Kommunikation über andere Messenger ersetzen kann. So haben die meisten Hauskreise, Arbeitsgruppen der Gemeinde und auch wir als Leitungskreis eigene Gruppen, in denen wir uns vernetzen, austauschen und Aufgaben verteilen können. Wir hatten nämlich häufig das Problem, dass wir uns nicht auf eine Nachrichten-Plattform einigen konnten. Unsere App könnte da einen neuen Weg bieten.

Klare Empfehlung
Insgesamt sind wir mit “unserer” App sehr glücklich und können Sie nur weiterempfehlen. Zwar kann sie alleine keine Vernetzung und Gemeinschaft in der Gemeinde leisten– das wäre zu viel erwartet. Sie ist für uns aber inzwischen ein unverzichtbares Werkzeug dafür.

Zurzeit erlebe ich den Markt für Gemeindetools ungefestigt. Es gib verschiedene Anbieter, deren Apps unterschiedliche Aspekte der Gemeindeorganisation und -kommunikation digital abbilden und optimieren. Vor der Entscheidung für eine App sollten daher Gemeinden genau ihre Bedürfnisse formulieren und gut den Markt sondieren. Wenn eine App erstmal ins Gemeindeleben integriert ist, stellt ein Wechsel immer eine Hürde da. Außerdem rät es sich zu recherchieren, welche Tools Landeskirchen eventuell ihren Gemeinden anbieten.

Offenlegung: Mein Bruder ist Mitglied der FEG Aachen, den Erfahrungsbericht erhielt ich über den Anbieter der App.

Eine Antwort auf „Eine eigene App für die Gemeinde“

  1. Ja, das ist ein feiner Ansatz fern ab der zersplitterten Kommunikation in einer Kirchengemeinde. Nicht nur dort, aber auch. Dabei sollte im Auge behalten werden, dass nicht alle die digitalen Kommunikationswege nutzen. 250 Mitglieder, davon 200 registriert und 150 aktive Nutzer*innen ist eine stolze Zahl, zu der ich nur gratulieren kann. Oftmals wird doch (leider!) WhatsApp genutzt. In der EKHN testen wir im Moment eine Plattform, die sich sowohl im Browser als auch als MobilApp nutzen lässt, allerdings mit weitaus mehr Optionen. Ich werde darüber in absehbarer Zeit berichten.

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