Weihnachten

Weihnachtsgottesdienste besser auffindbar machen

In genau einem Monat ist Heiligabend, Weihnachten ist nicht mehr weit weg. In den Familien laufen die Planungen für die Festzeit. Für viele gehört der Gottesdienstbesuch dazu. Wie finde ich denn einen Weihnachtsgottesdienst für die Festtage? Diese Frage stellt sich für Interessierte und potenzielle Kirchgänger:innen. Für Webmaster und Öffentlichkeitsbeauftragte lautet die Frage genau andersherum: Wie kann ich die Gottesdienste aus meiner Gemeinde oder meinem Kirchenkreis bekannt machen? Daher ist es wichtig zu wissen, wie (und ab wann) suchen Menschen nach Weihnachtsgottesdiensten.


Seit mehreren Jahren halte ich in der Lutherkirche in Mülheim-Speldorf den Gottesdienst am ersten Weihnachtstag. Hier der Selbstversuch, diesen Gottesdienst online zu finden.

Google-Suche „Weihnachtsgottesdienst Speldorf“

Google-Suche „Weihnachtsgottesdienst Speldorf“

Direkt gefunden werden als (Gottesdienst-)Orte die Evangelische Kirchengemeinde Speldorf und die beiden Kirchen in Speldorf, die evangelische Lutherkirche und katholischerseits St. Michael. Die Lutherkirche ist dank dem EKD-Projekt „Digitale Kirchtürme“ mit vollständigen Kontaktdaten und Link zur Website der Kirchengemeinde gut positioniert.

Als erster Website-Treffer findet sich die Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde Speldorf. Soweit so gut. Da ich einen protestantischen Gottesdienst suche, ist mein nächster Klick die Website der evangelischen Kirchengemeinde.

Weihnachtsgottesdienstsuche auf der Gemeindehomepage

Gemeinde-Website

Oben gut in der rechten Marginalspalte der Startseite zu finden: der Gottesdienstplan.

Leider rutsche die Marginalspalte bei der mobilen Ansicht nach unten, so dass der Gottesdienstplan auf dem Handy nur nach fünf Mal wischen sichtbar wird.

Mobile Ansicht

Nun habe ich den Gottesdienstplan erreicht.

Gottesdienstplan September bis Anfang Dezember

Da finde ich zwar den Gottesdienst, den ich im Oktober gehalten habe, aber leider nicht meinen Weihnachtsgottesdienst. Da ich aber weiß, dass ich im Predigtplan stehe, suche ich weiter.

Im Gemeindebriefarchiv werde ich fündig und kann unter der Jahreszahl 2023 den aktuellen Gemeindebrief von Dezember 2022 ansehen und finde auf Seite 8 (von 35) endlich den Gottesdienst, den ich am ersten Weihnachtstag halten werde.

Noch ein kurzer Hinweis zum Dateiformat: Google kann zwar PDF-Dateien indizieren, übernimmt diese Daten aber in der Regel nicht strukturiert. In HTML lassen sich aber Termindaten entsprechend als Structured Data auszeichnen, so dass Google weiß, dass z.B. Datum und Ort zu einer Veranstaltung gehören, gute Kalendertools sorgen in der Regel auch dafür. Nicht nur für Google schlecht, sondern auch für Menschen, die auf einen Screenreader angewiesen sind, sind als Grafik dargestellte Tabellen wie z.B. der oben erwähnte Gottesdienstplan.
Nach langer Suche endlich gefunden: mein Weihnachtsgottesdienst.

Weihnachtsgottesdienste auf der Kirchenkreis-Website

Vielleicht hätte ich es auf der Gemeindewebsite früher aufgegeben, wenn ich es nicht gewusst hätte, dass es diesen Gottesdienst am 25.12 tatsächlich gibt, und wäre zur Google-Suche zurückgekehrt. Zweiter Treffer nach der Gemeinde-Homepage ist die Website des Kirchenkreises.

Google führt mich auch direkt zur entsprechenden Seite der Kirchenkreishomepage, die die Veranstaltungen aus Speldorf auch auflistet. Leider sind jedoch die Weihnachtsgottesdienste noch nicht dabei.

