Soldatenfriedhöfe in der Normandie: Gedenken an Opfer, Täter oder Helden?

Normandy American Cemetery and Memorial

Sommerurlaub in der Normandie: Der Zweite Weltkrieg ist an vielen Orten noch sichtbar. Auch Touristen kommen daran nicht vorbei. Kriegsmuseen und Soldatenfriedhöfe gehören in der Normandie zum Besuchsprogramm.  Der Zweite Weltkrieg ist in der Öffentlichkeit viel präsenter als in Deutschland. In Frankreich gibt es eine andere Erinnerungskultur. Schon die Begriffe sind anders. Es geht nicht um die Invasion in der Normandie, sondern um die Befreiung Frankreichs, wie die Landung alliierter Truppen in der Normandie genannt wird. Die alliierten Soldaten waren keine Invasoren, sondern Befreier. An sie kann man sich dankbar erinnern.

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Volkstrauertag: „Die Wahrheit macht euch frei!“

Grab eines Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg auf dem Ehrenfriedhof Am Großen Berg in Mülheim an der Ruhr
Grab eines Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg auf dem Ehrenfriedhof Am Großen Berg in Mülheim an der Ruhr
Grab eines Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg auf dem Ehrenfriedhof Am Großen Berg in Mülheim an der Ruhr

Die Diskussion zu meinem Blogpost über das Kriegerdenkmal in Haidmühle und ein Kommentar zum Update meines Blogpost  erinnerten ich mich an eine Ansprache, die ich vor etwas über zwanzig Jahren am Volkstrauertag 1997 als junger Pastor selber hielt.
Es geht bei der Diskussion über Wehrmachtssoldaten eben nicht nur um Fakten, sondern auch um Gefühle und Familiengeschichten. In der Ansprache erwähne ich auch meinen Großvater.
Ich erinnere mich noch. Ein Zuhörer fragt mich nach der Ansprache, woher mein Großvater komme. Ich antwortet: „Polen.“ Er korrigiert mich: „Sie meinen die deutschen Ostgebiete, die nun unter polnischer Verwaltung sind.“ Dabei stammte mein Großvater aus dem so genannten Kongresspolen, aus dem nach dem ersten Weltkrieg die Republik Polen entstand. Nach dem deutschen Angriff auf Polen wurde er als „Volksdeutscher“ in die Wehrmacht eingezogen. Ich merkte schon bei der Ansprache, wie viele Zuhörer misstrauisch meine Rede verfolgten.
Auch wenn ich heute einiges anders sagen würde und viele Bezüge zu Ereignissen von vor zwanzig Jahren enthalten sind, ist die Ansprache doch einen Versuch, wie wir heute der Opfer gedenken können.

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