Mark hört mit

Gestern auf einer der regionalen IT-Konferenz der EKiR warb ein Teilnehmer starkt für die Nutzung sozialer Medien in der Kirche. Etwas ungewöhnlich in einem Prozess, der von  IT-Sicherheit und Datenschutz getrieben wird. Sein Anliegen: wir dürfen nicht dabei stehen bleiben, unsere Email sicher zu machen, wenn viele über Mail-Kommunikation nicht mehr erreichbar sind. Daher der Hinweis auf Facebook.

Nach der Veranstaltung sprach ich ihn an, darauf die Antwort: „Persönlich hasse ich Facebook, aber ohne geht es nicht mehr.“ Mehr von diesem Beitrag lesen

QR-Codes auf Grabsteinen?

QR-Codes auf Friedhöfen (Pressefotos e-memoria.de)

QR-Codes auf Friedhöfen (Pressefotos e-memoria.de)

„e-memoria verbindet On- und Offlinewelt der Trauernden“ ist die Pressemitteilung eines Start-ups überschrieben, das sich auf der internationalen Bestattungsfachmesse BEFA, die vom 29. bis 31. Mai 2014 in Düsseldorf stattfindet, präsentiert.

„Auf e-Memoria.de können sich Hinterbliebene zusammenfinden und ihren Verstorbenen individuelle Gedenkseiten im Internet widmen. Neben den klassischen Funktionen wie dem Upload von Texten, Fotos, Videos und dem Anzünden einer virtuellen Kerze bietet das Portal zwei weitere Besonderheiten, die es von anderen Anbietern unterscheidet: Jede Gedenkseite kann über einen QR-Code aufgerufen werden, der auf eine Edelstahlplakette gelasert und am Grab des Verstorbenen platziert wird. Trauernde, die vor dem Grab stehen und den QR-Code mit ihrem mobilen Endgerät einscannen, werden so auf die persönliche Seite des Verstorbenen geleitet. Der QR-Code kann zudem digital mit anderen Hinterbliebenen geteilt werden, um sich gemeinsam zu erinnern und Trost zu spenden – auch über räumliche Grenzen hinweg.

Die zweite besondere Funktion ist die Navigationsfunktion zur Grabstätte. Trauernde können über ihr Smartphone die Koordinaten des Grabs auf der Gedenkseite abspeichern. Friedhofsbesucher, die selten die Gelegenheit haben, das Grab des Verstorbenen zu besuchen, können sich so problemlos zur Grabstätte navigieren lassen.“

QR-Codes auf Grabsteinen braucht man nicht zu mögen, aber ob sie sich durchsetzen oder nicht, wird wahrscheinlich nicht so sehr an den Friedhofssatzungen liegen – ob sie dies gestatten oder verbieten – sondern daran, wie QR-Codes in unseren Alltag Eingang finden oder nicht. Mehr von diesem Beitrag lesen

Heilige Daten und atheistische Schuhe

Atheistischer Schuhverkauf

Atheistischer Schuhverkauf

Treffpunkt für die deutsche Netzcommunity ist zurzeit die re:publica in Berlin. In der Netzcommunity weht der Kirche manchmal ein starker Wind entgegen, so Präses Manfred Rekowski im Grußwort beim Get Together für Webworker aus Kirche und Diakonie. Auf der anderen Seite entdecke ich durchaus religiöse Momente auf der re:publica.

Auf dem Weg zum „Welcome“ auf Stage 1, laufe ich an einem Stand für atheistische Schuhe vorbei – die  atheistische Ausrichtung der Netzcommunity ist nichts Neues, nur habe ich diese noch nicht mit Schuhen in Verbindung gebracht. Erstmal schnell zum Welcome, um die Schuhe kann ich mich später kümmern.

Wüsste ich nicht, dass ich auf einer Netzkonferenz bin, käme bei mir Kirchentagsstimmung auf. Große Halle, voll besetzt, freundliche Helferinnen und Helfer. Die Eingangsliturgie wird auf der Bühne zelebriert. Statt Fürbitten für Unterdrückte und Verfolgte am Ende des Gottesdienstes zu halten, werden die Bilder verfolgter Netzaktivistinnen und -aktivisten aus Diktaturen  an der Wand präsentiert mit einem Link zu den entsprechenden Online-Petionen. Nicht nur Fübitte, sondern auch die gute Tat ist mit wenigen Klicks möglich.

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Quo vadis, Facebook?

Facebook ist ein, für viele sogar „das“ soziale Netzwerk. Für Unternehmen ist es daher eigentlich gesetzt, dass sie auf Facebook sind, denn Social Media Aktivitäten sind Pflichtprogramm. Dies gilt auch für die Kirchen. Wenn bei Unternehmen das Ziel ist, über  Scocial Media ihre Produkte zu vertreiben und es damit Messgrößen für den Erfolg von Social Media Aktivitäten gibt, wie sich eingesetzte Mittel zum angestrebten Ergebnis verhalten, wird dies für Kirchen und Non-Profit-Organisationen schwieriger, den Erfolg ihrer Social Media Aktivitäten zu beziffern.

Eine Facebook-Fanpage zu betreiben, nur um Reichweite zu erzielen, macht ökonomisch keinen Sinn mehr (eigentlich müsste man fragen, ob es je sinnvoll gewesen sei). Während man  in der Vergangenheit mit Einsatz vergleichsweise geringer Ressourcen eine größere Reichweite gut zu erzielen war, ist dies nun nicht mehr möglich. „Wer nicht zahlt, ist nicht sichtbar“ folgerte Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, Leiter Digitale Kommunikation und Innovationen bei Achtung!.  Die organische Reichweite bei Facebook-Fanpages sinkt, denn Facebook hat den Algorithmus verändert, der für die Einblendung von Facebook-Posts bei den Fans regelt, die Fanpages geliket haben. Diese Verschärfung ist keine Überraschung, es war in Fachkreisen schon lange erwartet worden, dass Facebook endlich Kasse machen will. Mehr von diesem Beitrag lesen