Rückblick auf rp19: KI, Transhumanismus, Digitale Ethik und vieles mehr

“Quo vadis, re:publica?”, fragt Andreas Büsch, Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz, in seinem Blogpost „Von Walen, KI, Populisten und Nachhaltigkeit“

Das Motto der #rp19 lautete tl;dr — Internet-Slang für too long; didn’t read
Das Motto der #rp19 lautete tl;dr — Internet-Slang für too long; didn’t read

Die re:publica fächert sich auf, kirchliche Präsenz war weniger sichtbar als im letzten Jahr, fasst er zusammen. Da sich die re:publica breiter aufstellt, ist ein Fazit schwierig, zumal ich nur Montag bis Dienstagnachmittag dabei sein konnte.

KI, Algorithmen, deren Kontrolle und Transparenz waren sicherlich ein Themenschwerpunkt,  Umgang mit Fake News und Hate Speech ein weiteres Schwerpunktthema, ebenso Medienkonzentration und Kontrolle der Medienmacht, bis hin zur Forderung der Aufspaltung von Facebook, wie Hanno Terbuyken in seinem Blog Confessio Digitalis schreibt.

Darüberhinaus sind mir zwei Dinge aufgefallen:

Die meisten Themen, auch wenn ich sie bisher für westliche – d.h. europäische oder amerikanische – gehalten halte, sind weltweite Herausforderungen. In Europa haben wir lange in einer Filterblase gelebt und nicht wahrgenommen, wie in Ländern des Südens Digitalisierung unter Umständen weiter in der Gesellschaft verankert ist als in Europa.

Social-Media-Manipulationen im Wahlkampf: genauso ein Thema in Lateinamerika, smarte Straßenlaternen gibt es in Ruanda und digitale Aktivistinnen engagieren sich natürlich auch in Ghana.

Im Bereich „Arts & Cukture“ war ich beim Workshop „Vom Tod in der Netzfamilie: Erinnern möglich machen“ – bei vielen der gemachten Vorschläge, die als neu vorgestellt wurden, dachte ich: das haben wir bereits lange in der Kirche, allerdings eben christlich und nicht „nicht-konfessionell“. Aber: selbst unsere Formen sind nicht mehr im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert, zumindest nicht im Milieu der Netzcommunity. Statt zu jammern sehe ich lieber eine Chance für Dialog. Mit einem der Workshop-Leiter habe ich Kontaktdaten ausgetauscht und ihn auf trauernetz.de hingewiesen.

Ansonsten: bei all der Fülle und subjektiven Highlights Links zu Videos und Studien, mit denen ich mich weiter beschäftigen will.

Transhumanismus und Technodizee

Direktlink zum Vortragsvideo: https://youtu.be/vib6hdpore4?t=5096, der Vortrag von Oliver Nachtwey beginnt bei 1 Stunde 25 Minuten, eine theologische Replik auf Oliver Nachtwey habe ich hier verfasst.

Ethics for Billions: Lassen sich ethische Grundsätze mit Technologien skalieren?

Sandra Wachter fordert im Hinblick auf Datenschutz, Big Data und Ki das Recht einer vernüftigen Inferenz:

Sarah Spiekermann betont, dass digitale Ethik mehr ist als die Entscheidung eines Algorithmus, welches Opfer (Kinder oder Seniorin) ein autonom fahrendes Auto beim Unfall in Kauf nimmt:

Im folgenden Video die beiden Kurzvorträge und die Panel-Diskussion:

Community-Management und Hate Speech

Für den Umgang mit Hate Speech und Trollen gibt es keine Patentrezepte, aber durchaus empirisch nachgewiese Regeln, welche Kommunikationsansätze Erfolg hben könnten. Anbei ein Linktipp zu einer neu erschienen Studie:

Ansonsten gilt: #rp20 ist vom 6. bis 8. Mai 2020, ab 15. Oktober 2019 startet der Call for Papers.

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