Digitale Pioniere: Nachtragendes zur "Digitalisierung der Kirche" – eine kurze Replik

Website der rheinischen Kirche aus dem Jahre 1997

Ob christlicher Internet-Pionier oder doch Online-Dinosaurier, dieses Urteil mögen andere fällen. Jedenfalls bin ich seit nun zwanzig Jahren im Internet für Kirche unterwegs – in dieser Zeit hat sich viel verändert. Als ich begann, konnte man Entscheidungsträger daran erkennen, dass kein PC in ihren Büros standen, mit der Zeit hielten E-Mails Einzug im Kommunikationsalltag, wer wichtig war, erhielt seine Mails ausgedruckt. Dies hat sich seit langem geändert, heute bloggen und facebooken Leitende Geistliche.

Seit 1996 ist die EKD online, im selben Jahr gab es unter der Ägide der EKD das erste Netzwerktreffen der European Christian Internet Conference, ein Netzwerk, das bis heute kirchliche Online-Arbeit konstruktiv-kritisch begleitet.

Andreas Mertin holt zum publizistischem Rundumschlag zu Digitalisierung in der evangelischen Kirche aus mit seinem Aufsatz in tà katoptrizómena / Theomag: Digitale Pioniere: Nachtragendes zur “Digitalisierung der Kirche”. Bei der rasanten Entwicklung des Internet ist Andreas Mertins Aufriss fast schon historisch, wenn er die Suchmaschine crossbot betrachtet, die heute nur noch wenigen bekannt sein dürfte.

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EKD-Synode: Welche Schritte werden folgen?

EKD-Synode 2014 in Dresden
EKD-Synode 2014 in Dresden

Mit einer Woche Abstand lese ich nun den Kundgebungstext der EKD-Synode wieder. Beim ersten Lesen direkt nach Veröffentlichung war mir der Indikativ im Gedächtnis geblieben. Auf der Synode hörte ich von jemand in der Diskussion: Wir müssen müssen müssen müssen müssen. Das Thema Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Gesellschaft zeigte deutlich, wieviel Kirche noch aufholen muss. Da kommt man leicht in einen Aktionismus, was alles zu tun wäre. Also Kirche muss muss muss. Die Kundgebung geht rein sprachlich einen anderen Weg, sie setzt auf den Indikativ. Das ist stilistisch schöner, die Frage ist, was der Indikativ bewirkt, z.B (Punkt 5): „EKD-Synode: Welche Schritte werden folgen?“ weiterlesen

Digitalisierung und Internet: Tool oder neue Kultur?

Digitaliserung in der Kirche

Digitaliserung in der Kirche
Digitaliserung in der Kirche

Die diesjährige EKD-Synode hat sich als Schwerpunkthema „Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Gesellschaft“ gewählt. Diese Formulierung ist bereits eine Fokussierung auf das Kommunikationshandeln der Kirche, Digitalisierung umfasst natürlich mehr.
Für die Behandlung des Themas geht es um eine grundsätzliche Frage:
Ist das Internet ein Instrument, ein Werkzeug oder ein Tool, das sich auch gut für die Kommunikation des Evangeliums nutzen lässt oder geht es um einen fundamentalen Veränderungsprozess in unserer Gesellschaft, um die Entstehung einer neuen digitalen Kultur, in der wir uns als Kirche zurecht finden müssen.
Internet und Digitalisierung sind natürlich zu differenzieren, aber der Umgang mit dem Internet zeigt sehr deutlich, wie man Digitalisierung versteht. „Digitalisierung und Internet: Tool oder neue Kultur?“ weiterlesen

Kann "Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Gesellschaft" gelingen? Ich bin gespannt!

Digitaliserung in der Kirche

SynodenlesebuchDiese Frage hat sich die EKD-Synode für ihre Tagung vom 9. bis 12. November 2014 in Dresden gewählt hat. Das Lesebuch zur Synode, das dieses Wochenende veröffentlicht wurde, bietet eine gute Einführung und eine verlässliche Übersicht, wie sich die Digitalisierung auf die Kirche auswirkt.
Ansprechend gestaltet lädt das Lesebuch zum Mitdenken ein, zum Mitdiskutieren gibt es ein Forum auf evangelisch.de,  auf dem der Kundgebungsentwurf veröffentlicht ist und wo Mitglieder der Netzcommunity Rückmeldungen geben können, die in die Synodenberatungen Eingang finden sollen.
Diese Rückmeldemöglichkeit möchte ich mit diesem Blogpost nutzen. Synodenbeschlüssen gehen in der Regel keine Kampfabstimmungen voraus, sondern man sucht nach Konsensmöglichkeiten. Dies gilt auch für die Kundgebung der EKD-Synoden. Wenn die Beratungen zu diesem Thema jedoch mehr als ein Kundtun sein sollen, was sowieso schon mehrheitsfähig ist, müssen zumindest im Beratungsprozess auch kontroverse Positionen benannt werden – gegebenen Falls als Fragen, die es noch zu klären gilt. Die Proklamierung bereits bekannter und unstrittiger Positionen entfaltet keine Wirkung, weder nach innen in die Kirche, noch nach außen in die Gesellschaft.
Mein Eindruck ist, dass der Text des Kundgebungsentwurfes strittige Punkte ausgeklammert, statt sie offensiv zur Diskussion zu stellen. „Kann "Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Gesellschaft" gelingen? Ich bin gespannt!“ weiterlesen