Skype-Gottesdienst: Wie macht man es und lohnt sich der Aufwand?

Skype-Gottesdienst
Skype-Gottesdienst in Rheydt und Pasym am 1.9.2019

Am 1. September – genau 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges – habe ich von Polen aus an der Übertragung eines Skype-Gottesdienstes mitgewirkt, der in Rheydt und Pasym gemeinsam gefeiert wurde. Die Predigt hielt in Rheydt Präses Manfred Rekowski, der zwei Wochen vorher in Dźwierzuty / Mensguth, einer Fialialgemeinde von Pasym, dem früheren Passenheim in Masuren/Polen, einen Abendmahlskelch zurückgegeben hat, der in den Kriegswirren verloren gegangen und in diesem Jahr in einem Auktionshaus wieder aufgetaucht war.

Die Rückgabe des Kelches und der gemeinsame Gottesdienst der beiden Gemeinden, die in einer Partnerschaft miteinander verbunden sind, waren ein Zeichen gelebter Versöhnung zwischen Deutschen und Polen.

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Klausurtag “Digitalisierung” in einer Kirchengemeinde

Workshopergebnisse auf Pinnwand

Ich erhielt eine Einladung, auf einer Presbyteriumsklausurtagung zum Thema “Digitalisierung” zu referieren. Besonders sollte ich auf Chancen und Risiken der Digitalisierung eingehen, anschließend sollte dann eine Diskussion dazu erfolgen.

Die Einladung nahm ich an, machte aber einen anderen Vorschlag: den Klausurtag als Workshoptag durchführen. Außerdem zusätzlich Mitarbeitende und interessierte bzw. fachkundige Gemeindeglieder einladen. Nach einem einführenden Vortrag, dann ein Workshop, in dem konkrete Digitalisierungsprojekte skizziert werden, so dass anschließend das Presbyterium entscheiden kann, welche Projekte man umsetzen möchte.

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Projektupdate: “Google, Alexa, Siri, wo ist Gottesdienst in meiner Nähe?”

Annakirche in Aachen auf Google nach Datenkonsolidierung

Für viele Menschen ist der Erstkontakt zur Gemeinde digital, daher sind Suchdienste der Türöffner, um Gemeindeangebote vor Ort oder im Web bekannt zu machen.

Suchmaschinen oder Sprachassistenten wie Siri, Alexa und Google Assistent, die immer weiter in den Alltag vordringen, liefern oft noch keine zufriedenstellende Antwort auf Fragen wie: „Wann ist Gottesdienst in meiner Nähe?“ Deshalb hat die Evangelische Kirche im Rheinland am 1. März ein Pilotprojekt in enger Abstimmung mit der EKD-Stabstelle Digitalisierung gestartet. Die Umsetzung geschieht mit dem Spezialdienstleister Yext, der im digitalen Wissensmanagement weltweit führend tätig ist.

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Projekt-Update: „Alexa, wo ist die nächste evangelische Kirche?“

Saarner Dorfkirche - Listing in "Das Örtliche"

Im März sind wir mit unserem Pilotprojekt zum digitalen Wissenmanagement gestartet, um Kirchen bei Sprachassistenten und Suchdiensten besser auffindbar zu machen, nun ist es Zeit, die ersten Learnings zu teilen.

Grundsatzentscheidungen

Bei einem Piloten muss man sich beschränken, daher haben wir uns auf Kirchen(gebäude) fokussiert, sie sind Landmarks in der Kohlenstoffwelt, diese wollen wir auch als digitale Touchpoints erreichbar machen.

Hier als Beispiel das Suchergebnis nach “Kirchengemeinde Saarn” nach der Auslieferung unserer Daten an den Suchdienst Bing.

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Von AI zu Zappar, von Print zu YouTube – Rückblick auf ECIC24

Seit der fünften European Christian Internet Conference (ECIC) in Kopenhagen habe ich regelmäßig an dieser Konferenz teilgenommen. Gerade die starke Präsenz von Kollegen – und in den letzten Jahren auch Kolleginnen – aus Skandinavien gab für die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, Entwicklungen der kirchlichen Internetnutzung zu antizipieren, gefühlt war und ist Skandinavien Deutschland zwei Jahre voraus.

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Gemeindeaufbau beginnt online

Freier WLAN-Zugang in einer amerikanischen Kirchengemeinde
Freier WLAN-Zugang in einer amerikanischen Kirchengemeinde
Freier WLAN-Zugang in einer amerikanischen Kirchengemeinde

Karfreitag wollte ich in den Gottesdienst gehen, war mir aber bei der Uhrzeit unsicher. Der Gemeindebrief lag längst im Altpapier, ich musste auf Google suchen. Ich finde die Homepage der Gemeinde, aber dort sind die Gottesdienste zunächst unauffindbar. Endlich finde ich den Gemeindebrief zum Download als PDF-Datei, lade ihn herunter und finde auf den letzten Seiten den Gottesdienstplan. Es war gut, dass ich nachgesehen habe, denn in einer Gottesdienstsstätte fiel der Gottesdienstes wegen eines Passionskonzertes am Nachmittag aus.

