User an die Macht!? – Ein Diskussionsbeitrag

Nachgedanken zur Tagung "User an die Macht?!"

Nachgedanken zur Tagung „User an die Macht?!“


Nach unserer Tagung  „User an die Macht!?“ wandte sich Wolf-Dieter Zimmermann an uns als Veranstalter mit diesen „Nachgedanken“, die wir im Folgenden dokumentieren und zur Diskussion stellen.

Wolf-Dieter Zimmermann

Wolf-Dieter Zimmermann

Wolf-Dieter Zimmermann hielt selbst einen Workshop auf der Tagung und engagiert sich ehrenamtlich für Freie Software. Seit zwei Jahren organisiert er den Linuxtreff in Mülheim an der Ruhr. Dort werden zeitgleich mit dem Repair Café einmal im Monat alte Laptops (inzwischen sind es 160 Rechner) mit dem Betriebssystem Linux und komplett Freier Software lauffähig gemacht bzw. erhalten. Mehr von diesem Beitrag lesen

Advertisements

WhatsApp in der Gemeindearbeit? Oder: Wer keine Daten verarbeitet, kann auch keine Verstöße begehen

WhatsApp

WhatsApp

Am besten keine Kinder im Gemeindehaus, dann wird es auch nicht schmutzig. Diese unausgesprochene Botschaft strahlte einer der Küster in meiner Vikariatsgemeinde aus. Je weniger Aktivitäten im Gemeindehaus, desto sauberer bleibt es.

In Bezug auf den Datenschutz erlebe ich oft eine ähnliche Einstellung. Aus Angst vor möglichen Verstößen gegen das Datenschutzrecht verbietet man die Nutzung bestimmter Netzwerke. Wer keine Daten verarbeitet, kann auch keine Verstöße begehen. Statt zu erkunden, unter welchen Umständen WhatsApp gesetzeskonform zu nutzen wäre, am besten die dienstliche WhatsApp-Nutzung generell verbieten, denn dann kann niemand wegen WhatsApp gegen das EKD-Datenschutzgesetz verstoßen. Statt über das meistgenutzte Netzwerk zu kommunizieren, kaprizieren wir uns lieber auf Messengerdienste, die  auf jeden Fall datenschutzkonform  sind, aber in der Breite nicht genutzt werden.  Prima geeignet für binnenkirchliche Selbstgespräche, aber nicht brauchbar, um andere Menschen zu erreichen.

Mehr von diesem Beitrag lesen

EuGH-Urteil: Eigentlich müssten wir die Facebook-Fanpage abschalten, aber …

fb-insightBereits im Juni hatte der Europäische Gerichsthof in einem Urteil festgestellt: „Der Betreiber einer Facebook-Fanpage ist gemeinsam mit Facebook für die Verarbeitung der personenbezogenen Daten der Besucher seiner Seite verantwortlich,” so die Pressemitteilung des Gerichtes.

Bis dahin durfte – und konnte – man davon ausgehen, dass die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Facebook und nicht durch den Betreiber der Fanpage stattfindet. Dies war auch die intern vorgetragene Argumentation vor dem Start der Fanpage der rheinischen Kirche 2012. Mehr von diesem Beitrag lesen

Mit Social Media geht mehr – wollen wir es?

FireShot Capture 097 - @raderbergundthal • Instagram-_ - https___www.instagram.com_raderbergundthal_Menschen aus einem Kölner Stadtteil zeigen Gesicht. Ein Porträtfoto im Instagramstil, dazu eine kurze Geschichte über das eigene Leben im Viertel, dann Hashtags, darunter auch der der Kirchengemeinde.

Wer sich auf Instagram dem Stadtviertel über Hashtags nähert, findet interessante Menschen aus der Nachbarschaft, die eine Geschichte erzählen und sich im Viertel und der Kirchengemeinde engagieren. Die Kölner Philippus-Gemeinde zeigt so Präsenz auf Instagram und lädt ganz niederschwellig ein. Für dieses Instagram-Projekt wurde sie mit dem Medienpreis der Evangelischen Kirche im Rheinland ausgezeichnet. Aber nicht nur über soziale Netzwerke lädt die Philippus-Gemeinde ein, auch ihr Gemeindeleben ist einladend gestaltet, auf der Website wird ein Welcome-Gottesdienst angeboten. Auch wer bisher noch nicht dazugehört, ist willkommen. Für verschiedene soziale Netzwerke lässt sich die jeweilige Zielgruppe gut beschreiben, das Instagram-Projekt nimmt die Zielgruppe junger Menschen besonders in Blick, korrespondiert aber zur Haltung der Gemeinde. Mehr von diesem Beitrag lesen

Datenmissbrauch bei Facebook: Wir haben es nicht wissen wollen

Screenshot_2018-03-21-11-14-41Man hätte es wissen können, doch wegschauen geht nicht mehr. Statt billiger Empörung über den Datenskandal bei Facebook und Cambridge Analytica ist eine sachliche Auseinandersetzung notwendig. Hier stichwortwartig einige Punkte:

Wir sind nur Gast auf Facebook – d.h. wir dürfen uns (als Institution und privat)  in unserer Kommunikation nicht von Facebook abhängig machen.

Facebooks Geschäftsmodell ist Datensammlung, um damit Dienste anzubieten.

Der Skandal um Cambridge Analytica ist daher eigentlich nicht unerwartet, sondern zeigt symptomatisch die Problematik sozialer Netzwerke wie Facebook auf. Mehr von diesem Beitrag lesen

Datenschutz bei Cloud-Anwendungen: Die sind ja alle Stalker

„Die sind ja alle Stalker“ – Datenfluss zwischen Smartwatch und Smartphone-App

Auf der Fachtagung „Leben – lieben – liken: Familie und Digitalisierung“ hielt ich einen Workshop zu „Datenschutz und Datensouveränität“. Mir war wichtig zu zeigen, dass Datenschutz anfängt, bevor ich beginne, Daten zu verarbeiten.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Social Media: Wer hat Mut? Wer darf scheitern?

