Digitale Seelsorge: Sicher und nah? Geht das überhaupt?

Gut einem Jahr nachdem der erste Patient in Deutschland mit Corona infiziert wurde, ist Deutschland zum zweiten Mal in einem Lockdown, auch wenn er sich gerade lockert. Die Verlagerung von Präsenzbegegnungen ins Digitale umfasst alle anderen Bereiche kirchlichen Lebens, darunter auch Seelsorge. Was wir gelernt haben: Digital ist nicht gleich digital. Außerdem: Digitalität wird sehr unterschiedlich erlebt und wahrgenommen.

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Seelsorge als Videokonferenz? Wir müssen es endlich ausprobieren (nicht nur wegen Corona)

Webcam (Asim18 / CC BY-SA)
Webcam
Seelsorgegespräche als Videokonferent mit Webcam

Es ist an der Zeit, Seelsorge als Videokonferenz durchzuführen. Eigentlich sind Seelsorgegespräche über Internet nichts Neues. Bereits 1999 führte Matthias Jung, Pfarrer am Niederrhein, die Taufvorbereitung per E-Mail durch. Die erwachsene Taufinteressierte aus Ostdeutschland war über das Internet auf ihn aufmerksam geworden und hatte Kontakt geknüpft. Die Taufgespräche führte Matthias Jung über E-Mail, die Taufe fand dann in der Gemeinde des Pfarrers statt. Damals war es noch etwas Ungewöhnliches, die Presse berichtete über diese “Cybertaufe“.

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Seelsorge, Social Media und Schule

Social Media Apps auf dem Handy

Letzte Woche durfte ich einen Vormittag auf einer Fortbildung für Schulseelsorgerinnen und Schulseelsorger zum Thema Social Media gestalten.
Zunächst Daten und Zahlen, die Online-Nutzung bei Jugendlichen steigt kontinuierlich,  ein guter Gradmesser ist die ARD/ZDF-Onlinestudie 2016: „Seelsorge, Social Media und Schule“ weiterlesen

WhatsApp-Seelsorge: The Times They Are a-Changin’

WhatsApp-Seelsorge


Geht Seelsorge auf WhatsApp? Sieht man sich kirchliche Social Media Guidelines an oder liest das EKD-Datenschutzgesetz, kommt fast reflexartig die Antwort „Nein“. So habe ich bis vor kurzem auch immer geantwortet, wenn ich gefragt wurde. Aber die Zeiten ändern sich.
Wenn aber jemand darauf bestand, WhatsApp doch zu nutzen, etwa um bei Einsätzen der Notfallseelsorge zu informieren, war bisher mein Vorschlag immer, über WhatsApp eine Nachricht zu versenden, mit dem Hinweis, die E-Mails abzurufen (die verschlüsselt verschickt werden). Eine WhatsApp-Nachricht des Inhalts, die eigenen Mails abzurufen, enthält keine personenbezogenen Daten, fällt damit somit nicht unter das Datenschutzgesetz und ist daher zulässig. Die Kombination WhatsApp-E-Mail ist zwar ein Umweg, aber zumindest im beruflichen Kontext gangbar, wenn WhatsApp auf jeden Fall genutzt werden soll.
In anderen Kontexten ist dies aber nicht praktikabel, da es umständlich ist und z.B. im Umgang mit Klientinnen und Klienten in der Regel keine gesicherte E-Mail zur Verfügug steht. Daher bisher immer der Hinweis: Keine seelsorglichen Kontakte mit WhatsApp.
In der letzten Zeit haben sich jedoch bei WhatsApp zwei Dinge grundlegend verändert.

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Digitale Seelsorge: Nicht mehr ob, sondern wie

Digitale Seelsorge
Digitale Seelsorge


Seelsorge ereignet sich im persönlichen Gespräch zweier Menschen, in diesem Sinne ist sie immer analog: Ein seelsorgliches Gespräch kann nicht auf eine Abfolge von Nullen und Einsen reduziert werden. Allerdings erfasst die Digitalisierung immer mehr Bereiche unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Der englische Begriff „cyberpsychology” beschreibt die psychologischen Herausforderungen durch Online-Interaktionen und die Möglichkeiten, im Web auch therapeutisch zu agieren. Auch die Seelsorge kann sich der Lebenswelt von Social Media und Internet öffnen. Sie muss es sogar, wenn sie nicht Menschen ausschließen will, deren Lebensbezüge durch Online-Kommunikationsformen geprägt werden. Digitale Seelsorge in diesem Sinne verstanden ist nicht nur eine Möglichkeit, sondern sollte eigentlich zum Pflichtprogramm für Kirche und Diakonie gehören.

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Online-Seelsorge – wie geht das sicher? – Ein Diskussionsbeitrag

Seelsorge geht auf Menschen zu und sucht sie auf, wo sie sich aufhalten. Heute nutzen viele, gerade auch junge Menschen die Kontaktmöglichkeiten, die soziale Netzwerke bieten. Sie nehmen dort Kontakte auf und bleiben dort auch. Das bedeutet: Es ist Aufgabe der Kirche dort präsent zu sein. Andererseits stellt die Nutzung z. B. von Facebook vor nicht zu unterschätzende Datenschutzprobleme, für die sowohl aus juristischer wie aus seelsorgepraktischer Sicht nach Lösungen gesucht werden muss. Hier geht es um eine Vereinbarkeit von Datenschutz einerseits und niedrigschwelligem Zugang andererseits. Die für Online-Seelsorge und -Beratung eingesetzten technischen Lösungen müssen für Ratsuchende einfach zu bedienen sein, so dass die Technik keine neue Hürde oder Barriere darstellt. Die Vertraulichkeit der Kommunikation sollte allerdings nicht nur durch technische Maßnahmen sichergestellt sein, sondern die Geschütztheit der seelsorglichen Kommunikation sollte sich auch in der Benutzererfahrung widerspiegeln; Nutzerinnen und Nutzer sollten einen geschützen Raum für Online-Kommunikation erleben, in dem Seelsorge und Beratung geschieht. „Online-Seelsorge – wie geht das sicher? – Ein Diskussionsbeitrag“ weiterlesen

Online-Seelsorge et alia

Online-Seelsorge
Online-Seelsorge (Klick öffnet PDF-Datei)

Stichwort-Sammlung für einen Vortrag für die in der  Seelsorge-Fortbildung Verantwortlichen  im Gemeinsamen Pastoralkolleg in Villigst.
Diese Folien sollen einen ersten Überblick geben und Schlaglichter werfen auf die Aspekte der Online-Seelsorge, die bedachtet werden müssen. „Online-Seelsorge et alia“ weiterlesen

Seelsorge in Facebook – eine Problemanzeige

Diese Diskussion zu Seelsorge in Facebook ergab sich am Rande der Sitzung Web 2.0 vorgestern in Stuttgart, zu der ich als Gast freundlicherweise eingeladen war. Ich bin durch die Position von Tobias Schneider ins Nachdenken gekommen, Ich danke ihm, dass er seine Argument aufgeschrieben hat. Ich halte diese Diskussion für wichtig, auch wenn, oder gerade weil ich anderer Meinung bin. Zunächst aber die Position von Tobias Schneider, bevor ich darauf antworte. „Seelsorge in Facebook – eine Problemanzeige“ weiterlesen