Update: WhatsApp im Kirchendienst?

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Ich bin kein WhatsApp-Fan. Im Gegenteil, aber ich merke, es führt kein Weg an WhatsApp vorbei. Im Sportverein, in der Schule, ohne WhatsApp bleibt man kommunikativ außen vor. Dies gilt für meine WhatsApp-Nutzung im persönlichen Umfeld. Threema habe ich seit dem Barcamp Kirche online im Herbst in Köln als App installiert, in den letzten drei Monaten ist ein Kontakt hinzugekommen, insgesamt habe ich weniger als zwei Handvoll Threema-Kontakte. Vernetzung über Threema findet nicht statt. Mehr von diesem Beitrag lesen

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User an die Macht!? – Ein Diskussionsbeitrag

Nachgedanken zur Tagung "User an die Macht?!"

Nachgedanken zur Tagung „User an die Macht?!“


Nach unserer Tagung  „User an die Macht!?“ wandte sich Wolf-Dieter Zimmermann an uns als Veranstalter mit diesen „Nachgedanken“, die wir im Folgenden dokumentieren und zur Diskussion stellen.

Wolf-Dieter Zimmermann

Wolf-Dieter Zimmermann

Wolf-Dieter Zimmermann hielt selbst einen Workshop auf der Tagung und engagiert sich ehrenamtlich für Freie Software. Seit zwei Jahren organisiert er den Linuxtreff in Mülheim an der Ruhr. Dort werden zeitgleich mit dem Repair Café einmal im Monat alte Laptops (inzwischen sind es 160 Rechner) mit dem Betriebssystem Linux und komplett Freier Software lauffähig gemacht bzw. erhalten. Mehr von diesem Beitrag lesen

WhatsApp in der Gemeindearbeit? Oder: Wer keine Daten verarbeitet, kann auch keine Verstöße begehen

WhatsApp

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Am besten keine Kinder im Gemeindehaus, dann wird es auch nicht schmutzig. Diese unausgesprochene Botschaft strahlte einer der Küster in meiner Vikariatsgemeinde aus. Je weniger Aktivitäten im Gemeindehaus, desto sauberer bleibt es.

In Bezug auf den Datenschutz erlebe ich oft eine ähnliche Einstellung. Aus Angst vor möglichen Verstößen gegen das Datenschutzrecht verbietet man die Nutzung bestimmter Netzwerke. Wer keine Daten verarbeitet, kann auch keine Verstöße begehen. Statt zu erkunden, unter welchen Umständen WhatsApp gesetzeskonform zu nutzen wäre, am besten die dienstliche WhatsApp-Nutzung generell verbieten, denn dann kann niemand wegen WhatsApp gegen das EKD-Datenschutzgesetz verstoßen. Statt über das meistgenutzte Netzwerk zu kommunizieren, kaprizieren wir uns lieber auf Messengerdienste, die  auf jeden Fall datenschutzkonform  sind, aber in der Breite nicht genutzt werden.  Prima geeignet für binnenkirchliche Selbstgespräche, aber nicht brauchbar, um andere Menschen zu erreichen.

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Alexa im Kirchendienst?

FireShot Capture 128 - Track Package_ - https___www.amazon.de_progress-traFür 20 Uhr avisiert, also außerhalb der Öffnungszeiten des Landeskirchenamtes, kam Alexa doch vier Stunden früher. Vermutlich sind wir nun das erste Landeskirchenamt mit Alexa.

Auslieferung von Alexa ans Landeskirchenamt

Auslieferung von Alexa ans Landeskirchenamt

Ich hatte so noch Gelegenheit, Alexa einzurichten. Ich war überrascht. Neben Alexa gab es nur ein Faltblatt, auf dem fünf einfache Punkte standen, wie man Alexa einrichtet. Die Einrichtung mit meinem Notebook funktionierte problemlos, Alexa verband sich über Freifunk mit dem Internet und begrüßte mich. Mein Spieltrieb setze sich durch und ich probierte aus, was Alexa weiß und worauf Alexa antworten kann und wo Alex passt. Anbei die ersten Resultate: Mehr von diesem Beitrag lesen

Follow-up: Eine Woche DSG-EKD und DSGVO

desk-ekd-googleWas ist seit Inkrafttreten des neuen  Datenschutzrechtes passiert? Das Leben geht weiter. Die Anfragen werden etwas geringer. Mein Blogpost zum Datenschutzrecht hat die meisten Zugriffe von allen Artikeln in diesem Jahr. Auf der Homepage des EKD-Datenschutzbeauftragen wird das Inkrafttreten des neuen EKD-Datenschutzgesetzes immer noch für den 24.5.2018 angekündigt und unter dem Link „Datenschutzerklärung“ findet sich  eine Postkarte  zum Thema Datenschutz, die man herunterladen kann (Stand heute Vormittag, jetzt findet sich dort eine Datenschutzerklärung). Warum also die Hektik an den Tagen vor dem 25. Mai? Mehr von diesem Beitrag lesen

DSG-EKD, DS-GVO, TMG, Richtlinie 2009/136/EG und e-Privacy-Verordnung: am 25. Mai geht das Leben weiter

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Wer in die entsprechenden Gruppen und Foren sieht, spürt große Verunsicherung. Nichts scheint gesichert zu sein, Angst vor Abmahnungen und Bußgeldern greifen um sich.

