Datenschutz: Keine Insellösungen für die Öffentlichkeitsarbeit

EKD-DSG-36165537976_a475a50782_oDie Uhr tickt, das neue EKD-Datenschutzgesetz kommt auf einmal ganz plötzlich. Es ist fast so wie bei Weihnachten, das ganz unerwartet am 24. Dezember auf einmal da ist, und man besorgt die letzten Geschenke am Vormittag des Heiligabends. In Bezug auf Datenschutz reden wir nicht über Dezember, sondern Mai. Zum 24.5.2018 tritt das neue EKD-Datenschutzgesetz in Kraft, am Folgetag dann die EU-Datenschutzgrundverordnung. Im November hatte die EKD-Synode das DSG-EKD 2018 beschlossen, um das kirchliche Recht der dann EU-weit geltenden Datenschutzgrundverordnung anzupassen. Man kann trefflich (durchaus auch theologisch) streiten, ob es ein eigenes kirchliches Datenschutzrecht – die Kirche muss ja nicht alle Privilegien nutzen, die das Grundgesetz ihr einräumt – braucht oder ob nicht besser in diesem Bereich staatliches Recht hätte übernommen werden sollen. Aber Gesetz ist nun mal Gesetz und daher einzuhalten, sonst droht ab dem 24. Mai nach Kirchenrecht ein Bußgeld, das bis zu einer halben Million Euro betragen kann.

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Datenmissbrauch bei Facebook: Wir haben es nicht wissen wollen

Screenshot_2018-03-21-11-14-41Man hätte es wissen können, doch wegschauen geht nicht mehr. Statt billiger Empörung über den Datenskandal bei Facebook und Cambridge Analytica ist eine sachliche Auseinandersetzung notwendig. Hier stichwortwartig einige Punkte:

Wir sind nur Gast auf Facebook – d.h. wir dürfen uns (als Institution und privat)  in unserer Kommunikation nicht von Facebook abhängig machen.

Facebooks Geschäftsmodell ist Datensammlung, um damit Dienste anzubieten.

Der Skandal um Cambridge Analytica ist daher eigentlich nicht unerwartet, sondern zeigt symptomatisch die Problematik sozialer Netzwerke wie Facebook auf. Mehr von diesem Beitrag lesen

Datenschutz bei Cloud-Anwendungen: Die sind ja alle Stalker

„Die sind ja alle Stalker“ – Datenfluss zwischen Smartwatch und Smartphone-App

Auf der Fachtagung „Leben – lieben – liken: Familie und Digitalisierung“ hielt ich einen Workshop zu „Datenschutz und Datensouveränität“. Mir war wichtig zu zeigen, dass Datenschutz anfängt, bevor ich beginne, Daten zu verarbeiten.

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Datenschutz versus Kommunikation des Evangeliums?

FireShotCapture002Mutig und pointiert beschreiben die zwei Kollegen und eine Kollegin aus Westfalen, wie der kirchliche Datenschutz ihre Arbeit einschränkt und beklagen, dass ein lebensfremder Datenschutz die Folge sei, wenn man „Juristinnen und Juristen und Techniker(n)“ [sic! Gibt es keine Technikerinnen?] das Feld überlasse:

Eine Kirche, die diesen Auftrag ernst nimmt, tummelt sich auch im Digitalen dort, wo die Menschen unterwegs sind. Sie setzt auf etablierte Plattformen, statt proprietäre Lösungen zu entwickeln, die anschließend im Regal verschimmeln. Sie verbreitet die beste Botschaft der Welt über reichweitenstarke digitale Kanäle.

Es könnte so einfach sein. Wäre da nicht der kirchliche Datenschutz, der diesem Vorhaben einen dicken Knüppel zwischen die Speichen wirft.

Sorry, aber das kommt dabei heraus, wenn Juristinnen und Juristen und Techniker allein die Rahmenbedingungen für das kirchliche Leben determinieren. Und lässt man es zu, dass sie ihre Positionen gegenüber kirchenleitenden Menschen artikulieren, die – mit Verlaub – in der Regel über wenig substanzielles Detailwissen verfügen, wird widerspruchslos ein neues EKD-Datenschutzgesetz beschlossen, das die Position des Datenschutzbeauftragten als Aufsichtsbehörde stärkt und mit umfangreicheren Rechten und empfindlichen Durchgriffsmöglichkeiten ausstattet. Dabei gäbe es digital affine Menschen in den Reihen der Kirche, die sicherlich gerne als Expertinnen und Experten zur Verfügung stünden.

Ich kann die Beschreibung der Lage gut nachvollziehen, würde aber andere Konsequenzen ziehen. Mir ist es nicht ersichtlich, warum es überhaupt ein eigenes kirchliches Datenschutzrecht gibt. Ich bin Theologe und Informatiker, kein Jurist, daher nur als Frage und nicht als Aussage: gäbe es kein eigenes kirchliches Datenschutzgesetz, würde das staatliche Datenschutzrecht gelten, hätte die Kirche dadurch etwas verloren? Ich denke nein. Oder die Kirche könnte einfach staatliches Recht übernehmen, wie sie es in anderen Bereichen auch tut. Mehr von diesem Beitrag lesen

Die gläserne Familie? – Gedanken zum Datenschutz

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„Papa, Papa, ich habe ein ‚musical.ly‘ gemacht, kann ich das online stellen?,“ so fragt die zehnjährige Tochter ihren Vater, als er nach Hause kommt. Neben ihr steht die Freundin, mit der sie gemeinsam das Musik-Video aufgenommen hat. Eine nicht untypische Momentaufnahme einer Familie, die eine musikbegeisterte Tochter im Teenager-Alter hat, und die deutlich macht, welche Komplexität das Thema Umgang mit personenbezogenen Daten in Familien haben kann.

