Ausblick auf die Kirche nach Corona — ein Rückblick auf die ECIC25

Zum 25. Mal trafen sich vor kurzem Internetbeauftragte europäischer Kirchen zur European Christian Internet Conference (ECIC). Zum ersten Mal war die ECIC pandemiebedingt digital und fand als Videokonferenz statt, Thema war Kirche nach Corona.

Avatare in virtuellen Welten

Real Life Avatare im T-Systems Innovation Center
Real Life Avatare im T-Systems Innovation Center

In der ersten Session begrüßte Andreas Droste die Teilnehmer*innen als Real Life Avatar aus dem T-Systems Innovation Center. Der Innovation Center in München schloss wegen der Corona-Pandemie für Besucher*innen, wurde aber in Virtueller Realität (VR) nachgebaut. Man kann ihn nun als Avatar besuchen und Innovation über VR unmittelbar erleben. Für die ECIC wurde Andreas Drostes Avatar als virtuelle Kamera nach Zoom eingespielt, ich durfte ihn bei der Erkundungstour durch das Center begleiten.

Dabei nahm ich als Real Life Avatar in der VR teil, gleichzeitig war ich aber zusätzlich auch als Teilnehmer in Zoom präsent. Ich hatte mir für Zoom den Innovation Center als virtuellen Hintergrund ausgesucht. Bewusst hatte ich auch dasselbe Hemd gewählt, das auch mein Avatar trägt. Als ich mich im Gesicht einmal mit der Hand kratzte, war ich jedoch irritiert. Ich sah diese Handbewegung nicht auf dem Bildschirm. Dann realisierte ich es: Ich hatte auf meinen Avatar in Zoom geblickt und nicht auf das Bild meiner Webcam. Die Handbewegungen des Avatars werden aber (sofern man keine Controller dazu nutzt) von Künstlicher Intelligenz gesteuert, daher machte der Avatar meine Handbewegung nicht nach. In meiner Wahrnehmung jedoch war ich der Avatar, daher meine Irritation, dass sich der Avatar anders bewegte als ich. Dieses Beispiel verdeutlichte für mich erneut, was Immersion bedeutet: Wir erleben den Avatar so wie wir uns selbst.

Virtuelle Welten sind für Kirche nichts Neues, schon in Second Life gab es Kirchengebäude. Der finnische Pfarrer Markus Kartono ist schon länger in Online-Welten als Seelsorger unterwegs. Eines seiner Projekte stellte er auch auf der ECIC vor. Auf Sansar, einer 3D- Plattform von Linden Labs, bekannt auch als Betreiber von Second Life, bietet er als Avatar Meditationen an.

Meditationsangebot auf Sansar

#DigitaleKirche während und nach Corona

Illona Nord und Thomas Schlag stellen die CONTOC-Studie vor. Ein Satz, der mir aus ihrer Präsentation nachgeht:

CONTOC has shown that diaconia is hardly existent in the congregations. Digital forms auf communication need to bedeveloped to mitigate or counteract social inequality.

Zu Beginn der Corona-Pandemie lag der Fokus zunächst darauf, Gottesdienste digital zu ermöglichen. Digitale Diakonie blieb bei Gemeinden auf der Strecke, so die Studie. Wie kann #digitaleKirche sich hier engagieren?

Heidi Campbell brachte in ihrer Keynote die globale bzw. nordamerikanische Perspektive ein.

Nach ihrer Ansicht spiegelt die #digitaleKirche auch digitale Kultur wider. Kirche, wenn sie sich digital aufstellt, ist dezentralisiert, fluid, dynamisch und vernetzt.

Auf jeden Fall aber stellt die digitale Kirche Führungs- und Machtstrukturen in Frage, denn digital ist Kirche von unten nach oben aufgebaut, also bottom-up statt top-down.

KategorienAllgemein

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