Wieviel darf ein Taufkontakt kosten? Wollen wir Chatbots in der Seelsorge?

Folie25-2Letzte Woche fand die European Christian Internet Conference statt, ich schätze diese Konferenz auch deshalb sehr, da sich hier Trends der kirchlichen Internetarbeit zeigen. Besonders interessant ist für mich immer wieder, wie sich die Kolleginnen und Kollegen aus Skandinavien aufstellen. Mehr von diesem Beitrag lesen

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Was sagt Augustinus zu Arbeit 4.0?

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„Die Diskussion um die Digitalisierung der Arbeitswelt wird überwiegend von der Wirtschaft dominiert. Die Kirchen müssen sich mehr einbringen und darauf achten, dass der Mensch im Mittelpunkt der Diskussion bleibt,“

so fasst der WDR mein heutiges Interview im Magazin Politikum zusammen. Zur Vorbereitung hatte ich mir einige Gedanken gemacht, welchen Beitrag Kirche und Theologie zum gesellschaftlichen Diskurs zur Digitalisierung in der Arbeitswelt leisten können.

Ich erlebe es, dass Digitalisierungsdebatten stark von der Wirtschaft getrieben werden, Digitalisierung verändert aber nicht nur das Wirtschaftsleben, sondern unsere Gesellschaft. Daher ist es wichtig, dass sich alle gesellschaftlichen Gruppen einbringen, also auch Gewerkschaften, Verbände, NGOs und auch die Kirchen.

Als Kirche können wir unser christliches Menschenbild einbringen, außerdem ist es spannend, unsere eigenen theologischen Traditionen neu bzw. wieder zu entdecken, manchmal gewinnen sie aufgrund der technischen Entwicklungen auf einmal noch eine weitere Bedeutung. Mehr von diesem Beitrag lesen

Traditionsabbruch am Karfreitag?

Karfreitag

Karfreitag

Tanzverbote am Karfreitag, Polizeieinsätze gegen Autotuner, die lieber mit Rennen in ihren aufgemotzten Wagen den Car-Freitag begehen, der Karfreitag ist ein stiller Feiertag, der bei uns in Deutschland  von Gesetzen und Ordnungshütern geschützt wird.

Bis zu Kaiser Konstantin war die christliche Gemeinde mehr oder weniger Untergrundkirche, hatte also keine staatlich geschützten Feiertage. Weltweit leben vermutlich die meisten Christinnen und Christen ohne staatlichen Feiertagsschutz. Also lautet die Frage eher: wollen wir als Gesellschaft den Karfreitag noch haben? Darüber sollten wir offen diskutieren. Um Autorennen zu veranstalten, braucht es den Karfreitag nicht; auch nicht, um einen zusätzlichen Tag für Partys zu haben. In einer freiheitlichen Gesellschaft kann jeder natürlich einen Feiertag so begehen, wie er möchte, solange niemand gestört wird. Dies gilt auch für den Karfreitag. Die der Gesellschaft verordnete Ruhe unterstützt es, den Karfreitag als Tag des Gedenkens an Jesu Passion und Kreuzigung zu begehen. Der Karfreitag kann als Feiertag in unserer Gesellschaft aber nur Sinn haben, wenn Christinnen und Christen vorleben, was der Karfreitag für sie bedeutet.

Statt über eine Aushöhlung des Feiertagsschutzes zu lamentieren, gilt es vielmehr, positiv zu zeigen, was Karfreitag für uns heute bedeutet. Mehr von diesem Beitrag lesen

„Die Wahrheit macht euch frei!“

Die Diskussion zu meinem Blogpost über das Kriegerdenkmal in Haidmühle und ein Kommentar zum Update meines Blogpost  erinnerten ich mich an eine Ansprache, die ich vor etwas über zwanzig Jahren am Volkstrauertag 1997 als junger Pastor selber hielt.

Es geht bei der Diskussion über Wehrmachtssoldaten eben nicht nur um Fakten, sondern auch um Gefühle und Familiengeschichten. In der Ansprache erwähne ich auch meinen Großvater. Mehr von diesem Beitrag lesen

Alan Turing und theologische Anthropologie

Enigma (By Punishar (File:Enigma 07.jpg) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons)

Enigma (By Punishar (File:Enigma 07.jpg) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons)

Der britische Mathematiker Alan Turing (1912 – 1954) war einer der Pioniere der Informatik, die Turing-Maschine, der Turing-Test und die Church-Turing-These sind nach ihm benannt. Mit Digitalisierung und Informatisierung unserer Gesellschaft stellt sich daher die Frage neu, was macht den Menschen zum Menschen, wenn Maschinen Künstliche Intelligenz besitzen und dem Menschen überlegen sein können. Lässt Big Data Analytics menschliches Verhalten vorhersehbar machen und beraubt den Menschen seiner Freiheit? Mehr von diesem Beitrag lesen

Gott – Freiheit – Welt: Jubileusz Reformacji in Polen

Festgottesdienst in der Warschauer Trinitatiskirche

Festgottesdienst in der Warschauer Trinitatiskirche

Auf Polnisch und Englisch lädt dieses Motto zu den Reformationsfeierlichkeiten ein. Gegenüber dem sonst gebräuchlichen Dreiklang „Gott – Ehre – Vaterland“ setzt sich die polnische evangelische Kirche ab, statt Nation und Ehre setzt sie Freiheit und Weltverantwortung und gibt sich durch die englische Übersetzung europäisch.

