SMG to go: Rückblick und Update

Es gibt mittlerweile vieles “to go”, den bekannten Kaffee, aber auch andere Lebensmittel, “to go” scheint ein Synonym für “zum Mitnehmen” geworden sein. Klar, der To-go-Kaffee geht nicht, er bewegt sich nichtmals, sondern wird getrunken. Bei Social Media Guidelines – kurz – SMG – ist es ähnlich, sie gehen nicht, allerdings gilt für ihre Erstellung: “Der Weg ist das Ziel”, was bekanntlich schon Konfizius sagte. Viel ist erreicht, wenn man sich in einer Einrichtung darauf einlässt, gemeinsam zu erarbeiten, was bei Social Media Kommunikation zu beachten ist.
Das geht eben nicht nicht par ordre du mufti, solche Guidelines zu verfügen oder mit Copy & Paste sie sich im Web zusammenzuklauben, sondern man muss sie in einem Prozess erarbeiten. Hat man am Ende eines solchen Prozesses diese dann in den Gremien verabschiedet, kann man sie nicht abheften, sondern muss sie regelmäßig updaten, sofern sie nicht nur abstrakte Allgemeinplätze enthalten. Das Social Web verändert sich schnell, technische Veränderungen können z.B. datenschutzrechtliche Konsequenzen haben, die dann ein anderes Verhalten erfordern. Daher: Das Social Web ist in Bewegung, deshalb sind auch Social Media Guidelines nicht in Stein gemeißelt, sondern eben “to go”.

Kürzlich erhielt ich eine Anfrage: „Kennen Sie einen Referenten, der zu unserem Vorstandsworkshop kommen kann, denn wir wollen auf der Tagung Social Media Guidelines beschließen.“ Den Referenten habe ich empfohlen, in der Hoffnung, dass er dem Vorstand darlegt, dass man so eben keine SMG erarbeiten kann.

Im Folgenden daher ein Update, wo wir in der Rheinischen Kirche mit unseren SMG stehen.

In dieser Woche haben wir unseren Entwurf der SMG veröffentlicht, mit dem wir in die Gremienberatung gehen werden.

Vor einem knappen Jahr haben wir mit dem Prozess begonnen, SMG zu erarbeiten. Innerhalb des Landeskirchenamtes haben wir aus den Abteilungen bzw. Dezernaten (Schule, Bildung, Recht, Personal, Seelsorge, Datenschutz, IT-Recht Presse/Öffentlichkeitsarbeit) zu einem Konsultationstreffen eingeladen und einen Aufschlag gemacht.

Das Ergebnis: Wir machen SMG für alle Mitarbeitenden in der EKiR: PfarrerInnen, LehrerInnen, JugendleiterInnen etc und schließen dabei ehrenamtlich Mitarbeitende ein. Wir fangen nicht bei Null an, die SMG der Deutschen Bischofskonferenz können uns als Ausgangspunkt dienen, wir sichten aber auch Guidelines aus der europäischen Ökumene. Wir binden die Netzcommunity in einen transparenten Prozess der Erarbeitung der SMG ein. Neben Guidelines bedarf es gleichzeitig auch entsprechender Fort- und Weiterbildungsangebote, um Medienkompetenz fördern

Als sehr positiv erwies es sich, dass die westfälische Landeskirche zeitlgleich  auch SMG erarbeiten wollte und über den Medienbeirat der NRW-Kirchen verabredet wurde, diesen Prozess gemeinsam zu gehen, also gemeinsame Social Media Guidelines für die Landeskirchen Rheinland, Westfalen und Lippe zu erarbeiten.

Die Einbindung der kirchlichen Netzcommunity erreichten wir, indem wir über Blogs, Facebook und Twitter zur Mitarbeit an einem offenen Google-Dokument http://www.ekir.de/url/xPQ einluden.

Auch ohne Registrierung und anonym konnte man am Dokument mitschreiben, bemerkenswert: es gab keinen Vandalismus, wir mussten an keiner Stelle über die Versionskontrolle auf einen vorangegangen Zustand zurückdrehen.

Ergänzend gab es dazu auch eine Diskussion in der Kohlenstoffwelt an einem offenem Social Media Round Table: https://www.facebook.com/events/393233417408593/

Der so erarbeitete Text wurde von den Internetbeauftragten der beiden großen NRW-Kirchen redaktionell sortiert und redigiert: www.ekir.de/url/4Ag

Mit dem so erarbeiteten Text gehen wir nun in die Gremien der Landeskirchen zur Beratung und Beschlussfassung, dabei werden sicherlich noch weitere Abstimmungsprozesse laufen. Im Textentwurf steht ein Platzhalter für einen Link, der auf ein Datenschutzpapier verweisen soll. Ob dies per Link geht oder ob ausführlicher Datenschutzaspekte noch eingearbeitet werden können, dazu laufen gerade Klärungen mit der entsprechenden EKD-Referentenkonferenz.

Wichtig war und ist Transparenz  die Möglichkeit der Partizipation während des gesamten Prozesses, denn nur so können die SMG Akzeptanz gewinnen.

PS: Dieser Blogpost wurde noch gerade rechtzeitig zur Didacta fertig, denn dort sind auf dem Kirchenstand SMG morgen das Thema. Und die Präsentation dazu gibt es hier schon vorab als Präsentation SMG Didacta

PPS: @Matthias Jung: Natürlich sind die Partitipatzionsmöglichkeiten gemeint, habe ich auch so nun geändert. Danke.

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4 Responses to SMG to go: Rückblick und Update

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  4. Es war und ist ein interessanter Prozess, der mir Mut macht, solche „offenen“ Gestaltungsprozesse auch an anderen Stellen in Kirche anzuregen. Wir denken oft noch so sehr in „Zuständigkeiten“, die zu „klären“ sind…

    Klar müssen die SMG regelmäßig überarbeitet werden, fragt sich nur wie. Die Frage tauchte gestern Abend auch in der Diskussion in meiner Gemeinde über die Gemeindekonzeption auf. „Eigentlich“ müsste ständig dran weitergeschrieben werden, aber das überfordert alle. Meine Phantasie wäre für Konzeptionen, dass man offene Diskussionsprozesse übers Netz jederzeit laufen lässt und dann eben in gewissen Abständen die offizielle Fassung ändert. Allerdings müsen solche Prozesse auch moderiert werden und da haben wir wieder das Ressourcenprobelm. Denn theoretisch (eigentlich auch praktisch) stecke ich in dutzenden von Arbeitszusammenhängen, die alle ihre Konzeptionen haben…

    Den letzten Satz mit der Transparenz finde ich sachlich ungenau. „Transparenz“ ist so ein Modewort, gleichzeitig Totschlagargument, weil oft unklar ist, was gemeint ist. Gibt ja auch die These, Transparenz sei das Gegenteil von Vertrauen und da ist ein Körnchen Wahrheit dran 😉 Wenn ich für mich in deinem Satz „Transparenz“ durch „Partizipationsmöglichkeiten“ ersetze, kann ich ihm eher zustimmen. 🙂 Viel Spaß auf der Didacta!

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