Digitalisierung: wo wir stehen und worüber wir nachdenken

Übersicht zur Digitalisierung im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland und ethische Fragestellungen in Bezug auf Digitalisierung

Digitalisierung betrifft die Gesellschaft und damit natürlich auch natürlich auch die Kirche. Im Netz gibt es unter dem Hashtag #digitaleKirche eine breite Diskussion dazu. Für die EKD-Synode im November dieses Jahres wird es eine Vorlage für eine Digitalstrategie geben. Digitalisierung vollzieht sich ebenenübergreifend und als Querschnittsthema in der evangelischen Kirche, wichtig ist daher, die verschiedenen Prozesse und Projekte aufeinander zu beziehen und abzustimmen. Daher im Folgenden eine kurze Darstellung, wo und wie sich Digitalisierung in der Evangelischen Kirche im Rheinland vollzieht.

Weil Kirche aber nicht nur Akteurin in Bezug auf Digitalisierung ist, sondern es nach eigenem Selbstverständnis auch ihre Aufgabe ist, die gesellschaftliche Wirklichkeit durch ethische Reflexion zu begleiten, kommen nach der Darstellung, wie die evangelische Kirche im eigenen Bereich Digitalisierung gestaltet, ethische Erwägungen zur Digitalisierung. Mehr von diesem Beitrag lesen

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AI, GDPR & Voice: Impressionen von der DMEXCO

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„Von der Hälfte der Aussteller hier verstehe ich gar nicht, was sie machen,“ hörte ich zufällig auf einer Rolltreppe auf der DMEXCO, der Konferenz und Fachmesse für digitales Marketing, die 40.000 Besucherinnen und Besucher am 12. und 13. September in Köln erwartete. AI, Beacons, GDPR, IoT, Knowledge Graph, Out-of-Home, Seamless Customer Journey, Structured Data, VR, Voice – da ist es manchmal schwer, den Fokus bei all den Buzzwords zu behalten.

AI (Artificial Intelligence), GDRP (DSGVO, Datenschutzgrundverordnung) und Voice (Sprachsteuerung) benennen die DMEXCO-Veranstlter selbst als aktuelle Trends, mit Blick auf das Vorjahr haben sich die Themen daher weiterentwickelt.

Datenschutz ist kein selbstgesuchtes Thema. Datenschutz erfordert zwar Aufwände,  kann aber auch als Chance für Marketing verstanden werden. Die DSGVO schafft Vertrauen für Marken, das notwendig ist für eine langfristige positive Kundenerfahrung, so wie es ein Zitat aus einem Talk zusammenfasst:

Acht Sekunden braucht man, um Aufmerksamkeit auf ein neues Thema zu lenken und  Interesse für eine neue Marke zu wecken, aber in einer Sekunde kann man Vertrauen zerstören und jemand für immer verlieren.

Für eine seamless customer journey – also eine Nutzererfahrung, die einen nahtlosen Übergang vom Handy und Tablet  zu Smart-Home-Produkten  und zu Begegnungen in Stores ermöglicht, ist es unabdingbar, Daten in der Cloud zu haben. Der Nutzer bzw. die Nutzerin sind aber nur bereit, ihre Daten zu teilen, wenn sie der Marke vertrauen können. Datenschutz ist daher kein Hindernis, sondern Voraussetzung für eine positive Markenwahrnehmung.

AI unterlegt mit Big Data verbessert die customer journey. Haben Kundinnen und Kunden einen Benefit, also eine bessere Nutzererfahrung, sind sie auch bereit, ihre Daten bereitzustellen, sofern sie wissen, dass Daten nur für den erbetenen Zweck verwendet werden.

Der Kundin zuhören, Empathie und sich auf den Kunden konzentrieren und dann von aus denken, so die Zusammenfassung einer Diskussion, die mit AI und Voice als neue Trends begann. Eigentlich nichts Neues, nur dass die Technlogien sich weiterentwicklen.

Voice – also Sprachsteuerung – wird immer wichtiger, so die Voraussagen. Damit wird die Website als digitaler Touchpoint unwichtiger, gleichzeitig werden strukturierte Daten bedeutsamer.

Es gibt allerdings auch einige kritische Stimmen, die darauf hinweisen, es gibt noch keine Killer-App für Voice. Pointiert:

Smartspeakers are still relatively dumb.
Intelligente Lautsprecher sind noch ziemlich dumm

Problem für die Werbewirtschaft: Es gibt noch keine Metrik für Voice – wie beispielsweise Google Analytics.