Reformationsmotto
Reformationsmotto: Gott – Freiheit – Welt

Rund 70.000 Gemeindeglieder hat die evangelische Kirche Augsburger Bekenntnisses in Polen  (Kościół Ewangelicko-Augsburski w Rzeczypospolitej Polskiej), das sind rund 0,2 Prozent der polnischen Bevölkerung. Wenn auch zahlenmäßig klein, hat diese Kirche das 500-jährige Jubiläum der Kirche groß in Warschau gefeiert. Schon auf den Anzeigetafeln in Bussen und Straßenbahnen sah man das Logo des Jubiläums und die Einladungen zu den Veranstaltungen von Freitag, 27.10. bis Sonntag 29.10.2017. Mehr von diesem Beitrag lesen

Gesellschaft 4.0 – Leistung bestimmt nicht unseren Wert

Weinberg

Weinberg

Bei Software werden die Versionsnummern hochgezählt, je höher, desto aktueller die Software. Ein Sprung zur nächsten ganzen Zahl bedeutet einen Entwicklungssprung nach vorne. Vom Web 2.0 redet heute niemand mehr, wir bewegen uns nun in der vierten Stufe der Digitalisierung, zumindest was die Arbeit angeht. Der Begriff Arbeiten 4.0 schließt an die Diskussion über die vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0) an, legt dabei aber den Schwerpunkt auf Arbeitsformen. Abgeleitet davon dann von Gesellschaft 4.0 zu sprechen, bedeutet, unsere Gesellschaft über die Arbeit zu definieren: Was Du als Mensch bist, hängt von deiner Arbeit ab. Mehr von diesem Beitrag lesen

Wir brauchen Chorbischöfinnen – oder Social Media gehört in die Ortsgemeinde

Zukunft der Parochie„Die Zukunft der Parochie in Zeiten von Social Media und Digitalisierung. Entdeckungen, Chancen, neue Landkarten.“

Ich habe noch für den Untertitel ergänzt: „wir brauchen neue Chorbischöfinnen und Chorbischöfe“, nachdem ich nochmals etwas in die Kirchengeschichte und die Entwicklung der Parochie  geschaut habe.

Bisher habe ich Vorträge gehalten und Aufsätze verfasst mit Titeln wie „Jenseits der Parochie“ – aber ich weiß nicht, ob ich mit solch einem Titel zu diesem Vortrag auf der EKBO-Fachtagung „Hyperlink zur Ewigkeit“ am 17. Juli 2017 eingeladen worden wäre.

Daher wollte ich die Chancen der Parochie herausstellen. Dies hat mich zum Nachdenken gebracht und ich habe einige Positionen für mich neu gefunden.

Klar ist: Das Internet hält sich nicht an parochiale Grenzen, es legt sich in gewisser Weise über territoriale Abgrenzungen. Früher habe ich deshalb eingenständige Online-Gemeinde gefordert, heute sehe ich jedoch verstärkt Chancen im Social Media Engagement von Ortsgemeinden. Vor diesem Hintergrund bin ich einen Aufsatz durchgegangen, den ich vor vier Jahren mit Matthias Jung geschrieben habe.

Heute frage ich kritischer: Wollen (brauchen) wir reine Online-Gemeinden wirklich? Vor vier Jahren stand im Aufsatz noch ein Plädoyer dafür im Text. Heute sehe ich das kritischer. Mehr von diesem Beitrag lesen

Gottesdienst: und alle twittern „Amen“

Eine Dialogpredigt zum Thema „Fake News“ und „Faith News“, die Predigthörerinnen und –hörer werden eingeladen, die Predigt abzuschließen, indem sie ihre Glaubensgeschichten mitteilen über Twitter, Facebook, Instagram oder Karteikarten. Diese Geschichten laufen auf eine Leinwand in der Kirche und im Videostream  ein. Am Ende schließen alle die Predigt mit Amen ab, in der Kirche sprechen es die Gemeindeglieder, wer online am Gottesdienst teilnimmt, twittert es. Mehr von diesem Beitrag lesen

Freie Daten – Freies Teilen – Frei sein

Die Tweets unten im Post geben (zusammen mit dem Video) den Diskussionsverlauf der Veranstaltung gut wieder. Zwischen Harald Geywitz und Matthias Kirschner hatte ich im Vorfeld ein größeres Maß an Meinungsverschiedenheit erwartet, so dass ich angenehm überrascht war, wo sie übereinstimmten: Vertrauen ist notwendig, so müssen die Kundinnen und Kunden einem Mobilfunkunternehmen vertrauen, dass es ihre Daten mit höchster Sorgfalt behandelt. Ebenso will Freie Software Vertrauen herstellen, denn die Offenlegung des Quelltextes ermöglicht Transparenz, die Grundlage für Vertrauen ist. Beide wandten sich auch gegen eine Alles-Kostenlos-Kultur im Netz, hierfür gab es auch große Zustimmung in der nachfolgenden Diskussion. Wenn niemand bereit ist, für Dienstleistungen zu bezahlen, dann geht das nur, wenn Unternehmen die Daten ihrer User monetarisieren. Andersherum: Wer für difitle Dienstleitungen zahlt, kann auch Datenschutz erwarten. Auch Freie Software darf Geld kosten. Pointiert: Geiz ist geil führt dazu, dass User mit ihren Darten bezahlen. Mehr von diesem Beitrag lesen