Datenschützer über Facebook-Fanpage: "Kommunikation auf der Seite soll nicht stattfinden"

Jetzt wird es absurd: das Land Rheinland-Pfalz beteibt eine Facebook-Fanpage, die gestern neu gewählte Ministerpräsidentin Malu Dreyer fordert auf, nun zur Kommunikation mit ihr die offizielle Facebook-Seite des Landes  anstelle ihres persönlichen Facebook-Kontos zu nutzen und Edgar Wagner, der Chef-Datenschützer des Landes Rheinland Pfalz, fordert noch am selben Tage im Interview das Gegenteil:

Kommunikation auf der Seite soll nicht stattfinden. Das Ziel ist, dass auf der Seite möglichst wenig Interaktion stattfindet, damit wenige Nutzungsdaten erzeugt werden.
via Interview: Wieso Landesdatenschützer Wagner der Facebook-Kompromiss gefällt – Regionales – Rhein-Zeitung.

Was nun – Hü oder Hott? Verstehe ich den rheinland-pfälzischen Datenschutzkompromiss richtig, wenn er sagt Facebook-Nutzung ja, aber Kommunikation über Facebook nein. „Datenschützer über Facebook-Fanpage: "Kommunikation auf der Seite soll nicht stattfinden"“ weiterlesen

Gemeindehomepages: Man muss nicht alles tun, was juristisch geht

Einladung in den Kirchenkreis Moers zu einem Workshop: “Rechte und Pflichten im Internet” für Online-Redakteurinnen und -Redakteure der Gemeindehomepages. Ich bin kein Jurist, allerdings höre ich häufig genug von juristischen Problemen, die sich aus Gemeindehomepages ergeben. „Gemeindehomepages: Man muss nicht alles tun, was juristisch geht“ weiterlesen

Mohammed-Film: Ist nichts mehr heilig?

Gesperrter YouTube Film. Innocence of Muslims ist noch online in den meisten Ländern
Gesperrter YouTube Film. “Innocence of Muslims” ist noch online in den meisten Ländern

Das Wissen um bzw. die Erfahrung des Heiligen ist uns in der modernen Gesellschaft offenbar verloren gegangen.Das Schmäh-Video “The Innocence of Muslims” wirft die Frage auf, wie gehen wir damit um, wenn religiöse Gefühle anderer verletzt werden. „Mohammed-Film: Ist nichts mehr heilig?“ weiterlesen

Religion bei Netizens: Bist Du dagegen oder dagegen?

Darf ein Arzt eine Beschneidung vornehmen, auch wenn diese medizinisch nicht notwendig ist, sondern aus religiösen Gründen erfolgt? Nein sagt das Landgericht Köln, das sei bei Minderjährigen verboten:

Denn im Rahmen einer vorzunehmenden Abwägung überwiege das Grundrecht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit vorliegend die Grundrechte der Eltern. Ihre Religionsfreiheit und ihr Erziehungsrecht würden nicht unzumutbar beeinträchtigt, wenn sie gehalten seien abzuwarten, ob sich das Kind später selbst für eine Beschneidung entscheidet.

Dieses Urteil wird natürlich auch im Internet diskutiert. „Religion bei Netizens: Bist Du dagegen oder dagegen?“ weiterlesen

Google, übernehmen Sie

Als Webseitenbetreiber steht man mit einem Bein im Gefängnis, zu groß ist die Gefahr, ein unzulässiges Impressum zu verwenden, im Forum bedenkliche Kommentare zu haben oder mit einem Foto eines Würstchens mit Kartoffelsalat Abmahngebühren in Höhe von 1000 € zu riskieren. Von solch paradiesischen Zuständen, nur ein lächerliches Bein im Kerker zu haben, können die Betreiber kirchlicher Gemeindehomepages nur träumen. Für sie ist die Lage noch um einiges kniffliger. „Google, übernehmen Sie“ weiterlesen

Guttenberg oder Gutenberg: Plagiatsjäger ertappen Pfarrer

Creative Commons

Nun hat die evangelische Kirche auch ihren Fall Guttenberg – oder müsste man doch sagen Gutenberg?  Das Urheberrecht ist so eine Sache. Gerade in der Bibel ist es nämlich nicht so eindeutig – und die biblische Praxis kann keineswegs ins 21. Jahrhundert übernommen werden. „Guttenberg oder Gutenberg: Plagiatsjäger ertappen Pfarrer“ weiterlesen

Wer nach der Mistress sucht, läuft in die (Selbst-)Zensur

Dies ist mir noch nie passiert, gleich zwei Mal werden Ergebnisse bei einer Suche ausgeblendet. Auf meine Google-Anfrage hin erhalte ich neben einigen Treffern zweimal die Meldung, dass bestimmte Ergebnisse aus rechtlichen Gründen nicht angezeigt werden. Wieso? Weshalb? Warum? Angabe eines Grundes für diese Blockade? Fehlanzeige beim ersten der blockierten Treffer. „Wer nach der Mistress sucht, läuft in die (Selbst-)Zensur“ weiterlesen

Darfst Du doodlen?

Doodle-Umfrage
Doodle-Umfrage

“‘Zwei Juristen – drei Meinungen’. Manchmal ist ein Witz gar nicht Mal so weit von der Wahrheit entfernt.”  – so leitet ein Rechtsanwalt eine Sammlung mit Juristen-Witzen ein. Wenn man sich das Durcheinander im Datenschutz ansieht, ist dieser Witz fast noch eine Untertreibung. Sechszehn Bundesländer mit eigenem Landesdatenschutzrecht. Wer soll da den Überblick behalten? Auch wenn das Recht gleich ist, kann die Auslegung sich unterscheiden. Dies macht die unterschiedliche Bewertung des Terminfindungsdienstes Doodle durch die Unis in Kön und Wuppertal deutlich. „Darfst Du doodlen?“ weiterlesen

Firewall und Kirchenmauer: Welche IT-Philosophie braucht unsere Kirche?

Martin Luther
Martin Luther (Photo credit: Wikipedia)

Martin Luther bringt es auf den Punkt: „Pecca fortiter“ – „sündige wacker,“ sagt der Reformator. Je größer die Sünde, desto größer die Gnade. Natürlich ist das überspitzt und überzogen, aber ein wichtiger Punkt steht dahinter: Ich weiß, dass ich Sünder bin aus der Gnade leben muss, ich weiß um meine Fehler und Unzulänglichkeiten. In diesem Wissen bin ich befreit zu handeln. Nicht ein fehlerfreies Leben ist mein Auftrag, sondern ich kann die Chancen in meinem Leben nutzen. Mut zum Handeln bestimmt mein Leben, ich lasse mich nicht durch eine Fehlervermeidungsstrategie dominieren. Sollte ich Fehler machen, so darf ich auf Gottes Gnade vertrauen.
Lässt sich Luthers Maxime auf eine IT-Strategie übertragen?Vorweg: Es gibt gesetzliche Vorschriften, die man auf jeden Fall einhalten muss. Gerade mit Datenschutz ist nicht zu spaßen, es gibt eindeutige rechtliche Vorgaben, die nicht zur Disposition stehen.
Aber nicht alles ist schwarz oder weiß, es gibt Grauzonen, Ermessensspielräume, die in die eine oder die andere Richtung genutzt werden können. „Firewall und Kirchenmauer: Welche IT-Philosophie braucht unsere Kirche?“ weiterlesen