Gottesdienst: und alle twittern „Amen“

Eine Dialogpredigt zum Thema „Fake News“ und „Faith News“, die Predigthörerinnen und –hörer werden eingeladen, die Predigt abzuschließen, indem sie ihre Glaubensgeschichten mitteilen über Twitter, Facebook, Instagram oder Karteikarten. Diese Geschichten laufen auf eine Leinwand in der Kirche und im Videostream  ein. Am Ende schließen alle die Predigt mit Amen ab, in der Kirche sprechen es die Gemeindeglieder, wer online am Gottesdienst teilnimmt, twittert es. Mehr von diesem Beitrag lesen

Lutherkondome: Ist Locker-Room-Banter wirklich witzig?

lutherkondomeSex sells – und Kirche und Kondome bringt immer Schlagzeilen. Das gilt auch für die von der evangelischen Jugendkirche Kirche Düsseldorf mit Luthersprüchen bedruckten Kondome. Wenn eine Aktion verunglückt ist und abgebrochen wird, ist in der Regel im Vorfeld schon viel kommunikativ schief gegangen. In der Öffentlichkeitsarbeit beim Abbruch einer Aktion geht es dann nur noch um Schadensbegrenzung.

Mein Thema ist nicht eine eingestellte Aktion, sondern die Reaktionen darauf in Social Media. Mehr von diesem Beitrag lesen

Frauenordination, weil vom Evangelium geboten

Talar

Talar

Der Beschluss der  Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland, die Frauenordination abzuschaffen, hat in Deutschland zu großer Empörung geführt, eine Wiederkehr des Mittelalters wurde beschworen. Angst vor einer Rückkehr ins Mittelalter ist jedoch kein theologisches Kriterium, sondern der Beschluss ist falsch, weil er – so wie ich die Bibel gemäß reformatorischer Lehre verstehe – gegen das Evanglium verstößt.

Frauenordination? Kommt in der Bibel nicht vor. Schwule Pfarrer im Pfarrhaus? Gibt es in der Bibel auch nicht.  Aber wir finden in der Bibel Polygamie und Todesstrafe, trotzdem sieht keine Lebensordnung einer Kirche Polygamie vor oder hat die Todesstrafe im Kirchenrecht. Etwas ist theolgisch  nicht deshalb erlaubt oder deswegen verboten, weil es in der Bibel vorkommt oder eben nicht vorkommt, sondern die Frage lautet: Wie kommt in einer Frage das Evangelium zum Tragen? Mehr von diesem Beitrag lesen

Kommen Flüchtlinge in der Weihnachtsgeschichte vor? #RefugeesWelcome #ChristmasStory.World

Wie lässt sich 2015 Weihnachten feiern? Die Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium erzählt von einer Herbergssuche. In Krippenspielen wird das oft ausgeschmückt dargestellt. In Mexiko gibt es die Tradition der Posada  – die Herbergssuche wird in einem Singespiel dargestellt: Das Heilige Paar bittet um Herberge, der Wirt weist sie ab („Da könnte doch jeder daherkommen”), erst als er sie als Maria und Josef erkennt, lässt er sie ein, denn der Heiligen Familie muss man doch Unterkunft gewähren. Mehr von diesem Beitrag lesen

#AllAreWelcome: Das Kino läuft im Kopf

allarewelcome.pngZwei Begebenheiten vom Wochenende. Ich jogge auf meiner gewöhnlichen Runde, zwischen zwei Autos neben dem Vorderrad kniet ein Mann, den ich nur flüchtig sehe, daneben eine Matte. Ein Nachbar, der verspätet die Winterreifen aufzieht, aber habe ich neben dem Auto Reifen liegen sehen? Oder ein Flüchtling, der in der nahegelegenen Turnhalle untergebracht ist und sein Gebet verrichtet? Mehr von diesem Beitrag lesen

Online-Kirche neu denken

Manchmal mag es auch an den Begrifflichkeiten liegen, wenn man sieht, wie lange gerungen wurde, ob man von Online-Gemeinde sprechen darf oder doch nur von Online-Community. Auch wenn nun endlich die Terminologie theologisch und kirchenamtlich geklärt ist, entsteht dadurch keine Online-Gemeinde von selbst.
Die Erfahrungen beim Aufbau der amerikanischen Online-Gemeinde UCC Extravagance, von denen Lawrence T. Richardson, Digital Minister der United Church of Christ, auf der Loccumer Tagung „Mache den Raum deines Zeltes weit. Formen der Glaubenskommunikation im Social Web“ berichtete, lassen mich nun in eine andere Richtung denken.