Im Büro wird vermutlich die Tastatur das dominante Eingabegerät bleiben, zu Hause dagegen Sprachsteuerung. Fraglich allerdings, ob das Smartphone das zentrale Gerät bleibt oder die Spracheingabe zukünftig über den Kühlschrank, den Fernseher oder weiter Smart-Home-Geräte  geht.

Wenn man aus kirchlicher Perspektive sich die DMEXCO ansieht, so kann man leicht erschlagen werden,  wieviel technologischer Aufand von Unternehmen getrieben wird, um nahe am Kunde zu sein und über die verschiedenen Touchpoints der Kundin eine positive customer journey zu ermöglichen. #digitalekirche und face-to-face-Begegnungen in der Gemeinde zu einer nahtlosen Kundenerfahrung zusammenzubringen ist noch ein weiter Weg für die Kirche, um nahe bei ihren Mitgliedern zu sein.

EuGH-Urteil: Eigentlich müssten wir die Facebook-Fanpage abschalten, aber …

fb-insightBereits im Juni hatte der Europäische Gerichsthof in einem Urteil festgestellt: „Der Betreiber einer Facebook-Fanpage ist gemeinsam mit Facebook für die Verarbeitung der personenbezogenen Daten der Besucher seiner Seite verantwortlich,” so die Pressemitteilung des Gerichtes.

Bis dahin durfte – und konnte – man davon ausgehen, dass die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Facebook und nicht durch den Betreiber der Fanpage stattfindet. Dies war auch die intern vorgetragene Argumentation vor dem Start der Fanpage der rheinischen Kirche 2012. Mehr von diesem Beitrag lesen

Digitalisierung ist kein Allheilmittel, wir brauchen auch einen Kulturwandel

Am Montag in einer Sitzung zum Thema Digitalisierung eine angeregte und engagierte Diskussion, welche Projekte wir brauchen, um nahe bei den Menschen zu sein. Ja, wir brauchen auch in Deutschland einen Gemeindefinder wie z.B. A Church near you – aber was, wenn kirchenferne Menschen zur Gemeinde vor Ort kommen und auf eine Realität stoßen, die nicht wertschätzend ist. Wenn wir digitale Strukturen zur niederschwelligen Kontaktaufnahme wollen, müssen die dazu korrespondierenden Angebote vor Ort einladend sein. Sonst ist nichts gewonnen. Leider ist oft noch ein Kulturwandel notwendig, sonst hilft das beste Digitalisierungsprojekt nicht. Mehr von diesem Beitrag lesen

Digitalisierung ist kein Sebstläufer

Dl_i1hXWsAEMVjz.jpg:largeManchmal verzweifele ich, wie kirchliche Organisation und agiles Vorgehen zusammenpassen. Da ist es hilfreich zu sehen, dass es in anderen Bereichen ähnliche organisatorische und strukturelle Probleme gibt. Digitalisierung ist kein Selbstläufer. Ich habe mich sehr gefreut, am Samstag auf dem Landespsychologentag NRW das   Einstiegsreferat  halten zu dürfen. Aus einer Außenperspektive konnte ich aus meinem Erfahrunsghorizont Impulse geben und gleichzeitig in den Workshops und Präsentationen sehen, wie Digitalisierung sich im psychologischen und psychotherapeutischen Bereich entwickelt. Mehr von diesem Beitrag lesen

Social-Media-Müdigkeit oder einfach Erholung im Urlaub?

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Kinder fotografieren mit Instagram-Augen, Sightseeing geht nur mit der Kamera. Statt einen Passanten vor einer Sehenswürdigkeit um ein Foto zu bitten, wird der Selfie zum Familienfoto fürs Urlaubsalbum. Smartphones und Social Media lassen sich aus dem Alltag nicht wegdenken. Statt Dumont-Reiseführer mitzuschleppen, lieber mobil den Detail-Artikel auf Wikipedia aufrufen und die lateinische Inschrift schnell online nachschlagen. Statt immer die schwere Spiegelreflex dabei zu haben, lieber ein Foto mit der erstaunlich guten Kamera des Smartphones, das man sowieso in der Hosentasche dabei hat. Statt Falkstadtplan lieber die Karten-App mit Fußgänger-Navi in der unbekannten Stadt. Mehr von diesem Beitrag lesen

