Soll man mit AfD-Vertreterinnen und -Vertretern reden? Ja, muss man.

http___praesesblog-ekir-de_von-pluHauptthema der medialen Berichterstattung über die rheinische Landessynode war die Auseinandersetzung mit der AfD.  Kurz vor Synodenbeginn am 8. Januar hatte idea eine Vorabmeldung  zu einem Streitgespräch zwischen Präses Manfred Rekowski und AfD-Sprecherin Frauke Petry veröffentlicht, welches in der ersten Dezemberhälfte (nicht: Ende Januar wie von idea berichtet) auf Einladung von idea im Düsseldorfer Landeskirchenamt stattfand. Der vollständige Text des Doppelinterviews Rekowski / Petri wurde einige Tage später während der Synode veröffentlicht. Mehr von diesem Beitrag lesen

#PrayforBerlin — ja das tun wir

#PrayforBerlin

#PrayforBerlin

„Micha 5,1-4 statt Hashtag-Keule” – so überschreibt knuuut seinen Blogpost, in dem er die kirchlichen Reaktionen auf den Anschlag in Berlin kritisiert:

„Die Stimmen, die eine „geistliche Rettungsgasse“ freihalten wollen sind selten. Wer als erster #prayforXXX brüllt, gilt als am Puls der Zeit. Ich möchte das nicht. Gaffern gleich wälzt sich die News-Desk-Redaktion durch den Stream. Flugs ein gepostetes Bildchen zur Anteilnahme und das Fürbittengebet aus der Cloud, schnell noch eine virtuelle Kerze auf einer Gedenkseite entzündet, fertig.”

Ja, noch in der späten Nacht – als in den deutschen Leitmedien noch diskutiert wurde, ob die Gewalttat in Berlin ein „Anschlag” sei – haben wir (EKiR-Online/Social Media Redaktion) ein Gebet auf Facebook gepostet (die Grafik dieses Posts übernimmt übrigens knuuut für seinen Blogpost). Mehr von diesem Beitrag lesen

Ganz nah dran und doch weit weg: Online-Lebensberatung und Online-Seelsorge, Online-Beichte – nichts ist unmöglich?

fireshot-screen-capture-186-ekd_-internetseelsorge-www_ekd_de_seelsorge_internet_internetseelsorge_htmlIm Oktober durfte in der Akademie in Tutzing einen Vortrag zur Online-Seelsorge auf der Tagung „Hilfe aus dem Netz. Chancen und Grenzen von Online-Medizin und Online-Psychologie” halten. Da die Zeit drängt, hier eine erste verschriftlichte Version, die ich noch etwas überarbeiten werde.
Hier der Text als PDF, das auch einige Grafiken und Screenshots enthält. Außerdem hier die Folienpräsentation.

Am 9.12. durfte ich im Zentrum Seelsorge in Hannover auch einen Vortrag zu Online-Seelsorge halten, die Vortragsfolien gibt es hier.

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Keine Angst vor Online-Gottesdiensten

fireshotcapture106-twompletSpiritualität im Internet – ist das heute noch ein Thema, mit dem sich eine Synode eigens beschäftigen muss?  Oder ist es einfach Realität für Menschen, die online leben und deren geistliches Leben sich auch im Netz vollzieht?

Vermutlich beides:  Daher hielt ich gerne auf der lippischen Landessynode heute einen Workshop über Spiritualität im Netz nach dem Hauptvortrag „Kommunikation der biblischen Botschaft in der digitalen Gesellschaft„.

Weil Synoden die Kirche leiten, müssen sie sich mit diesem Thema beschäftigen, denn Online-Spiritualität ist noch ein Randthema in unserer Kirche – während für die, die Online-Angebote nutzen, Spiritualität im Internet eine wichtige Möglichkeit ist, ihren Glauben zu leben.

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Chatandacht am Ewigkeitssonntag: Im Gedenken miteinander verbunden

andacht_webZum achten Mal laden wir auf Trauernetz.de zu einer Chatandacht am Ewigkeitssonntag ein.

Ab jetzt können Angehörige, Freundinnen und Freunde die Namen von Menschen, die Ihnen wichtig sind und derer sie in der Andacht gedenken wollen, in ein Online-Formular eintragen. Diese Namen werden dann in der Andacht „verlesen“ – d.h. während des Chats eingeblendet. Mehr von diesem Beitrag lesen

WhatsApp-Seelsorge: The Times They Are a-Changin‘

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Geht Seelsorge auf Facebook? Sieht man sich kirchliche Social Media Guidelines an oder liest das EKD-Datenschutzgesetz, kommt fast reflexartig die Antwort „Nein“. So habe ich bis vor kurzem auch immer geantwortet, wenn ich gefragt wurde. Aber die Zeiten ändern sich. Mehr von diesem Beitrag lesen

Free Software? – It’s Anthropology, Stupid

Screenshot_2016-09-04-07-41-08When I saw the call for papers, I submitted a proposal titled “The Anthropological Dimension of Free Software: a Philosophical Argument” as you can see in the announcement in the program.

