Diskret sterben

Jüdischer Friedhof in Krakau
Jüdischer Friedhof in Krakau

Die Grenze zwischen öffentlich und privat verschiebt sich immer weiter, teilweise verwischt sie. An wen richtet sich ein Facebook-Post? Was in soziale Netze gelangt, bleibt nicht mehr privat – auch wenn man in den Einstellungen die Sichtbarkeit eines Beitrages auf bestimmte Freundesgruppen beschränkt. Soziale Netze verändern daher auch den Umgang mit Tod und Sterben. Natürlich hat auch das Fernsehen Grenzen verschoben. „Diskret sterben“ weiterlesen

Chatandacht am Ewigkeitssonntag: „Gott kennt alle unsere Namen“

Namen auf Chatandacht
Namen auf Chatandacht

Zum vierten Mal lud Trauernetz.de zu einer Chatandacht am Ewigkeitssonntag ein. Totengedenken im Internet scheint medial als Thema gut zu laufen, dies zeigen auch die Agenturberichte.
In der Woche vor dem Ewigkeitssonntag bestand die Möglichkeit, Namen und Geburts- und Sterbedatum von Verstorbenen in ein Trauerbuch einzutragen. Diese Eintragsfunktion bestand bis zum Mittag des Ewigkeitssonntages. Knapp 400 Namen wurden eingetragen.
Auch nach Eintragsschluss kamen per Mail und Facebook Bitten, noch Namen hinzuzufügen.

Seien Sie,sehr geehrte Frau Pastorin,sehr herzlich bedankt für die prompte Antwort auf meine Bitte,den Namen meines kurz verstorbenen,so schmerzlich vermissten Mannes in Ihrer Andacht einzublenden. Ich werde versuchen,mit meinen bescheidenen Chatkenntnissen der Andacht beizuwohnen. — Alleguten Wünsche für Sie und Ihre segensreiche Arbeit. [sic! Schreibweise des Zitats unverändert]

Der Sprachduktus der Rückmeldungen lässt vermuten, dass auch Silver Surfer dieses Online-Angebot wahrnehmen, auch kirchliche Internetangebote richten sich nicht mehr per se an eine jüngere Zielgruppe.

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Verändern Facebook und Twitter den Tod?

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Der Trauermonat November erfasst auch das Netz. Dem digitale Netizen gibt der Jahresrhythmus anscheinend Halt, zumindest aber Gesprächsstoff. Der Tod wird in der Gesellschaft tabuisiert, hier bildet das Internet die gesellschaftliche Realität ab, auch online ist der Tod ein Tabu. Umgangsformen mit Tod und Sterben, die sich in der Kohlenstoffwelt entwickelt haben, greifen in der Netzkultur nicht. Wie gehen Angehörige oder Erben mit dem Facebook-Profil einer oder eines Verstorbenen um?

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