Uomo in mare – Mann über Bord: Jeder hat einen Namen

20180729_120757Sommerurlaub in Oberitalien. Als wir gen Süden aufbrachen, war die sogenannte Flüchtlingskrise das  alles bestimmende Thema in der deutschen und europäischen Politik. Die neue rechte  Regierung in Italien weigert sich, gerettete Flüchtlinge auf Schiffen von Hilfsorganisationen an Land zu lassen. Meine Italienisch-Kenntnisse reichen nicht aus, um der politischen Diskussion in Italien folgen zu können, mich erreichen nur die Bilder der Medien aus Deutschland.

Die Flüchtlingskrise findet für Touristen in Oberitalien nicht statt, außer man sieht genauer hin. An den kiesigen Stränden des Garda-Sees verkaufen Afrikaner Damenhandtaschen und Sonnenbrillen, Afrikanerinnen bieten an, Mädchen Zöpfe zu flechten. Ob sie Flüchtlinge oder Migrantinnen und Migranten sind, wer weiß? Wer kann das auch differenzieren? Sind es mehr, als wir vor zwei Jahren in Italien waren? Ich weiß es nicht.

Zwei Erfahrungen, die mich nachdenklich machen: Mehr von diesem Beitrag lesen

Sprachassistenten und Nutzerorientierung: Die Website wird (un)wichtiger

 

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Sprachassistenten werden immer wichtiger, Websites als Ausspielkanal verlieren an Relevanz. Diese Technologie setzt sich schneller durch, sie erreichen früher dieselben Nutzerzahlen als PCs, Handys, iPods und Smartphones bei ihrer Markteinführung. Diese Entwicklung muss auch kirchliche Online-Kommunikation berücksichigen. Weiter wie bisher in regelmäßigen Intervallen einen Relaunch der Website aufsetzen, geht nicht mehr. Neben Sprachassistenzsystemen gibt es Social Media, worüber sich Menschen Inhalte erschließen, ohne sich zur Website durchzuklicken. Einen Relaunch der Website zu planen, ist zu kurz gesprungen, es geht um Planung und Umsetzung einer digitalen Kommunikationsstrategie. Benutzergruppen und Kanäle differenzieren sich aus, one-size-fits-all geht nicht mehr. Zielgruppenorientierung ist daher ein Schlüsselwort. Mehr von diesem Beitrag lesen

„Your church is already digital“ – Interview with Tim Hutchings

At the end of ECIC Conference in London, I had the chance to interview Tim Hutchings, author of the book „Creating Church Online: Ritual, Community and New Media“, on how churches are becoming digital.

There is a discussion on social media in Germany about the digital church. You are looking at it from a broader international perspective. What is a digital church?

I really had to think about it in my research because when I was starting my academic research we would talk about online and offline as obvious concepts and so I would talk about online church and offline church but as soon as I started writing I realized that there aren’t any offline churches now. Even if your church doesn’t have a website what if there’s somebody in the congregation who is using social media? What if there’s someone in the congregation who has internet access but they’re not using that to discuss Christianity but they still have that access. Many people have got a smartphone in their pocket which might be digitally connected all the way through the service. So every church is digital all the time and the question is not what does it mean to be a digital church but how do you use the digital dimension that your church has already got to further your mission in the community.

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Alexa im Kirchendienst – Tag 2

Zweiter Tag mit Alexa im Landeskirchenamt. Ich komme ins Büro, als erstes schalte ich Alexa an, es blinkt der blaue Ring, Alexa braucht leider etwas Zeit, bis die Internetverbindung über Freifunk steht.

Meine erste Frage: Alexa, was gibt es Neues? Alexas Antwort ist eine Geschichte über einen Hund in Madrid auf Facebook. Alexa, stop. Ich frage gezielt nach Nachrichten. Alexa antwortet mit der Tagesschau in 100 Sekunden. Später probiere ich es wieder, Alexa, was gibt es Neues? Diemal antwortet Alexa direkt mit der Tagesschau. Alexa hat also etwas gelernt. Nun möchte ich Gebete finden. Ich frage Alexa nach dem Vaterunser und dem Glaubensbekenntnis.  Die Antwort:  ich solle mir ein Abo bei Audible holen. Also Fehlanzeige. Mehr von diesem Beitrag lesen