Social-Media-Gottesdienst #unverzagt2017: Digitalisierung als Thema und Umsetzung

walls.io_unverzagt2017Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft und unseren Alltag. Angela Merkel hat für den Satz, dass Internet Neuland sei, viel Häme im Netz abbekommen. Für uns als Kirche ist die Digitalisierung in vielen Bereichen auch ein neues Land, in dem wir uns noch zurechtfinden müssen.

Zum Reformationsjubiläum feiert die Evangelische Kirche im Rheinland 95 Gottesdienste an besonderen Orten. Kirche macht sich auf in die Welt, sie zieht aus ihren Mauern aus und bewegt sich auf andere Lebensbereiche zu.

Kirche und Digitalisierung – wie geht das zusammen? An welchen Ort können wir uns aufmachen, um uns auch vom Ort inspirieren zu lassen? Ein Rechenzentrum war ein erster Gedanke, schied aber aus praktischen Gründen aus, da es Zugangskontollen gibt und ein Rechenzentrum nicht dafür ausgelegt ist, dass sich Menschen dort versammeln. Außerdem: ein Rechenzentrum ist ein Ort, wo Computer ihren Dienst verrichten, Digitalisierung wird aber von Menschen betrieben, Computer sind nur die Instrumente dafür. Also: dahin gehen, wo Menschen Digitalisierung umsetzen, zu einem IT-Dienstleister. Mehr von diesem Beitrag lesen

#reformaction: Handeln wir oder lassen wir uns beschenken?

www-reformaction2017-de_alle-challengesDie  Ice Bucket Challenge machte im Sommer 2014 die Runde auf Social Media. Sie sollte auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam machen und Spendengelder für deren Erforschung und Bekämpfung sammeln. Die Herausforderung bestand darin, sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf zu gießen und danach drei oder mehr Personen zu nominieren, es einem mit Ice Bucket Challenge binnen 24 Stunden gleichzutun, sowie 10 US-Dollar bzw. Euro an die ALS-Gesellschaft zu spenden.
Die Idee der Challenge, dass man sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf schüttet und so – für einige Sekunden – auch ein Mal das Gefühl der Lähmung im Körper spürt, das ein Erkrankter sein Leben lang ertragen muss. Wem das zu nass oder kalt war, sollte 100 US-Dollar bzw. Euro an die ALS-Gesellschaft spenden.

Seit der äußerst erfolgreichen Ice Bucket Challenge tauchen viele Challenges im Social Web auf. Wen wundert es, dass auch die Öffentlichkeitsfachleute der EKD mit Unterstützung einer Agentur die #reformaction erfanden. Auf der Website lesen wir:

Wir feiern 500 Jahre Reformation! Mit Challenges unter dem Motto „Gemeinsam Großes bewegen“ zeigen wir, dass Glaube bewegt und verbindet. An jeder Challenge sollen möglichst 500 Menschen teilnehmen.

Beteilige dich und erzähle anderen davon! Ab sofort kann jeder Ideen für eigene spannende Challenges einreichen. Mit der Vaterunser-Challenge versuchen wir das Gebet in 500 verschiedenen Sprachen und Dialekten einzusprechen. Bist du dabei?

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#PrayforBerlin — ja das tun wir

#PrayforBerlin

#PrayforBerlin

„Micha 5,1-4 statt Hashtag-Keule” – so überschreibt knuuut seinen Blogpost, in dem er die kirchlichen Reaktionen auf den Anschlag in Berlin kritisiert:

„Die Stimmen, die eine „geistliche Rettungsgasse“ freihalten wollen sind selten. Wer als erster #prayforXXX brüllt, gilt als am Puls der Zeit. Ich möchte das nicht. Gaffern gleich wälzt sich die News-Desk-Redaktion durch den Stream. Flugs ein gepostetes Bildchen zur Anteilnahme und das Fürbittengebet aus der Cloud, schnell noch eine virtuelle Kerze auf einer Gedenkseite entzündet, fertig.”

Ja, noch in der späten Nacht – als in den deutschen Leitmedien noch diskutiert wurde, ob die Gewalttat in Berlin ein „Anschlag” sei – haben wir (EKiR-Online/Social Media Redaktion) ein Gebet auf Facebook gepostet (die Grafik dieses Posts übernimmt übrigens knuuut für seinen Blogpost). Mehr von diesem Beitrag lesen

Keine Angst vor Online-Gottesdiensten

fireshotcapture106-twompletSpiritualität im Internet – ist das heute noch ein Thema, mit dem sich eine Synode eigens beschäftigen muss?  Oder ist es einfach Realität für Menschen, die online leben und deren geistliches Leben sich auch im Netz vollzieht?

Vermutlich beides:  Daher hielt ich gerne auf der lippischen Landessynode heute einen Workshop über Spiritualität im Netz nach dem Hauptvortrag „Kommunikation der biblischen Botschaft in der digitalen Gesellschaft„.

Weil Synoden die Kirche leiten, müssen sie sich mit diesem Thema beschäftigen, denn Online-Spiritualität ist noch ein Randthema in unserer Kirche – während für die, die Online-Angebote nutzen, Spiritualität im Internet eine wichtige Möglichkeit ist, ihren Glauben zu leben.

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Chatandacht am Ewigkeitssonntag: Im Gedenken miteinander verbunden

andacht_webZum achten Mal laden wir auf Trauernetz.de zu einer Chatandacht am Ewigkeitssonntag ein.