Unternehmen legen Wert darauf, die Öffnungszeiten ihrer Filialen online richtig abzubilden. Sie wissen, eine Kundin oder ein Kunde, die vor verschlossener Türen stehen, sind frustriert und kommen in der Regel nicht mehr wieder und kaufen künftig bei der Konkurrenz.

Kirchengemeinden haben keine direkte Konkurrenz wie Discounter oder Drogerie-Märkte, aber sie müssen sich auch darum kümmern, dass Kundinnen und Kunden zu ihnen kommen. Das nennt man dann nicht Marketing, sondern Gemeindeaufbau. Die Kerngemeinde sind Stammkunden. Diese erreicht man auch durch Kanzelabkündigungen oder Schaukästen vor dem Gemeindehaus. Neukundenakquise ist eine große Herausforderung; bestehende Kundenbeziehungen aufrecht zu erhalten, ist schwierig genug. Wie erreicht man Gemeindeglieder, die (noch) dabei sind, aber nicht in Veranstaltungen auftauchen?

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Mehr als ein Relaunch

Zielgruppen für Öffentlichkeitsarbeit
Zielgruppen für Öffentlichkeitsarbeit
Zielgruppen für Öffentlichkeitsarbeit

Seit längerem stand der Relaunch unserer landeskirchlichen Website ekir.de an. Bald wurde uns jedoch klar, es geht um viel mehr, nämlich wie wir als Kirche kommunizieren wollen.

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„Alexa, wo ist die nächste evangelische Kirche?“ – Pilotprojekt zum digitalen Wissensmanagement

Die Frage „Alexa, wo ist die nächste evangelische Kirche? lässt den Home-Assistenten Alexa oft sprachlos zurück bzw. liefert eine nicht zufriedenstellende Antwort. Auch andere Assistenten – neben Alexa (Amazon) sind in Deutschland Google Assistent (auf Android-Smartphones) oder Siri (Apple) weit verbreitet – können solche Fragen oft nur schlecht beantworten. Um dies zu ändern, haben wir ein Pilotprojekt gestartet, um Kirchen und Gemeinden bei Sprachassistenten und Suchdiensten besser sichtbar zu machen.

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Digitale Pioniere: Nachtragendes zur "Digitalisierung der Kirche" – eine kurze Replik

Website der rheinischen Kirche aus dem Jahre 1997

Ob christlicher Internet-Pionier oder doch Online-Dinosaurier, dieses Urteil mögen andere fällen. Jedenfalls bin ich seit nun zwanzig Jahren im Internet für Kirche unterwegs – in dieser Zeit hat sich viel verändert. Als ich begann, konnte man Entscheidungsträger daran erkennen, dass kein PC in ihren Büros standen, mit der Zeit hielten E-Mails Einzug im Kommunikationsalltag, wer wichtig war, erhielt seine Mails ausgedruckt. Dies hat sich seit langem geändert, heute bloggen und facebooken Leitende Geistliche.

Seit 1996 ist die EKD online, im selben Jahr gab es unter der Ägide der EKD das erste Netzwerktreffen der European Christian Internet Conference, ein Netzwerk, das bis heute kirchliche Online-Arbeit konstruktiv-kritisch begleitet.

Andreas Mertin holt zum publizistischem Rundumschlag zu Digitalisierung in der evangelischen Kirche aus mit seinem Aufsatz in tà katoptrizómena / Theomag: Digitale Pioniere: Nachtragendes zur “Digitalisierung der Kirche”. Bei der rasanten Entwicklung des Internet ist Andreas Mertins Aufriss fast schon historisch, wenn er die Suchmaschine crossbot betrachtet, die heute nur noch wenigen bekannt sein dürfte.

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Digitalisierung ist kein Allheilmittel, wir brauchen auch einen Kulturwandel

Am Montag in einer Sitzung zum Thema Digitalisierung eine angeregte und engagierte Diskussion, welche Projekte wir brauchen, um nahe bei den Menschen zu sein. Ja, wir brauchen auch in Deutschland einen Gemeindefinder wie z.B. A Church near you – aber was, wenn kirchenferne Menschen zur Gemeinde vor Ort kommen und auf eine Realität stoßen, die nicht wertschätzend ist. Wenn wir digitale Strukturen zur niederschwelligen Kontaktaufnahme wollen, müssen die dazu korrespondierenden Angebote vor Ort einladend sein. Sonst ist nichts gewonnen. Leider ist oft noch ein Kulturwandel notwendig, sonst hilft das beste Digitalisierungsprojekt nicht. „Digitalisierung ist kein Allheilmittel, wir brauchen auch einen Kulturwandel“ weiterlesen