Vom Korrigierstift zum Cloud Learning: Analog trifft Digital auf der Bildungsmesse

Ein Gang über die Didacta hinterlässt viele unterschiedliche Bilder: Referendare und Referendarinnen, die sich mit großen Büchertüten auf Ständen der Schulbuchverlage zu Sonderkonditionen eindecken, ein Vortrag zu Trusted Apps für eLearning-Anbieter fast ohne Publikum, Gedränge vor Smartboards, deren Nutzung Interessierten erklärt wird, eine Diskussionsveranstaltung zum Thema Inklusion, bei der es keinen freien Sitzplatz gibt, aber auf dem Podium sitzen fünf ältere Herren, die miteinander diskutieren, WLAN-Repeater fürs Klassenzimmer neben ergonimischen Kinderstühlen, “BYOD” in der IT-Infrastruktur, wo man sich fragt, ob man auf der Cebit oder der Didacta ist. Kurz Analog trifft Digital
Und in diesem Bildungs-Potpourri sind natürlich auch die Kirche dabei, nicht nur mit einem Messestand und einer eigenen Internetseite, sondern erstmalig auch mit einer Facebookpage. Die Kirche  – evangelische und katholische – sind bereit, sich auf die Herausforderungen durch die neuen Medien und sozialen Netzwerke einzulassen.
Wenn man die Worte Software und Hardware aus der Informatik anwendet, könnte man sagen, der Kirche geht es primär um die “Software” der Bildung, nicht so sehr um die Hardware.
Also keine Korrekturstifte, keine Smartboards und auch keine Bücher, sondern Inhalte bzw. Content und der Umgang der Lernenden und Lehrenden. Bildungsrechtigkeit und Zugang lässt sich nicht vom Thema Inklusion trennen – so stellt sich beispielshaft die Circusschule auf dem Kirchenstand vor und der Paralympic-Sieger und Dozent am PTI der EKiR Rainer Schmidt diskutiert zum Thema Inklusion. Die Frage des Umgangs miteinander stellt sich jedoch auch in Bezug auf Social Media, daher auch eine Veranstaltung zu Social Media Guidelines, also wie verhalten sich Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrer und Lehrerinnen in sozialen Netzwerke zueinander. Die Kirchen sind in der Bildungsdebatte im Facebook-Zeitalter angekommen und können im Bereich der “Software” – also Bildungsgerechtigkeit und Medienethik – ihren Beitrag leisten, hier muss die Diskussion weitergeführt werden.
Spannend wäre auch ein Diskussionsanstoß und eine Positionierung der Kirchen in Hinblick auf OER – Open Educational Resources –  gewesen. Die Idee von freier Open Source Software lässt sich nämlich auch auf freie Bildungsinhalte übertragen.  Wenn Bildungsinhalte frei zugänglich sind, was bedeutet dies für das Geschäfsmodell für Verlage? Wie verändert sich Schule, wenn Lehrinhalte digital zu Schülerinnen und Schülern transportiert werden? Werden diese Inhalte dann frei zugänglich sein? Hierzu gibt es bereits Beiträge der EKD-Plattform rpi-virtuell. Die Digitalisierung der Klassenzimmer hat auch in Deutschland begonnen, wie wird Schule der Zukunft aussehen. Die Kirchen sind bereit, dabei mitzudenken.

Didacta: Kirche auf der Bildungsmesse
Didacta: Kirche auf der Bildungsmesse

Werbung für Korrigierstift
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Schulbücher
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Trusted Apps fürs eLearning
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Smartboards von Tablets gesteuert
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Düsseldorf, Hans-Böckler-Str. 7

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