Google-Suche „Weihnachtsgottesdienst Mülheim Ruhr“

Also mache ich mich erneut auf die Suche, und gebe „Weihnachtsgottesdienst Mülheim Ruhr“ ein. Zunächst – neben der evangelischen Petrikirche – katholische Treffer.

Ich gehe kurz zur Petrikirche, finde auf der Startseite aktuelle Veranstaltungen von Ende November, ich klicke auf mehr und finde eine Filtermaske aus dem landeskirchlichen Veranstaltungskalender, die mir die Weihnachtsgottesdienste anzeigt.

Das ist funktional, denn ich finde Weihnachtsgottesdienste, allerdings wäre es schöner gewesen, wenn die Kalenderanzeige innerhalb der Website der Kirchengemeinde stattfände. Da ich aber keinen Gottesdienst in der Innenstadt besuchen will, kehre ich zu Google zurück und scrolle herunter.

Ich finde den evangelischen Kirchenkreis und klicke auf den Google-Treffer und lande auf der Startseite des kreiskirchlichen Angebotes.

Leider finde ich keine Weihnachtsgottesdienste auf den Kacheln der Startseite, also klicke ich mich durch das Menü. Unter Aktuelles – mein erster Versuch – stehen keine Gottesdienste, sie finden sich unter Glauben und Leben.

Gottesdienste habe ich gefunden, allerdings nicht meinen am 25.12 in Mülheim-Speldorf. Die Liste scheint noch unvollständig zu sein.

Google-Suche „Weihnachtsgottesdienst“

Nun probiere ich die Suche ohne Ortsangabe. Ganz oben bei den Suchergebnissen: die EKD-Gottesdienstdatenbank, die auch unter www.weihnachtsgottesdienste.de beworben wird.

Leider ist diese Datenbank noch nicht gefüllt und zeigt noch keine Gottesdienste für Weihnachten 2022 an.

Leider wird die Datenbank erst am 15. Dezember freigeschaltet, aber auch darauf gibt es keinen Hinweis.

Acht Tipps

  1. Gottesdienste rechtzeitig einstellen, Menschen suchen bereits Ende November nach Gottesdiensten an den Weihnachtstagen.
  2. Inhalte auf mobile Endgeräte ausrichten. Auch wenn die Website responsiv ist, können Inhalte in der Marginalspalte soweit nach unten rutschen, dass sie nicht mehr wahrgenommen werden.
  3. Gottesdiensttermine am besten als strukturierte Daten anbieten, sodass Suchmaschinen sie verarbeiten können. Das geht am besten über Kalendertools. (Keinesfalls Termine als Grafiken ausgeben! Auch PDFs vermeiden.)
  4. In Suchindizes vorhandene Inhalte aus dem Vorjahr mit neuen Daten überschreiben, das erhält das Ranking der bestehenden Seite.
  5. Gottesdienste auch über die Navigation leicht auffindbar machen.
  6. Neben reinen Kalenderseiten auch Inhaltsseiten zu Weihnachten erstellen und dort Gottesdienste erwähnen und auf die Terminseiten verlinken, dabei Suchmaschinenoptimierung (SEO) beachten.
  7. Sicherstellen, dass Termine von der Gemeindehomepage auch an Kirchenkreise, Landeskirche und EKD weitergegeben werden, da diese Seiten eine höhere Reichweite als eine Gemeindehomepage haben.
  8. Jemand von außerhalb der Gemeinde bitten, die eigenen Gottesdienste im Web zu suchen und darauf hin ggfs. die eigene Homepage anpassen.

Diesen Selbstversuch habe ich für den Stammtisch #DigitaleKirche zu Weihnachtsgottesdiensten durchgeführt. Ich weiß, dass die Kolleg:innen in der Gemeinde, im Kirchenkreis und bei der EKD engagiert bei der Sache sind, manchmal fehlen leider jedoch die (zeitlichen) Ressourcen, um die guten Inhalte, die wir haben, entsprechend zu verbreiten und auffindbar zu machen.

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