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Sündige kräftig im #Neuland!

glaubensreich ist eine Zukunftsinitiative der Evangelischen Kirche im Rheinland und wendet sich an Menschen, die Glauben zum Ausdruck und Kirche in Bewegung bringen wollen. Für das Glaubensreich-Blog habe ich beschrieben, wie die Digitalisierung unsere Kirche verändert und wie wir mutig diese Herausforderung annehmen können. Mehr von diesem Beitrag lesen

Rückblick Landessynode

Bambuser

Bambuser

Die Webstatistik für die Landessynode zeigt deutlich das Interesse an der Synode. Die Zahl der Besucher (visits) auf den EKiR-Stammseiten (also www.ekir.de einschließlich www.ekir.de/landessynode) war während der Landessynode zwei bis dreimal so hoch wie sonst, die Zahl der Seitenabrufe (page impressonss) sogar vier bis fünfmal so hoch wie in einer gewöhnlichen Woche. Ebenso wie die Seitenabrufe – deren Maximum lag am Donnerstag bei 19.000 Aufrufen – hat sich die Verweildauer gesteigert, diese lag im Durchschnitt bei 300 Sekunden, also rund fünf Minuten am Donnerstag. Dieser hohe Durchschnittswert ist vermutlich auch auf die Videos bzw. den Livestream zurückzuführen, die in den EKiR-Seiten eingebunden waren. Wer sich den Stream ansieht, bleibt länger auf der Seite. Mehr von diesem Beitrag lesen

EKD-Synode: Welche Schritte werden folgen?

EKD-Synode 2014 in Dresden

EKD-Synode 2014 in Dresden

Mit einer Woche Abstand lese ich nun den Kundgebungstext der EKD-Synode wieder. Beim ersten Lesen direkt nach Veröffentlichung war mir der Indikativ im Gedächtnis geblieben. Auf der Synode hörte ich von jemand in der Diskussion: Wir müssen müssen müssen müssen müssen. Das Thema Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Gesellschaft zeigte deutlich, wieviel Kirche noch aufholen muss. Da kommt man leicht in einen Aktionismus, was alles zu tun wäre. Also Kirche muss muss muss. Die Kundgebung geht rein sprachlich einen anderen Weg, sie setzt auf den Indikativ. Das ist stilistisch schöner, die Frage ist, was der Indikativ bewirkt, z.B (Punkt 5): Mehr von diesem Beitrag lesen

Habt Ihr zur EKD-Synode eine gedruckte Bibel mitgenommen?

2014-11-10_13-48-48Morgen befasst sich die EKD-Synode in Dresden mit dem Schwerpunktthema „Kommunikations des Evangeliums in der digitalen Gesellschaft“. Wegen des Bahnstreiks habe ich vom Zug auf den Flieger umgebucht und warte nun, dass das Boarding des verspäteten Fluges endlich beginnt. Das gibt mir Gelegenheit sicherzustellen, dass ich nichts vergessen habe. Meine in Leder gebundene Senfkornbibel ist zu Hause geblieben. Normalerweise nehme ich sie auf Reisen mit, aber diesmal hat sie den Platz in der Reisetasche nicht gefunden. Dafür habe ich ein Dienst-Notebook, ein privates Tablet und drei Smartphones mit. Ohne Bibel reise ich trotzdem nicht. Auf dem Tablet und auf zwei der drei Smartphones sind Bibelapps. Auf Griechisch, Hebräisch, Latein sowie auf Deutsch, Englisch und Spanisch habe ich den biblischen Text  digital bei mir auf den mobilen Endgeräten. Mehr von diesem Beitrag lesen