Firewall und Kirchenmauer: Welche IT-Philosophie braucht unsere Kirche?

Martin Luther

Martin Luther (Photo credit: Wikipedia)

Martin Luther bringt es auf den Punkt: „Pecca fortiter“ – „sündige wacker,“ sagt der Reformator. Je größer die Sünde, desto größer die Gnade. Natürlich ist das überspitzt und überzogen, aber ein wichtiger Punkt steht dahinter: Ich weiß, dass ich Sünder bin aus der Gnade leben muss, ich weiß um meine Fehler und Unzulänglichkeiten. In diesem Wissen bin ich befreit zu handeln. Nicht ein fehlerfreies Leben ist mein Auftrag, sondern ich kann die Chancen in meinem Leben nutzen. Mut zum Handeln bestimmt mein Leben, ich lasse mich nicht durch eine Fehlervermeidungsstrategie dominieren. Sollte ich Fehler machen, so darf ich auf Gottes Gnade vertrauen.

Lässt sich Luthers Maxime auf eine IT-Strategie übertragen?Vorweg: Es gibt gesetzliche Vorschriften, die man auf jeden Fall einhalten muss. Gerade mit Datenschutz ist nicht zu spaßen, es gibt eindeutige rechtliche Vorgaben, die nicht zur Disposition stehen.

Aber nicht alles ist schwarz oder weiß, es gibt Grauzonen, Ermessensspielräume, die in die eine oder die andere Richtung genutzt werden können. Mehr von diesem Beitrag lesen

Fair-gehandelte Bananen und Freie Software: Ein Imperativ für Christen

Bananen

Bananen (Photo credit: justusbluemer)

Eine Banane ist eine Banane: Wir wissen als Christen mit ethisch geschärftem Blick, dass diese Aussage so nicht unbedingt wahr, sondern eigentlich problematisch ist. Denn es gibt solche Bananen, die für multinationale Konzerne produziert werden, deren Arbeiter unter ruinösen Arbeitsbedingungen und schlechten Löhnen leiden, deren Anbau begleitet ist von Landraub, Zwangsrodung, massivem Pestizideinsatz und Verödung durch Grundwasserabsenkung. Das sind die „schlechten“ Bananen.
Dann gibt es jene Bananen, von deren Anbau die Arbeiter in den Plantagen durch gerechte Löhne, faire Arbeitszeiten und nachhaltige Entwicklung profitieren, bei deren Anbau auch ökologische, gesundheitliche und soziologische Aspekte berücksichtigt werden. Das sind die „guten“, die „fairen“ Bananen. Als Christen wissen wir, welche Bananen wir eigentlich kaufen müssen, denn uns als Christen ist die Solidarität mit den Armen und die Liebe zur Schöpfung quasi ins Stammbuch geschrieben.

Die Banane ist nur ein Beispiel: von vielen Produkten, etwa Kaffee oder Kakao, Zucker und Lachs, aber auch von Rohstoffen wie Diamanten oder „seltenen Erden“ wollen wir wissen, ob sie „fair“ produziert, an- oder abgebaut werden. Auch hier schlägt unser Gewissen, denn uns leitet unser Blick auf die Welt als Christen.

Weniger geschärft ist hingegen unser Blick, wenn es darum geht, welche Software wir in den Kirchen und als Christen verwenden. Gelten hier für uns Christen plötzlich andere ethische Kriterien als bei Bananen oder Kaffee? Oder ist einfach unser Blick noch etwas getrübt? Mehr von diesem Beitrag lesen

Software-Theologie: Wie wähle ich ein Redaktionssystem aus?

Die Confessio Augustana gibt Freiheiten, wie sich Kirche im Web am besten organisiert. Menschliche „Vernunft und Zweckmäßigkeit“ sind dabei entscheidend, so die Studie „Kirche und Vernetzte Gesellschaft“ aus der bayerischen Landeskirche. Die Barmer Theologische Erklärung betont, dass die Ordnung der Kirche auch ihrer Botschaft entsprechen müsse. Wie stellt sich Kirche im Netz dar und welche Infrastruktur ist angemessen? Gibt es einen theologischen Rahmen, der auch bei einer praktischen Frage wie bei der Auswahl eines Online-Redaktionssystems eine Referenz bieten kann? Mehr von diesem Beitrag lesen