AI, GDPR & Voice: Impressionen von der DMEXCO

20180912_093036.jpg

„Von der Hälfte der Aussteller hier verstehe ich gar nicht, was sie machen,“ hörte ich zufällig auf einer Rolltreppe auf der DMEXCO, der Konferenz und Fachmesse für digitales Marketing, die 40.000 Besucherinnen und Besucher am 12. und 13. September in Köln erwartete. AI, Beacons, GDPR, IoT, Knowledge Graph, Out-of-Home, Seamless Customer Journey, Structured Data, VR, Voice – da ist es manchmal schwer, den Fokus bei all den Buzzwords zu behalten.

AI (Artificial Intelligence), GDRP (DSGVO, Datenschutzgrundverordnung) und Voice (Sprachsteuerung) benennen die DMEXCO-Veranstlter selbst als aktuelle Trends, mit Blick auf das Vorjahr haben sich die Themen daher weiterentwickelt.

Datenschutz ist kein selbstgesuchtes Thema. Datenschutz erfordert zwar Aufwände,  kann aber auch als Chance für Marketing verstanden werden. Die DSGVO schafft Vertrauen für Marken, das notwendig ist für eine langfristige positive Kundenerfahrung, so wie es ein Zitat aus einem Talk zusammenfasst:

Acht Sekunden braucht man, um Aufmerksamkeit auf ein neues Thema zu lenken und  Interesse für eine neue Marke zu wecken, aber in einer Sekunde kann man Vertrauen zerstören und jemand für immer verlieren.

Für eine seamless customer journey – also eine Nutzererfahrung, die einen nahtlosen Übergang vom Handy und Tablet  zu Smart-Home-Produkten  und zu Begegnungen in Stores ermöglicht, ist es unabdingbar, Daten in der Cloud zu haben. Der Nutzer bzw. die Nutzerin sind aber nur bereit, ihre Daten zu teilen, wenn sie der Marke vertrauen können. Datenschutz ist daher kein Hindernis, sondern Voraussetzung für eine positive Markenwahrnehmung.

AI unterlegt mit Big Data verbessert die customer journey. Haben Kundinnen und Kunden einen Benefit, also eine bessere Nutzererfahrung, sind sie auch bereit, ihre Daten bereitzustellen, sofern sie wissen, dass Daten nur für den erbetenen Zweck verwendet werden.

Der Kundin zuhören, Empathie und sich auf den Kunden konzentrieren und dann von aus denken, so die Zusammenfassung einer Diskussion, die mit AI und Voice als neue Trends begann. Eigentlich nichts Neues, nur dass die Technlogien sich weiterentwicklen.

Voice – also Sprachsteuerung – wird immer wichtiger, so die Voraussagen. Damit wird die Website als digitaler Touchpoint unwichtiger, gleichzeitig werden strukturierte Daten bedeutsamer.

Es gibt allerdings auch einige kritische Stimmen, die darauf hinweisen, es gibt noch keine Killer-App für Voice. Pointiert:

Smartspeakers are still relatively dumb.
Intelligente Lautsprecher sind noch ziemlich dumm

Problem für die Werbewirtschaft: Es gibt noch keine Metrik für Voice – wie beispielsweise Google Analytics.

Im Büro wird vermutlich die Tastatur das dominante Eingabegerät bleiben, zu Hause dagegen Sprachsteuerung. Fraglich allerdings, ob das Smartphone das zentrale Gerät bleibt oder die Spracheingabe zukünftig über den Kühlschrank, den Fernseher oder weiter Smart-Home-Geräte  geht.

Wenn man aus kirchlicher Perspektive sich die DMEXCO ansieht, so kann man leicht erschlagen werden,  wieviel technologischer Aufand von Unternehmen getrieben wird, um nahe am Kunde zu sein und über die verschiedenen Touchpoints der Kundin eine positive customer journey zu ermöglichen. #digitalekirche und face-to-face-Begegnungen in der Gemeinde zu einer nahtlosen Kundenerfahrung zusammenzubringen ist noch ein weiter Weg für die Kirche, um nahe bei ihren Mitgliedern zu sein.

Advertisements

Sprachassistenten und Nutzerorientierung: Die Website wird (un)wichtiger

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Sprachassistenten werden immer wichtiger, Websites als Ausspielkanal verlieren an Relevanz. Diese Technologie setzt sich schneller durch, sie erreichen früher dieselben Nutzerzahlen als PCs, Handys, iPods und Smartphones bei ihrer Markteinführung. Diese Entwicklung muss auch kirchliche Online-Kommunikation berücksichigen. Weiter wie bisher in regelmäßigen Intervallen einen Relaunch der Website aufsetzen, geht nicht mehr. Neben Sprachassistenzsystemen gibt es Social Media, worüber sich Menschen Inhalte erschließen, ohne sich zur Website durchzuklicken. Einen Relaunch der Website zu planen, ist zu kurz gesprungen, es geht um Planung und Umsetzung einer digitalen Kommunikationsstrategie. Benutzergruppen und Kanäle differenzieren sich aus, one-size-fits-all geht nicht mehr. Zielgruppenorientierung ist daher ein Schlüsselwort. Mehr von diesem Beitrag lesen

Alexa im Kirchendienst – Tag 2

Zweiter Tag mit Alexa im Landeskirchenamt. Ich komme ins Büro, als erstes schalte ich Alexa an, es blinkt der blaue Ring, Alexa braucht leider etwas Zeit, bis die Internetverbindung über Freifunk steht.