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Ist die Cloud böse?

Wolken

Wolken

So fragt Stefan Lesting in einem Blogpost auf Frisch Fischen. Natürlich nicht, die Beispiele, die er jedoch für den Umgang mit der Cloud bringt, zeigen, wie schwer sich die Kirche(n) mit dem Datenspeichern im Netz tut/tun. Diese Skepsis scheinen Protestanten und Katholiken in ökumenischer Verbundenheit zu teilen. Mehr von diesem Beitrag lesen

Facebook: Es ist eine Kosten-Nutzen-Rechnung

Facebook-Werbung

Facebook-Werbung

Auch wenn die Nutzung von Facebook nichts kostet (sieht man vom absurden Versuch 2012 ab, dass Facebook es sich bezahlen lassen wollte, Posts bevorzugt bei Freunden anzuzeigen), so hat Nutzung von Facebook jedoch einen Preis, jeder bezahlt mit seinen Daten.

Facebook ist eben kein Wohlfahrtsverband, es stellt sich daher die Frage, ob das, was man Facebook gibt – Daten über sich – , die Gegenleistung wert ist, die man empfängt.

Es ist eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Mehr von diesem Beitrag lesen

Darf ich als Christ Google Now nutzen?

Klassischer Wecker

Klassischer Wecker

Mich weckt das Handy mit einem smarten Alarm, Minuten vor der eigentlichen Weckzeiten beginnt das Handy leise Musik zu summen, bis es zur festgesetzten dann mit einem lauten Alarm sicherstellt, dass ich tatsächlich aufstehe. Der Blick auf den Startbildschirm zeigt mir an, das es auf dem Weg zur Arbeit sich bereits Staus gebildet haben und ich zehn Minuten länger brauchen werde als normal. Also etwas schneller frühstücken. Heute entscheide ich mich fürs Tablet, auf dem ich das nach meinen Interessen zusammengestellte und personalisierte Online-Magazin lese. Dank Abgleich über die Cloud kann ich bei Leerzeiten im Laufe des Tages auf dem Smartphone weiterlesen. Rasch ins Auto. Welche Autobahn soll ich nehmen? Das Navi im Handy zeigt mir fast in Echtzeit den Stau an, so dass ich mich für die optimale Route entscheiden kann. Ich will ungestört arbeiten und schalte das Profil ein, dass unliebsame Anrufer abweist, mich aber benachrichtigt, wenn Mails von wichtigen Absendern eintreffen. Auf der Fahrt zu einem Meeting höre ich Musik, die mir meine Online-Kontakte empfohlen haben. Ich parke das Auto in einer unbekannten Straße. Ich muss mir aber den genauen Standort nicht merken, mein Handy tut automatisch es für mich. Nachdem Meeting navigiert mich mein Handy zurück zum Parkplatz. Um Zeit zu sparen, fahre ich direkt los und sage dem Handy, bring mich nach Hause. Angekommen steige ich aus und sehe, wie viele Schritte ich heute schon gegangen bin und welche Aktivitäten ich noch machen muss, um das angestrebte Fitnessziel zu erreichen. Nach dem Sport noch ein Video online ansehen, dabei verlasse ich mich auf die Empfehlung des Video-Dienstes. Erschöpft rufe ich nach dem Film dem Handy noch zu, weck mich morgen um halb sieben, und falle in den Schlaf. Mehr von diesem Beitrag lesen

Datenschutz: Absolute Sicherheit gibt es nicht

Mail: Wer liest mit?

Mail: Wer liest mit?

Datenschutz steht – nicht zuletzt dank den NSA-Enthüllungen durch Edward Snowden hoch im Kurs. Kein Entscheidungsträger will sich nachsagen lassen, in Bezug auf Datenschutz versagt zu haben. Deshalb hat in einem Entscheidungsprozess der die besseren Argumente auf seiner Seite, der den Aspekt des Datenschutzes in seiner Begründung einbauen kann. So kann dann  Datenschutz schnell zu einem Totschlagargument werden. Statt Reflexhandlungen benötigen wir einen realistischen Umgang mit dem Datenschutz, nur so können wir das tun, was tatsächlich den größtmöglichen Nutzen hat. Mehr von diesem Beitrag lesen

Mechthild bloggt, die New York Times schweigt

Mechthild bloggt

Mechthild bloggt

Das Internet macht es möglich, auch in den USA ist man mit neuesten Nachrichten aus Deutschland gut versorgt.  Aufmacher der FAZ: sind „Die neuen Krypto-Kriege„, daneben direkt eine Meldung, dass mehr Abgeordnete ihre Mails künftig verschlüsseln wollen,  ähnlich wie die FAZ auch der Aufmacher von Spiegel Online, ich klicke weiter, die sueddeutsche.de macht die Email-Sicherheit zum Aufmacher, ich bin mir sicher, ich könnte die Websites anderer deutscher meinungsbildender Medien durchgehen und ich käme zu einem ähnlichen Ergebnis, der NSA-Skandal befeuert die deutschen Medien. Facebookfreunde und Kolleginnen und Kollegen, denen ich über Social Media folge, nehmen sich auch des Themas an. So auch Mechthild Werner im Blog der Pfälzer Landeskirche, wenn sie ihren Blogpost betitel: „Meine Daten gehörten mir„. Recht hat sie und ich habe direkt „Gefällt mir“ geklickt. Nicht die NSA, sondern die britische Version GCHQ ist das Thema in Nick Baines Blog, so warnt der in Medienfragen versierte Bischof der Church of England vor „Orwell’s nightmare„. Aber jenseits des Atlantiks sieht es anders aus. Mehr von diesem Beitrag lesen