Ab jetzt können Angehörige, Freundinnen und Freunde die Namen von Menschen, die Ihnen wichtig sind und derer sie in der Andacht gedenken wollen, in ein Online-Formular eintragen. Diese Namen werden dann in der Andacht „verlesen“ – d.h. während des Chats eingeblendet. Mehr von diesem Beitrag lesen

Free Software? – It’s Anthropology, Stupid

Screenshot_2016-09-04-07-41-08When I saw the call for papers, I submitted a proposal titled “The Anthropological Dimension of Free Software: a Philosophical Argument” as you can see in the announcement in the program.

Anthropology is the study of various aspects of humans within past and present societies. There are many cases one can make for Free Software but I believe if one is an advocate for or an opponent of Free Software ultimately depends on one’s idea of human beings – or anthroplogy.

I have to admit; sometimes I use Google and Google services.

We are having a family dinner in a nice restaurant, the food is marvelous, and I take out my cell phone and take a picture of the antipasti. When we are ready for dessert my phone vibrates, there is a notification from Google asking me to contribute my photo to the collection of the restaurant’s photos on Google maps and comment on the restaurant.

You all know what’s happened. Google knows my location, my photos are geo-tagged and uploaded to Google photos, Google uses this information to ask me for more information – and if I share my photo on Google maps and rate the restaurant, then I further contribute to Google’s world-wide knowledge. I will not focus on privacy issues but on the aspect of sharing. When asked, it is a reflex for many people to help. They freely give their information to Google without realizing that Google does not reciprocate by making this information available under a free license but controls who gets access to this information. Mehr von diesem Beitrag lesen

Freie Software? – Auch eine Frage des Menschenbildes

20160818_131708Wie ich zu freier Software stehe, hängt auch vom Menschenbild ab, das ich habe. Der Umgang mit Freier Software ist nicht nur eine wirtschaftliche Frage, sondern auch eine weltanschauliche. In der christlichen Tradition gibt es viele Anknüpfungspunkte, aber im Engagement für Freie Software ist ein Zusammenschluss vieler Akteure auch unterschiedlicher Weltanschauungen notwendig. Im Blick auf die christliche Tradition fand ich es sehr spannend zu lesen, wie der amerikanische Soziologe Robert Merton (links ist seine Dissertation abgebildet) beschreibt, wie die Gemeinwohlorientierung im Puritanismus (und in Deutschland im Pietismus) zu einer gesellschaftlichen Haltung führte, in dem man Wissen freizügig teilte. Solch eine Haltung wiederzuentdecken ist für die Informationsgesellschaft wichtig, damit nicht einige wenige amerikanische Internetkonzerne exklusiven Zugriff auf die Ressourcen der Informationsgesellschaft haben, sondern die Allgemeinheit, was durch Freie Software, Open Access, Open Educational Resources, Open Data sichergestellt wird.

In meinem Vortrag auf der QtCon will ich darlegen, dass die Entscheidung, sich für Feie Software zu engagieren, aus einem Menschenbild folgt, das das Teilen (Sharing) in den Mittelpunkt stellt.

Anbei eine erste Version meines Vortrages – der auf der QtCon natürlich auf Englisch gehalten wird. Kommentare, Feeback und Kritik gerne. An dieser Stelle der Hinweis, dass der Vortrag noch work in progess ist. Meine Thesen verkürzen einige Sachverhalte, ich werde sie ananderer Stelle grne ausführlicher begründen. Mehr von diesem Beitrag lesen

Was würde Jesus zu Freier Software sagen?

20160731_110801Ist „Freie Software” christlicher? Diese Frage lässt sich zumindest im Sinne einer Präferenz für Freie Software (häufig auch Open Source genannt) antworten, so zumindest die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland auf ihrer Tagung im Jahre 2015.

Grundsätzlicher geht es um die Frage nach dem Menschenbild. Welches Menschenbild liegt den vier Freiheiten Freier Software zu Grunde? Wie verhält dies sich zum christlichen Menschenbild? Mehr von diesem Beitrag lesen

Frauenordination, weil vom Evangelium geboten

Talar

Talar

Der Beschluss der  Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland, die Frauenordination abzuschaffen, hat in Deutschland zu großer Empörung geführt, eine Wiederkehr des Mittelalters wurde beschworen. Angst vor einer Rückkehr ins Mittelalter ist jedoch kein theologisches Kriterium, sondern der Beschluss ist falsch, weil er – so wie ich die Bibel gemäß reformatorischer Lehre verstehe – gegen das Evanglium verstößt.

Frauenordination? Kommt in der Bibel nicht vor. Schwule Pfarrer im Pfarrhaus? Gibt es in der Bibel auch nicht.  Aber wir finden in der Bibel Polygamie und Todesstrafe, trotzdem sieht keine Lebensordnung einer Kirche Polygamie vor oder hat die Todesstrafe im Kirchenrecht. Etwas ist theolgisch  nicht deshalb erlaubt oder deswegen verboten, weil es in der Bibel vorkommt oder eben nicht vorkommt, sondern die Frage lautet: Wie kommt in einer Frage das Evangelium zum Tragen? Mehr von diesem Beitrag lesen

Internetgottesdienst: „Ihr da draußen”

Screenshot from 2016-04-10 13:54:07

Kurz vor zwei Uhr ging ich gestern auf Sublan.TV, um beim allseits angekündigten interaktiven Gottesdienst dabei zu sein. In meinem Firefox-Browser klickte ich auf „Wie funktiert es” und erhielt eine Fehlermeldung, ich wechselte zu Chrome, und der Stream startete, ich sah ein Studio, Moderatoren, eine Band und Menschen, die durchs Bild huschten. Nun hieß es Warten bis zum Beginn. Mehr von diesem Beitrag lesen