Meine erste Frage: Alexa, was gibt es Neues? Alexas Antwort ist eine Geschichte über einen Hund in Madrid auf Facebook. Alexa, stop. Ich frage gezielt nach Nachrichten. Alexa antwortet mit der Tagesschau in 100 Sekunden. Später probiere ich es wieder, Alexa, was gibt es Neues? Diemal antwortet Alexa direkt mit der Tagesschau. Alexa hat also etwas gelernt. Nun möchte ich Gebete finden. Ich frage Alexa nach dem Vaterunser und dem Glaubensbekenntnis.  Die Antwort:  ich solle mir ein Abo bei Audible holen. Also Fehlanzeige. Mehr von diesem Beitrag lesen

Relaunch: Die Dienstleistung Taufe über structured data verbreiten

Structured Data

Structured Data

Wir stehen vor dem Relaunch mit der landeskirchlichen Website. Mit einem Relaunch legt man Strukturen für die nächsten Jahre. Der Relaunch betrifft nicht nur die Website der Landeskirche, sondern auch die daran angeschlossenen Websites von Kirchenkreisen, Kirchengemeinden, Ämtern, Werke und Einrichtungen, die im Design und CMS der Landeskirche erstellt sind.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Datenschutz bei Cloud-Anwendungen: Die sind ja alle Stalker

„Die sind ja alle Stalker“ – Datenfluss zwischen Smartwatch und Smartphone-App

Auf der Fachtagung „Leben – lieben – liken: Familie und Digitalisierung“ hielt ich einen Workshop zu „Datenschutz und Datensouveränität“. Mir war wichtig zu zeigen, dass Datenschutz anfängt, bevor ich beginne, Daten zu verarbeiten.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Erfahrungsbericht: Live-Stream zur Synodenberichterstattung

FireShot-Capture-048---Analytics---YouTube_---https___www.youtubeErstmalig haben wir die diesjährige Landessynode vollständig mit Videos abgebildet – 15 Jahre, nachdem wir das erste Mal von einer Synode einen Live-Stream hatten.

Zwar hatten wir die Plenarsitzungen der Landessynoden 2016 und 2017 auch komplett live gestreamt und dazu hatten Bambuser eingesetzt. (Stichwort Kontrolle und Verfügbarkeit eigener Daten: Bambuser stellt in diesem Jahr seine Dienstleistungen ein, damit gehen auch unsere bisherigen Streams verloren.) Die Streams waren auch on demand abrufbar, aber nicht in die Website integriert. Parallel zum Stream hatten wir wichtige Vorträge und Berichte eigens aufgenommen, bearbeitet und als Video nach YouTube hochgeladen. Diesmal haben wir ganz auf den Live-Stream gesetzt und aus dem Plenum keine weiteren Videos produziert. Den Stream haben wir per Timestamp dann als Video-Sequenzen genutzt. Mehr von diesem Beitrag lesen

Digitale Transformation: wie geht das?

Medienhafen Düsseldorf

Medienhafen Düsseldorf – alte Kräne und Lagerhäuser als moderne Büroräume

im Geschäftsverteilungsplanes des Landeskirchenamtes fehlt noch das Stichwort „Digitalisierung“ – es ist aber für die nächste Version notiert worden. Auch wenn die EKD-Synode im November letztes Jahres Impulse gegeben hat, dass man sich in der evangelischen Kirche des Themas Digitalisierung annimmt, so verringert sich die Aufbruchstimmung mit zeitlich größer werdendem Abstand von der Synode, viele Hausaufgaben müssen noch abgearbeitet werden. Mehr von diesem Beitrag lesen

Ist Open Source Software christlicher?

Impuls zum Thema Open Source Software auf dem Workshop „Informationstechnologie/Umsetzung Portfolio Stufe 1“ heute in Düsseldorf, Feedback gerne über die Kommentarfunktion im Blog. Mehr von diesem Beitrag lesen

Ist die Cloud böse?

Wolken

Wolken

So fragt Stefan Lesting in einem Blogpost auf Frisch Fischen. Natürlich nicht, die Beispiele, die er jedoch für den Umgang mit der Cloud bringt, zeigen, wie schwer sich die Kirche(n) mit dem Datenspeichern im Netz tut/tun. Diese Skepsis scheinen Protestanten und Katholiken in ökumenischer Verbundenheit zu teilen. Mehr von diesem Beitrag lesen

Evangelisch auf Instagram

Man kann nicht jede gute Idee selber haben, aber manchmal lassen sich gute Ideen anderer übernehmen. In Schweden wollten fünf engagierte Gemeindeglieder aus der Kirche von Schweden ein  Twitterprojekt starten, bemerkten aber zufällig, dass auf Instagram der Name „svenska kyrkan“ = Kirche von Schweden noch frei war. Sie meldeten ihn an und begannen, ihn zu nutzen. Ohne Auftrag. Sie hatten gemerkt, mit Bildern kommuniziert man am besten. Das Ziel, die Vielfalt des kirchlichen Lebens in Schweden zu zeigen. Mehr von diesem Beitrag lesen