Anthropology is the study of various aspects of humans within past and present societies. There are many cases one can make for Free Software but I believe if one is an advocate for or an opponent of Free Software ultimately depends on one’s idea of human beings – or anthroplogy.

I have to admit; sometimes I use Google and Google services.

We are having a family dinner in a nice restaurant, the food is marvelous, and I take out my cell phone and take a picture of the antipasti. When we are ready for dessert my phone vibrates, there is a notification from Google asking me to contribute my photo to the collection of the restaurant’s photos on Google maps and comment on the restaurant.

You all know what’s happened. Google knows my location, my photos are geo-tagged and uploaded to Google photos, Google uses this information to ask me for more information – and if I share my photo on Google maps and rate the restaurant, then I further contribute to Google’s world-wide knowledge. I will not focus on privacy issues but on the aspect of sharing. When asked, it is a reflex for many people to help. They freely give their information to Google without realizing that Google does not reciprocate by making this information available under a free license but controls who gets access to this information. Mehr von diesem Beitrag lesen

Freie Software? – Auch eine Frage des Menschenbildes

20160818_131708Wie ich zu freier Software stehe, hängt auch vom Menschenbild ab, das ich habe. Der Umgang mit Freier Software ist nicht nur eine wirtschaftliche Frage, sondern auch eine weltanschauliche. In der christlichen Tradition gibt es viele Anknüpfungspunkte, aber im Engagement für Freie Software ist ein Zusammenschluss vieler Akteure auch unterschiedlicher Weltanschauungen notwendig. Im Blick auf die christliche Tradition fand ich es sehr spannend zu lesen, wie der amerikanische Soziologe Robert Merton (links ist seine Dissertation abgebildet) beschreibt, wie die Gemeinwohlorientierung im Puritanismus (und in Deutschland im Pietismus) zu einer gesellschaftlichen Haltung führte, in dem man Wissen freizügig teilte. Solch eine Haltung wiederzuentdecken ist für die Informationsgesellschaft wichtig, damit nicht einige wenige amerikanische Internetkonzerne exklusiven Zugriff auf die Ressourcen der Informationsgesellschaft haben, sondern die Allgemeinheit, was durch Freie Software, Open Access, Open Educational Resources, Open Data sichergestellt wird.

In meinem Vortrag auf der QtCon will ich darlegen, dass die Entscheidung, sich für Feie Software zu engagieren, aus einem Menschenbild folgt, das das Teilen (Sharing) in den Mittelpunkt stellt.

Anbei eine erste Version meines Vortrages – der auf der QtCon natürlich auf Englisch gehalten wird. Kommentare, Feeback und Kritik gerne. An dieser Stelle der Hinweis, dass der Vortrag noch work in progess ist. Meine Thesen verkürzen einige Sachverhalte, ich werde sie ananderer Stelle grne ausführlicher begründen. Mehr von diesem Beitrag lesen

Was würde Jesus zu Freier Software sagen?

20160731_110801Ist „Freie Software” christlicher? Diese Frage lässt sich zumindest im Sinne einer Präferenz für Freie Software (häufig auch Open Source genannt) antworten, so zumindest die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland auf ihrer Tagung im Jahre 2015.

Grundsätzlicher geht es um die Frage nach dem Menschenbild. Welches Menschenbild liegt den vier Freiheiten Freier Software zu Grunde? Wie verhält dies sich zum christlichen Menschenbild? Mehr von diesem Beitrag lesen

Frauenordination, weil vom Evangelium geboten

Talar

Talar

Der Beschluss der  Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland, die Frauenordination abzuschaffen, hat in Deutschland zu großer Empörung geführt, eine Wiederkehr des Mittelalters wurde beschworen. Angst vor einer Rückkehr ins Mittelalter ist jedoch kein theologisches Kriterium, sondern der Beschluss ist falsch, weil er – so wie ich die Bibel gemäß reformatorischer Lehre verstehe – gegen das Evanglium verstößt.

Frauenordination? Kommt in der Bibel nicht vor. Schwule Pfarrer im Pfarrhaus? Gibt es in der Bibel auch nicht.  Aber wir finden in der Bibel Polygamie und Todesstrafe, trotzdem sieht keine Lebensordnung einer Kirche Polygamie vor oder hat die Todesstrafe im Kirchenrecht. Etwas ist theolgisch  nicht deshalb erlaubt oder deswegen verboten, weil es in der Bibel vorkommt oder eben nicht vorkommt, sondern die Frage lautet: Wie kommt in einer Frage das Evangelium zum Tragen? Mehr von diesem Beitrag lesen