Wieweit trägt digitale Gemeinschaft? Bis zum Abendmahl?

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Der Kontakt zur Gemeinde ist für viele – gerade lose verbundene – Gemeindemitglieder nun digital. In Corona-Zeiten ist Gemeinschaft als face-to-face-Begegnung in Gemeinden kaum möglich. Gemeindeleben musste pandemiebedingt digital gestaltet werden. Kann in solcher digitalen Gemeinschaft überhaupt Abendmahl gefeiert werden? Digitalisierung verändert die Ortsgemeinde nachhaltig verändern, das wird auch für die Zeit nach Corona gelten.

Teilnahme (c) Evangelische Medienarbeit EMA
Teilnahme an Online-Gottesdiensten nach ReTeOG-Studie (c) Evangelische Medienarbeit EMA

Wenn sich Gemeindeleben ins Internet verlagert, merken wir schnell: Wir sind auf einem Marktplatz, Angebote müssen gut sein, sonst wechseln die Nutzer*innen schnell anderswohin. Christliche Gemeinschaft ist nicht auf die Kohlenstoffwelt beschränkt, sondern auch online leben Christenmenschen ihren Glauben. Neben der Gemeinde vor Ort bieten dabei soziale Netze Orte der Gemeinschaft an. Was geht digital? Gibt es Gemeinschaftsformen und -erlebnisse, die es nur im Analogen gib? Ganz konkret: was verändert sich, wenn Gemeinden Abendmahl digital feiern?

Was geht digital an Gemeinschaft?

  • Was erlaubt die Technik?
  • Wie nehmen Menschen digitale Gemeinschaft wahr?
  • Und was wollen wir überhaupt theologisch?
  • Was heißt das fürs Abendmahl?
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Christi Leib für Dich im Livestream – Abendmahl online feiern?

Online-Abendmahl (Fotomontage)
Online-Abendmahl (Fotomontage)
Online-Abendmahl (Fotomontage)

Ostern Online

Ich habe Abendmahl gefeiert. Gründonnerstag, Karfreitag, Ostersonntag in diesem merkwürdigen April 2020. Es war anders als sonst. Online statt in der Kirche, jedes Mal auf einem anderen Kanal.

Ich studiere Theologie in Basel, im letzten Semester durfte ich eine Seminararbeit über die theologischen Grundlagen des Online-Abendmahl schreiben. Als ich im September 2019 damit begann, ahnte ich nicht, wie aktuell dieses Thema so plötzlich werden würde. Und so war meine Teilnahme am Online-Abendmahl begleitet von einem analytisch-kritischen, professionell-theologischem Blick: Kann die Theorie im Praxistest bestehen?

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Online-Abendmahl ist keine Schnelllösung, sondern jetzt an der Zeit

Webinar zu Online-Ritualen
Screenshot von einem Webinar zu Online-Ritualen

Nachdem es anfangs eine nicht öffentlich zugängliche Empfehlung aus dem EKD-Kirchenamt gab, die von online gefeierten Abendmahlsgottesdiensten abriet, gibt es nun eine differenziertere Stellungnahme, in der weiterer Klärungsbedarf angemahnt wird.

Die grundsätzlichen theologischen Fragen brauchen unseres Erachtens Zeit, um gemeinsam bedacht und entschieden zu werden – trotz der anstehenden Feiertage. Insofern wird hier eine gewisse Zurückhaltung gegenüber schnellen Lösungen empfohlen. Wo angesichts der geistlichen Not, sich nach dem Abendmahl zu sehnen und es doch in der gewohnten Form in unseren Kirchen nicht feiern zu können, neue Wege versucht werden, sollte dies sehr sorgfältig und unter Wahrung unserer Traditionen sowie in guter ökumenischer Verbundenheit getan werden.

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Alltagsfrömmigkeit im Netz vom Morgengruß bis zum Schlusswort

Das Klosterleben wird durch Stundengebete strukturiert, von der Prim zur Komplet. Feste Gebetszeiten haben sich durch die Kirchengeschichte bewährt und strukturieren den Tag. Dies gilt nicht nur für Mönche und Nonnen, sondern für Christenmenschen aller Konfessionen, seien es die traditionellen Stundengebete, die morgendliche Bibellese mit Gebet, das Lesen der Herrnhuter Tageslosung oder das persönliche Abendgebet. Nicht zu vergessen in der periodischen Strukturierung des Glaubenslebens ist der wöchentliche Gottesdienst am Sonntagvormittag. „Alltagsfrömmigkeit im Netz vom Morgengruß bis zum Schlusswort“ weiterlesen