Social Media Apps auf dem Handy

Social Media Apps auf dem Handy

Welche Inhalte habe ich, was sind meine Zielgruppen, in welchem Netz fühle ich mich wohl und kann gut kommunizieren? Instagram, WhatsApp, Snapchat oder doch Twitter? Oder will ich in einem ganz neuen Netzwerk der early bird sein? Außerdem spielt es sich im Orchester besser, also Akteurinnen und Akteure vernetzen. Und: Ohne Spaß geht es nicht – so die Ausschreibung des Workshops auf der Tagung Netzwerktreffen Öffentlichkeitsarbeit 2018

Mehr von diesem Beitrag lesen

Auf eines ist Verlass: Auf Facebook sind wir nur Gast

Facebook gehört das Spielfeld und es bestimmt auch die Regeln

Facebook gehört das Spielfeld und es bestimmt auch die Regeln.

Kürzlich kündigte Facebook-Chef Mark Zuckerberg an, in Zukunft werde Facebook seinen Algorithmus ändern und viel stärker Beiträge von Freunden und Familienmitgliedern anzeigen.

Der Facebook-Chef Mark Zuckerberg möchte, so schreibt er, die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Studien hätten gezeigt, dass Interaktionen mit Freunden und Familienmitgliedern das Wohlergehen fördern, daher sollen diese nun wieder das Zentrum der Benutzererfahrung werden, der Facebook-Algorithmus werde entsprechend angepasst.

Diese Änderung im Facebook-Newsfeed-Algorithmus wird nicht nur der Menschenfreundlichkeit Mark Zuckerbergs geschuldet sein, sondern hat durchaus auch andere Gründe. Hass-Diskussionen, Fakenews,  nicht zuletzt die russische Einmischung in den US-Wahlkampf haben Facebooks Ansehen ramponiert. Als Gegenmaßnahme soll das Image aufpoliert und die Nutzererfahrung optimiert werden, denn Facebook kann es nur gutgehen, wenn sich seine Nutzerinnen und Nutzer gerne auf der Plattform aufhalten. Mehr von diesem Beitrag lesen

Datenschutz versus Kommunikation des Evangeliums?

FireShotCapture002Mutig und pointiert beschreiben die zwei Kollegen und eine Kollegin aus Westfalen, wie der kirchliche Datenschutz ihre Arbeit einschränkt und beklagen, dass ein lebensfremder Datenschutz die Folge sei, wenn man „Juristinnen und Juristen und Techniker(n)“ [sic! Gibt es keine Technikerinnen?] das Feld überlasse:

Eine Kirche, die diesen Auftrag ernst nimmt, tummelt sich auch im Digitalen dort, wo die Menschen unterwegs sind. Sie setzt auf etablierte Plattformen, statt proprietäre Lösungen zu entwickeln, die anschließend im Regal verschimmeln. Sie verbreitet die beste Botschaft der Welt über reichweitenstarke digitale Kanäle.

Es könnte so einfach sein. Wäre da nicht der kirchliche Datenschutz, der diesem Vorhaben einen dicken Knüppel zwischen die Speichen wirft.

Sorry, aber das kommt dabei heraus, wenn Juristinnen und Juristen und Techniker allein die Rahmenbedingungen für das kirchliche Leben determinieren. Und lässt man es zu, dass sie ihre Positionen gegenüber kirchenleitenden Menschen artikulieren, die – mit Verlaub – in der Regel über wenig substanzielles Detailwissen verfügen, wird widerspruchslos ein neues EKD-Datenschutzgesetz beschlossen, das die Position des Datenschutzbeauftragten als Aufsichtsbehörde stärkt und mit umfangreicheren Rechten und empfindlichen Durchgriffsmöglichkeiten ausstattet. Dabei gäbe es digital affine Menschen in den Reihen der Kirche, die sicherlich gerne als Expertinnen und Experten zur Verfügung stünden.

Ich kann die Beschreibung der Lage gut nachvollziehen, würde aber andere Konsequenzen ziehen. Mir ist es nicht ersichtlich, warum es überhaupt ein eigenes kirchliches Datenschutzrecht gibt. Ich bin Theologe und Informatiker, kein Jurist, daher nur als Frage und nicht als Aussage: gäbe es kein eigenes kirchliches Datenschutzgesetz, würde das staatliche Datenschutzrecht gelten, hätte die Kirche dadurch etwas verloren? Ich denke nein. Oder die Kirche könnte einfach staatliches Recht übernehmen, wie sie es in anderen Bereichen auch tut. Mehr von diesem Beitrag lesen

Digital Media Revolution – Challenges for Church Communication

Herausforderungen für kirchliche Medienarbeit

Herausforderungen für kirchliche Medienarbeit

Der Titel und das Thema war auf Englisch vereinbart, kurzfristig habe ich den Vortrag dann doch auf Deutsch mit polnischer Übersetzung gehalten. Zum 20-jährigen Jubiläum der ökumenischen Redaktion beim zweiten polnischen Fernsehen TVP2 durfte ich am 23.11.2017 in Warschau über die Digitalisierung und die Herausforderung für die kirchliche Kommunikation sprechen. Mit einer Außenperspektive solch einen Vortrag zu halten, gibt mir die Möglichkeit, stichwortartig zu überdenken, wo wir selber stehen und wie wir die Herausforderungen im Rheinland, in Deutschland und in Polen meistern können.

Mehr von diesem Beitrag lesen