Wie viel Religion verträgt das Netz? Wie viel Religion braucht das Netz?

Soziale Netzwerke durchdringen alle Bereiche des Lebens, nichts wird ausgespart, Freude und Leid, Spaß und Ernst, Leben und Tod. Und auch die Religion hat ihren Platz, allerdings wird religiöse Online-Kommunikation in der Regel von der Netzcommunity in Deutschland eher wenig wahrgenommen.

Film: Unschuld der Muslime im Netz

Film: Unschuld der Muslime im Netz

Dies zeigte sich jüngst bei der Beschneidungsdebatte: das wurde in den meinungsführenden Print-Medien ganz anders diskutiert als von der Netzcommunity mit ihren Blogs, da die deutsche Internetgesellschaft eher atheistisch als kirchlich geprägt ist. In Print-Medien kamen vielfach Vertreter der Kirchen zu Wort, die etwa das Recht auf Beschneidung auch aus der deutsch-jüdischen Geschichte ableiten und das Recht auf religiöses Selbstbestimmung stark machten. In vielen Online-Beiträgen dagegen stellten Blogger vor allem das Recht auf körperliche Unversehrtheit des Kindes in den Vordergrund. Die religiöse Perspektive spielte hier nur eine rudimentäre Rolle.

Ist diese vereinfachende, holzschnittartige Beobachtung verallgemeinerbar? Mehr von diesem Beitrag lesen

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Religion bei Netizens: Bist Du dagegen oder dagegen?

Darf ein Arzt eine Beschneidung vornehmen, auch wenn diese medizinisch nicht notwendig ist, sondern aus religiösen Gründen erfolgt? Nein sagt das Landgericht Köln, das sei bei Minderjährigen verboten:

Denn im Rahmen einer vorzunehmenden Abwägung überwiege das Grundrecht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit vorliegend die Grundrechte der Eltern. Ihre Religionsfreiheit und ihr Erziehungsrecht würden nicht unzumutbar beeinträchtigt, wenn sie gehalten seien abzuwarten, ob sich das Kind später selbst für eine Beschneidung entscheidet.

Dieses Urteil wird natürlich auch im Internet diskutiert. Mehr von diesem Beitrag lesen