Alan Turing und theologische Anthropologie

Enigma (By Punishar (File:Enigma 07.jpg) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons)

Enigma (By Punishar (File:Enigma 07.jpg) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons)

Der britische Mathematiker Alan Turing (1912 – 1954) war einer der Pioniere der Informatik, die Turing-Maschine, der Turing-Test und die Church-Turing-These sind nach ihm benannt. Mit Digitalisierung und Informatisierung unserer Gesellschaft stellt sich daher die Frage neu, was macht den Menschen zum Menschen, wenn Maschinen Künstliche Intelligenz besitzen und dem Menschen überlegen sein können. Lässt Big Data Analytics menschliches Verhalten vorhersehbar machen und beraubt den Menschen seiner Freiheit? Mehr von diesem Beitrag lesen

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Datenschutz versus Kommunikation des Evangeliums?

FireShotCapture002Mutig und pointiert beschreiben die zwei Kollegen und eine Kollegin aus Westfalen, wie der kirchliche Datenschutz ihre Arbeit einschränkt und beklagen, dass ein lebensfremder Datenschutz die Folge sei, wenn man „Juristinnen und Juristen und Techniker(n)“ [sic! Gibt es keine Technikerinnen?] das Feld überlasse:

Eine Kirche, die diesen Auftrag ernst nimmt, tummelt sich auch im Digitalen dort, wo die Menschen unterwegs sind. Sie setzt auf etablierte Plattformen, statt proprietäre Lösungen zu entwickeln, die anschließend im Regal verschimmeln. Sie verbreitet die beste Botschaft der Welt über reichweitenstarke digitale Kanäle.

Es könnte so einfach sein. Wäre da nicht der kirchliche Datenschutz, der diesem Vorhaben einen dicken Knüppel zwischen die Speichen wirft.

Sorry, aber das kommt dabei heraus, wenn Juristinnen und Juristen und Techniker allein die Rahmenbedingungen für das kirchliche Leben determinieren. Und lässt man es zu, dass sie ihre Positionen gegenüber kirchenleitenden Menschen artikulieren, die – mit Verlaub – in der Regel über wenig substanzielles Detailwissen verfügen, wird widerspruchslos ein neues EKD-Datenschutzgesetz beschlossen, das die Position des Datenschutzbeauftragten als Aufsichtsbehörde stärkt und mit umfangreicheren Rechten und empfindlichen Durchgriffsmöglichkeiten ausstattet. Dabei gäbe es digital affine Menschen in den Reihen der Kirche, die sicherlich gerne als Expertinnen und Experten zur Verfügung stünden.

Ich kann die Beschreibung der Lage gut nachvollziehen, würde aber andere Konsequenzen ziehen. Mir ist es nicht ersichtlich, warum es überhaupt ein eigenes kirchliches Datenschutzrecht gibt. Ich bin Theologe und Informatiker, kein Jurist, daher nur als Frage und nicht als Aussage: gäbe es kein eigenes kirchliches Datenschutzgesetz, würde das staatliche Datenschutzrecht gelten, hätte die Kirche dadurch etwas verloren? Ich denke nein. Oder die Kirche könnte einfach staatliches Recht übernehmen, wie sie es in anderen Bereichen auch tut. Mehr von diesem Beitrag lesen

Digital Media Revolution – Challenges for Church Communication

Herausforderungen für kirchliche Medienarbeit

Herausforderungen für kirchliche Medienarbeit

Der Titel und das Thema war auf Englisch vereinbart, kurzfristig habe ich den Vortrag dann doch auf Deutsch mit polnischer Übersetzung gehalten. Zum 20-jährigen Jubiläum der ökumenischen Redaktion beim zweiten polnischen Fernsehen TVP2 durfte ich am 23.11.2017 in Warschau über die Digitalisierung und die Herausforderung für die kirchliche Kommunikation sprechen. Mit einer Außenperspektive solch einen Vortrag zu halten, gibt mir die Möglichkeit, stichwortartig zu überdenken, wo wir selber stehen und wie wir die Herausforderungen im Rheinland, in Deutschland und in Polen meistern können.

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Refugee Reporting: wie wir die Erzählung verändern können

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Wir haben keine Flüchtlingskrise, sondern Menschen, die bei uns Zuflucht suchen und die wir aufnehmen. Damit dies in unserer Gesellschaft gelingen kann, müssen wir gegen die Bilder einer Krise und Bedrohung die Bilder von Chancen setzen.  Dazu müssen wir verstehen, wie Medien über Flüchtlinge berichten. Deshalb haben wir die Studie „Refugees Reporting. Changing the Narrative“ unterstützt. Für Flüchtlinge einzutreten heißt für uns nämlich auch, sich für ihre Kommunikationsrechte einzusetzen, dass sie nicht nur Objekt der Berichterstattung sind, sondern in den Medien selber zu Gehör kommen.

So schreibt Präses Manfred Rekowski in seinem Blog und gibt damit das Eingangsstatement wieder, mit dem gestern die Pressekonferenz zur Vorstellung des Berichtes „Refugees Reporting: Changing the Narrative“  im Brüssseler Presseclub eröffnet wurde.

Dieser Bericht ist das Ergebnis einer Medienbeobachtung und –analyse in sieben europäischen Ländern und einer Konsultation mit Vertreterinnen und Vertretern aus Flüchtlingsnetzwerken und Medien. In der Steuerungsgruppe durfte ich die Erarbeitung des Berichtes und der Empfehlungen begleiten.

Bei der Begleitung dieses Projektes gab es natürlich auch für mich einige Entdeckungen.