Die Unsicherheit ergibt sich auch daraus, dass es schwierig ist zu verstehen, wie die verschiedenen juristischen Normen ineinandergreifen. Wer nur etwas recherchiert, findet schnell abweichende juristische Meinungen, so dass juristische Laien schnell hilflos sind. Panik ist jedoch nicht angebracht. Mehr von diesem Beitrag lesen

Datenschutz: Keine Insellösungen für die Öffentlichkeitsarbeit

EKD-DSG-36165537976_a475a50782_oDie Uhr tickt, das neue EKD-Datenschutzgesetz kommt auf einmal ganz plötzlich. Es ist fast so wie bei Weihnachten, das ganz unerwartet am 24. Dezember auf einmal da ist, und man besorgt die letzten Geschenke am Vormittag des Heiligabends. In Bezug auf Datenschutz reden wir nicht über Dezember, sondern Mai. Zum 24.5.2018 tritt das neue EKD-Datenschutzgesetz in Kraft, am Folgetag dann die EU-Datenschutzgrundverordnung. Im November hatte die EKD-Synode das DSG-EKD 2018 beschlossen, um das kirchliche Recht der dann EU-weit geltenden Datenschutzgrundverordnung anzupassen. Man kann trefflich (durchaus auch theologisch) streiten, ob es ein eigenes kirchliches Datenschutzrecht – die Kirche muss ja nicht alle Privilegien nutzen, die das Grundgesetz ihr einräumt – braucht oder ob nicht besser in diesem Bereich staatliches Recht hätte übernommen werden sollen. Aber Gesetz ist nun mal Gesetz und daher einzuhalten, sonst droht ab dem 24. Mai nach Kirchenrecht ein Bußgeld, das bis zu einer halben Million Euro betragen kann.

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Datenmissbrauch bei Facebook: Wir haben es nicht wissen wollen

Screenshot_2018-03-21-11-14-41Man hätte es wissen können, doch wegschauen geht nicht mehr. Statt billiger Empörung über den Datenskandal bei Facebook und Cambridge Analytica ist eine sachliche Auseinandersetzung notwendig. Hier stichwortwartig einige Punkte:

Wir sind nur Gast auf Facebook – d.h. wir dürfen uns (als Institution und privat)  in unserer Kommunikation nicht von Facebook abhängig machen.

Facebooks Geschäftsmodell ist Datensammlung, um damit Dienste anzubieten.

Der Skandal um Cambridge Analytica ist daher eigentlich nicht unerwartet, sondern zeigt symptomatisch die Problematik sozialer Netzwerke wie Facebook auf. Mehr von diesem Beitrag lesen

Datenschutz bei Cloud-Anwendungen: Die sind ja alle Stalker

„Die sind ja alle Stalker“ – Datenfluss zwischen Smartwatch und Smartphone-App

Auf der Fachtagung „Leben – lieben – liken: Familie und Digitalisierung“ hielt ich einen Workshop zu „Datenschutz und Datensouveränität“. Mir war wichtig zu zeigen, dass Datenschutz anfängt, bevor ich beginne, Daten zu verarbeiten.

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Datenschutz versus Kommunikation des Evangeliums?

FireShotCapture002Mutig und pointiert beschreiben die zwei Kollegen und eine Kollegin aus Westfalen, wie der kirchliche Datenschutz ihre Arbeit einschränkt und beklagen, dass ein lebensfremder Datenschutz die Folge sei, wenn man „Juristinnen und Juristen und Techniker(n)“ [sic! Gibt es keine Technikerinnen?] das Feld überlasse:

Eine Kirche, die diesen Auftrag ernst nimmt, tummelt sich auch im Digitalen dort, wo die Menschen unterwegs sind. Sie setzt auf etablierte Plattformen, statt proprietäre Lösungen zu entwickeln, die anschließend im Regal verschimmeln. Sie verbreitet die beste Botschaft der Welt über reichweitenstarke digitale Kanäle.

Es könnte so einfach sein. Wäre da nicht der kirchliche Datenschutz, der diesem Vorhaben einen dicken Knüppel zwischen die Speichen wirft.

Sorry, aber das kommt dabei heraus, wenn Juristinnen und Juristen und Techniker allein die Rahmenbedingungen für das kirchliche Leben determinieren. Und lässt man es zu, dass sie ihre Positionen gegenüber kirchenleitenden Menschen artikulieren, die – mit Verlaub – in der Regel über wenig substanzielles Detailwissen verfügen, wird widerspruchslos ein neues EKD-Datenschutzgesetz beschlossen, das die Position des Datenschutzbeauftragten als Aufsichtsbehörde stärkt und mit umfangreicheren Rechten und empfindlichen Durchgriffsmöglichkeiten ausstattet. Dabei gäbe es digital affine Menschen in den Reihen der Kirche, die sicherlich gerne als Expertinnen und Experten zur Verfügung stünden.

Ich kann die Beschreibung der Lage gut nachvollziehen, würde aber andere Konsequenzen ziehen. Mir ist es nicht ersichtlich, warum es überhaupt ein eigenes kirchliches Datenschutzrecht gibt. Ich bin Theologe und Informatiker, kein Jurist, daher nur als Frage und nicht als Aussage: gäbe es kein eigenes kirchliches Datenschutzgesetz, würde das staatliche Datenschutzrecht gelten, hätte die Kirche dadurch etwas verloren? Ich denke nein. Oder die Kirche könnte einfach staatliches Recht übernehmen, wie sie es in anderen Bereichen auch tut. Mehr von diesem Beitrag lesen