Von AI zu Zappar, von Print zu YouTube – Rückblick auf ECIC24

Seit der fünften European Christian Internet Conference (ECIC) in Kopenhagen habe ich regelmäßig an dieser Konferenz teilgenommen. Gerade die starke Präsenz von Kollegen – und in den letzten Jahren auch Kolleginnen – aus Skandinavien gab für die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, Entwicklungen der kirchlichen Internetnutzung zu antizipieren, gefühlt war und ist Skandinavien Deutschland zwei Jahre voraus.

Maschinenlernern

Dieses Mal gehe ich etwas ernüchtert von der Konferenz, die nun zum zweiten Mal in Dänemark stattfand. “The Robots are Coming. Identity, Privacy & Manipulation” war das Konferenzthema, eine gute Einführung bot Peter Svarre.

Interessant, einmal selber auszuprobieren, wie Maschinenlernen funktioniert. Dies lässt sich einfach testen mit Googles Teachable Machine, was Peter Svarre in einer Live-Demo zeigte. Wer einmal auf dieser Plattform Maschinenlernen ausprobiert, merkt sofort, wie die benutzen Trainingsdaten die Ergebnisse beeinflussen. Artificial Intelligence (AI) bzw. Künstliche Intelligenz (KI) ist nicht werteneutral, wie Peter Svarre in seinem Vortrag plastisch zeigte. Allerdings berichtete niemand in der Aussprache, wie sich europäische Kirchen zum Umgang mit KI positionierten. Netzpolitik bleibt noch ein weitgehend unbesetztes Feld für europäische Kirchen, Deutschland ist keine Ausnahme.

Moralischer Turing-Test

Der Turing-Test ist mir aus meinem Informatik-Studium bekannt, ihn auf moralische Probleme auszuweiten, hat Peter Øhrstrøm vorgeschlagen.

Können Maschinen genauso ethisch handeln wie Menschen? Peter Øhrstrøm gab philosophische Antworten, mich hätte auch eine theologische Positionierung interessiert.

Daher die Ernüchterung, Digitalisierung und die damit verbundenen Themen bleiben eine theologische Herausfoderung, europaweit – leider habe ich hier von skandinavischen Kolleginnen und Kollegen nichts theologisch Neues mitnehmen können.

Von gedruckten Magazin zur Website zum Youtube-Channel

Interessant auf der ECIC ist immer der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Exemplarisch hier die Entwicklung des Jugendverbandes der evangelisch-lutherischen Kirche in Finnland, dessen Magazin Joka Poika 1938 aufgelegt wurde. Als gedrucktes Magazin wurde es 2012 enigestellt und unter dem Namen www.jiipeenetti.fi. in ein Webmagazin überführt. Zu Beginn des Jahres erfolgte die Weiterentwicklung, aus der Website wurde ein YouTube-Kanal mit angeschlossenem Instagram-Auftritt, wöchentlich berichten nun vier jugendliche Youtuber für ihren Jugendverband.

Fundstück: Zappar

Zappar-Snapshot
Zappar-Snapshot

Zappar-Codes funktionieren ähnlich wie QR-Codes. Wer mit der Zappar-App einen entsprechenden Code scannt, sieht statt des Codes entsprechend über AR (Augmented Reality) generierten Content. Das lässt sich nutzen, um per Innenkamera ein virtuelles Aschenkreuz am Aschermittwoch auf dem eigenen Gesicht zu generieren oder wie im Bild oben sich wie Martin Luther zu zeigen. Oder man legt ein Kärtchen mit Zappar-Code im Unterricht auf den Tisch, jeder zieht sein Handy und hat ein 3D-Bild einer Kirche oder des antiken Jerusalems mitten auf dem Tisch, das sich von verschiedenen Seiten betrachten lässt, wie ein Kollege aus Finnland demonstrierte. Augmented Reality einfach gemacht für die Jugendarbeit und den kirchlichen Unterricht. er möchte, kann die finnischen Beispiele für die eigene Praxis adaptieren.

ChurchARShowcase

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