  • In der Berichterstattung über Flüchtlinge erscheint „Flüchtling“ oft fast ein Beruf zu sein, denn das einzige biografische Detail, das oft berichtet wird, ist das Herkunftsland, aus dem der Flüchtling stammt. Welche Fähigkeiten, Begabungen und Erfahrungen Flüchtlinge haben, kommt in der Berichterstattung fast nicht vor. Dabei gäbe es sehr interessante Geschichten zu erzählen, das erlebte ich persönlich bei der Konsultation im September bei der Erarbeitung der Empfehlungen.
  • Frauen sind in der Medienberichterstattung deutlich unterrepräsentiert, auch das prägt die öffentliche Meinung.
  • Auch Medienberichterstattung, die von Sympathie geprägt ist, kann Flüchtlinge in eine Opferrolle bringen; sie werden zum Gegenstand mitfühlender Berichte, aber sind keine Subjekte, die selbst ihre Geschichten erzählen.
  • Obergrenze, Flüchtlingsflut – gegen mit solchen Begriffen verbundene sprachliche Bilder müssen wir positive Bilder setzen.

Dazu nochmals Präses Rekowski auf der Pressekonferenz:

Dies gelingt am besten, wenn wir die Menschen zu Wort kommen lassen, die bei uns angekommen sind, anstatt nur über sie zu reden, denn sie bereichern unsere Gesellschaft.



Video von der Präsentation des Berichtes im Brussels Press Club, hier die Einführung und Darstellung der wichtigsten Ergebnisse

Gott – Freiheit – Welt: Jubileusz Reformacji in Polen

Festgottesdienst in der Warschauer Trinitatiskirche

Festgottesdienst in der Warschauer Trinitatiskirche

Auf Polnisch und Englisch lädt dieses Motto zu den Reformationsfeierlichkeiten ein. Gegenüber dem sonst gebräuchlichen Dreiklang „Gott – Ehre – Vaterland“ setzt sich die polnische evangelische Kirche ab, statt Nation und Ehre setzt sie Freiheit und Weltverantwortung und gibt sich durch die englische Übersetzung europäisch.

Reformationsmotto
Reformationsmotto: Gott – Freiheit – Welt

Rund 70.000 Gemeindeglieder hat die evangelische Kirche Augsburger Bekenntnisses in Polen  (Kościół Ewangelicko-Augsburski w Rzeczypospolitej Polskiej), das sind rund 0,2 Prozent der polnischen Bevölkerung. Wenn auch zahlenmäßig klein, hat diese Kirche das 500-jährige Jubiläum der Kirche groß in Warschau gefeiert. Schon auf den Anzeigetafeln in Bussen und Straßenbahnen sah man das Logo des Jubiläums und die Einladungen zu den Veranstaltungen von Freitag, 27.10. bis Sonntag 29.10.2017. Mehr von diesem Beitrag lesen

Podcast im Selbstversuch: Kirchensendungen auf Spotify?

Android Auto

Android Auto

Der Einbruch ins Auto und der Diebstahl des eingebauten Navis mit Autoradio in der Nacht vor dem Urlaub machten mich zum Podcasthörer im Auto. Für das ausgesuchte Ersatzgerät gab es Lieferengpässe, daher hatte ich für sechs Wochen nur ein Smartphone mit Bluetooth-Lautsprecher im Auto. Mehr von diesem Beitrag lesen

Social Media im Kirchenkreis: wer schaltet was?

35997159470_f6813b8dfe_kBin heute am Vormittag bei den bergischen Öffentlichkeitsreferentinnen und -referenten zum Thema Social Media im Kirchenkreis eingeladen. Hier einige Gedanken zum Gesprächsauftakt: Mehr von diesem Beitrag lesen

Refugees Reporting: Diese Stimmen müssen gehört werden

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Zurzeit führen CCME und WACC Europe eine Studie zur Medienberichterstattung über Flüchtlinge durch. Als WACC-Vertreter durfte ich vorgestern an einer Konsultation zu dieser Studie teilnehmen. Die Ergebnisse der Studie werden am 16. November in Brüssel vorgestellt. Beim Treffen ging es darum, die vorläufigen Ergebnisse dieser Medienuntersuchung mit Journalistinnen, Journalisten und Flüchtlingen zu interpretieren und Folgerungen daraus zu ziehen. Mehr von diesem Beitrag lesen

Beacons & Chatbots: Welcome Brave New World

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Die dmexco ist die weltweit größte Fachmesse für digitales Marketing & Werbung, sie findet seit seit 2009 jährlich in Köln statt. Nach fünf Jahren war ich wieder dabei, der zeitliche Abstand zwischen den Besuchen hilft, Entwicklungen deutlicher wahrzunehmen. Was vor fünf Jahren ein Buzzword war, gehört heute zum Fachjargon und ist Alltag im Marketing geworden.

Big Data stellt die großen Zusammenhänge dar, User Tracking (am besten als Cross Device und Cross Plattform Tracking) identifiziert Nutzerverhalten auf den verschiedenen Endgeräten und blendet individuell passende Werbung am Smartphone, Tablet und Büro-PC ein, die Werbenetzwerke kennen und erkennen den User in verschiedenen Kontexten. Das ist heute Normalität, vor fünf Jahren war Werbung auf mobilen Endegräten noch kein Standard. Mehr von diesem Beitrag lesen

Die gläserne Familie? – Gedanken zum Datenschutz

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„Papa, Papa, ich habe ein ‚musical.ly‘ gemacht, kann ich das online stellen?,“ so fragt die zehnjährige Tochter ihren Vater, als er nach Hause kommt. Neben ihr steht die Freundin, mit der sie gemeinsam das Musik-Video aufgenommen hat. Eine nicht untypische Momentaufnahme einer Familie, die eine musikbegeisterte Tochter im Teenager-Alter hat, und die deutlich macht, welche Komplexität das Thema Umgang mit personenbezogenen Daten in Familien haben kann.

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