Genial oder verzweifelt: Privatsphäre durch Facebook-User sichern?

Heute morgen entdeckte ich diesen Post auf meiner Facebook-Seite, der mich irritierte und zum Nachdenken bringt. Ich versuche ihn einzuordnen und zu verstehen.

Privatsphäre sichern

Privatsphäre sichern

Spricht hier die Verzweiflung? Jemand merkt, Kontakte von Kontakten kriegen durchaus etwas Privates aus seinem Leben mit, was er/sie eigentlich nur mit engen Freunden teilen möchte? Fehlt das tiefere Verständnis von Facebook? Wenn etwas im privaten Rahmen bleiben soll, teile ich es nicht auf Facebook mit.  Oder Ärger über Facebook? Man kommt nicht an Facebook vorbei, aber es sollte eigentlich anders funktionieren. Oder ist es einfach genial: Man bittet Bekannte, Unbekannte, etwas mehr oder weniger Bekannte, Privatheit zu respektieren, die Facebook eben nicht respektiert.

Eins wird mir auf jeden Fall deutlich: Wer diesen Post verfasst hat, der/die traut flüchtigen Bekanten oder völlig Fremden mehr in puncto Datenschutz zu als dem Unternehmen Facebook. Das ist bezeichnend und die tieferliegende Botschaft dieses Posts?

Ob die Idee sich umsetzen lässt oder völlig an der Realität vorbeiläuft. Wer weiß? Manchmal ist ein Augenblick da  – da entsteht eine Bewegung. Was meint Ihr?

Und wer nochmals nachdenken will, hier der Post als Text (gerade wegen Barrierefreiheit wollte ich den Post auch als normalen Text und nicht nur als Grafik dokumentieren) – lest ihn nochmals, denkt darüber nach und gebt mir Euer Feedback.

Ich bin unsschlüssig.

An alle meine FB Kontakte, eine Bitte: Mit den FB Veränderungen bekommt man Dinge von Menschen mit, die nicht in der eigenen Kontaktliste sind, nur weil dein Kontakt etwas kommentiert oder ein „like“ setzt. Ich will nicht, dass Leute, die NICHT meine Kontakte sind, meine Sachen lesen bzw. sehen können.
Da ich die Konfiguration von Facebook nicht ändern kann, bitte ich DICH!
Bitte geh mit der Maus über meinen Namen (ohne zu klicken), warte auf das Fenster, wo unten ein Feld mit „Freunde“ erscheint, setze den Mauszeiger auf „Friends“ (auch ohne zu klicken), und klicke auf „Einstellungen“, bei „Kommentare und Like“ das Häkchen ✓ entfernen, sodass meine Tätigkeiten unter meinen Freunden bleibt und nicht allgemein bekannt wird. Tausend Dank! Wenn du willst, dass ich das gleiche mit deinem Profil mache, klick „gefällt mir“! Und wenn dich deine Privatsphäre auch interessiert, setze diesen Text in deine Statuszeile! VIELEN DANK

PS: Ich poste diesen Blogbeitrag auch auf Facebook. Ich weiß nicht, ob der/die (lassen wir ihn/sie wenigstens auch in Bezug auf das Geschlecht anonym) Verfasser/-in dieses Facebook-Posts mich auch so herausfiltert, wie er/sie vorschlägt und ob er/sie auf Facebook von diesem Blogbeitrag erfährt. An ihn/sie jedenfalls der Dank, mich zum Nachdenken gebracht zu haben. Ich hoffe, die Unkenntlichmachung hier reicht aus. Aber wer sich auf Facebook wagt, bleibt nie vollständig anonym, das weiß er/sie auch, sonst hätte er das nicht geschrieben.

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3 Responses to Genial oder verzweifelt: Privatsphäre durch Facebook-User sichern?

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  2. Die Meldung ist ein Hoax, die Informationen sind (zum Glück) falsch, bzw. die entsprechenden Einstellungen bewirken genau das, was man eigentlich nicht will.

    s. hier:
    http://www.mimikama.at/hoax-meldungen/hoax-fahre-mit-der-maus-ber-meinen-namen/
    http://www.mimikama.at/facebook-tipps-und-tricks/info-zu-hallo-wie-ihr-wisst-mchte-ich-mein-fb-privat-halten-auer-mit-meinen-freunden/

    Ändert natürlich nichts daran, dass die Meldung durchaus plausibel klingt und im Bereich des für Facebook denkbaren liegt. Und auch die Beobachtungen hier dazu sind sicher zutreffend.

  3. Ismael says:

    Wer Facebook benutzt, sollte zwei Dinge wissen.

    Das erste ist, wie Facebook konzipiert ist. Nämlich als eine Art „Big Brother“ auf freiwilliger Ebene. Nutzer werden genötigt, möglichst viele persönliche Daten in einem Schneeballsystem lawinenartig zu verbreiten. So sind die Voreinstellungen ausgelegt. Wer das einschränken möchte, muss das oft sehr mühselig tun, wie du es beschrieben hast. Schnell ist ein Foto hochgeladen. Aber die Funktion, um es wieder komplett zu löschen, ist versteckt. Das ist Prinzip.

    Zweitens muss man wissen, was man eigentlich mit Facebook und vergleichbaren Portalen will. Und genau da hakt es bei vielen.

    Im Zusammenhang mit einer Jugendgruppe, die auch auf FB vertreten ist, konnte ich das beobachten. Bei 95 % dessen, was auf den Boards des jungen Gemüses zu lesen war, handelte es sich um sinnfreies Schulhofgelaber. Eines der Mädels breitete ausführlich ihren Liebeskummer aus. Nicht um Hilfe zu bekommen, sondern um es los zu werden. Ich sprach sie darauf an, dass 300 – 400 andere ihren Herzschmerz mitlesen könnten.
    „Die kenne ich ja alle, das sind ja meine Freunde!“
    Nun, ich denke, das Mädel braucht zwei oder drei gute Freundinnen im wirklichen Leben, ist auf Facebook aber schlichtweg falsch. Ihr wäre auch mit der Einschränkung der Leserechte, wie in Ralpes Blog beschrieben, nicht gedient.

    Gegenbeispiel: auch eine Jugendliche, – sie hat sich mit Pseudonym auf FB angemeldet. Keine Angaben zu Schule, kein Foto, keine Statusmeldungen über das, was sie gerade macht. Aber in Windeseile knüpfte sie Kontakte zu Menschenrechtlern in den USA, zu Umweltschützern in Indien, zu Australischen Ureinwohnern, chattete mit Gleichaltrigen in Kabul über die Zukunft Afghanistans, kontaktierte Buchautoren. Dabei hat sie nur zwei oder drei Dutzend Kontakte auf ihrer Liste.
    Sie verriet mir ihre Tricks: Gezieltes Plazieren interessanter Postings auf Gruppenseiten. „Und es gibt immer ein paar, die eine Freundschaftsempfehlung an alle ihre Kontakte rumschleudern! Und da pickst du dir die interessanten Typen raus!“
    Sie hatte das „Prinzip Facebook“ durchschaut und für ihre Zwecke ausgenutzt. Beeindruckend!

    Ich denke, um dieses Bewusstsein geht es. Wer das hat, weiß auch mit Leserechten und dergleichen umzugehen, ohne seine „Freunde“ um mithilfe bitten zu müssen.

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