Chatandacht am Ewigkeitssonntag: Im Gedenken miteinander verbunden

andacht_webZum achten Mal laden wir auf Trauernetz.de zu einer Chatandacht am Ewigkeitssonntag ein.
Ab jetzt können Angehörige, Freundinnen und Freunde die Namen von Menschen, die Ihnen wichtig sind und derer sie in der Andacht gedenken wollen, in ein Online-Formular eintragen. Diese Namen werden dann in der Andacht „verlesen“ – d.h. während des Chats eingeblendet. „Chatandacht am Ewigkeitssonntag: Im Gedenken miteinander verbunden“ weiterlesen

Free Software? – It’s Anthropology, Stupid

Screenshot_2016-09-04-07-41-08When I saw the call for papers, I submitted a proposal titled “The Anthropological Dimension of Free Software: a Philosophical Argument” as you can see in the announcement in the program.
Anthropology is the study of various aspects of humans within past and present societies. There are many cases one can make for Free Software but I believe if one is an advocate for or an opponent of Free Software ultimately depends on one’s idea of human beings – or anthroplogy.
I have to admit; sometimes I use Google and Google services.
We are having a family dinner in a nice restaurant, the food is marvelous, and I take out my cell phone and take a picture of the antipasti. When we are ready for dessert my phone vibrates, there is a notification from Google asking me to contribute my photo to the collection of the restaurant’s photos on Google maps and comment on the restaurant.
You all know what’s happened. Google knows my location, my photos are geo-tagged and uploaded to Google photos, Google uses this information to ask me for more information – and if I share my photo on Google maps and rate the restaurant, then I further contribute to Google’s world-wide knowledge. I will not focus on privacy issues but on the aspect of sharing. When asked, it is a reflex for many people to help. They freely give their information to Google without realizing that Google does not reciprocate by making this information available under a free license but controls who gets access to this information. „Free Software? – It’s Anthropology, Stupid“ weiterlesen

Freie Software? – Auch eine Frage des Menschenbildes

20160818_131708Wie ich zu freier Software stehe, hängt auch vom Menschenbild ab, das ich habe. Der Umgang mit Freier Software ist nicht nur eine wirtschaftliche Frage, sondern auch eine weltanschauliche. In der christlichen Tradition gibt es viele Anknüpfungspunkte, aber im Engagement für Freie Software ist ein Zusammenschluss vieler Akteure auch unterschiedlicher Weltanschauungen notwendig. Im Blick auf die christliche Tradition fand ich es sehr spannend zu lesen, wie der amerikanische Soziologe Robert Merton (links ist seine Dissertation abgebildet) beschreibt, wie die Gemeinwohlorientierung im Puritanismus (und in Deutschland im Pietismus) zu einer gesellschaftlichen Haltung führte, in dem man Wissen freizügig teilte. Solch eine Haltung wiederzuentdecken ist für die Informationsgesellschaft wichtig, damit nicht einige wenige amerikanische Internetkonzerne exklusiven Zugriff auf die Ressourcen der Informationsgesellschaft haben, sondern die Allgemeinheit, was durch Freie Software, Open Access, Open Educational Resources, Open Data sichergestellt wird.
In meinem Vortrag auf der QtCon will ich darlegen, dass die Entscheidung, sich für Feie Software zu engagieren, aus einem Menschenbild folgt, das das Teilen (Sharing) in den Mittelpunkt stellt.
Anbei eine erste Version meines Vortrages – der auf der QtCon natürlich auf Englisch gehalten wird. Kommentare, Feeback und Kritik gerne. An dieser Stelle der Hinweis, dass der Vortrag noch work in progess ist. Meine Thesen verkürzen einige Sachverhalte, ich werde sie ananderer Stelle grne ausführlicher begründen. „Freie Software? – Auch eine Frage des Menschenbildes“ weiterlesen

Was würde Jesus zu Freier Software sagen?

20160731_110801Ist „Freie Software” christlicher? Diese Frage lässt sich zumindest im Sinne einer Präferenz für Freie Software (häufig auch Open Source genannt) antworten, so zumindest die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland auf ihrer Tagung im Jahre 2015.
Grundsätzlicher geht es um die Frage nach dem Menschenbild. Welches Menschenbild liegt den vier Freiheiten Freier Software zu Grunde? Wie verhält dies sich zum christlichen Menschenbild? „Was würde Jesus zu Freier Software sagen?“ weiterlesen

Frauenordination, weil vom Evangelium geboten

Talar

Talar
Talar

Der Beschluss der  Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland, die Frauenordination abzuschaffen, hat in Deutschland zu großer Empörung geführt, eine Wiederkehr des Mittelalters wurde beschworen. Angst vor einer Rückkehr ins Mittelalter ist jedoch kein theologisches Kriterium, sondern der Beschluss ist falsch, weil er – so wie ich die Bibel gemäß reformatorischer Lehre verstehe – gegen das Evanglium verstößt.
Frauenordination? Kommt in der Bibel nicht vor. Schwule Pfarrer im Pfarrhaus? Gibt es in der Bibel auch nicht.  Aber wir finden in der Bibel Polygamie und Todesstrafe, trotzdem sieht keine Lebensordnung einer Kirche Polygamie vor oder hat die Todesstrafe im Kirchenrecht. Etwas ist theolgisch  nicht deshalb erlaubt oder deswegen verboten, weil es in der Bibel vorkommt oder eben nicht vorkommt, sondern die Frage lautet: Wie kommt in einer Frage das Evangelium zum Tragen? „Frauenordination, weil vom Evangelium geboten“ weiterlesen

Internetgottesdienst: „Ihr da draußen”

Screenshot from 2016-04-10 13:54:07
Kurz vor zwei Uhr ging ich gestern auf Sublan.TV, um beim allseits angekündigten interaktiven Gottesdienst dabei zu sein. In meinem Firefox-Browser klickte ich auf „Wie funktiert es” und erhielt eine Fehlermeldung, ich wechselte zu Chrome, und der Stream startete, ich sah ein Studio, Moderatoren, eine Band und Menschen, die durchs Bild huschten. Nun hieß es Warten bis zum Beginn. „Internetgottesdienst: „Ihr da draußen”“ weiterlesen

Von Open Access und Privacy sowie von christlicher Unterweisung und göttlicher Vorhersehung oder: digitale Souveränität theologisch

wordle 3

Einleitung

Digitale Souveränität bezeichnet die Möglichkeit eines Menschen, digitale Medien souverän
selbstbestimmt zu nutzen, sie erweitert so den Begriffes der Medienkompetenz. Neben individuellen Voraussetzungen sind aber auch entsprechende Rahmenbedingungen notwendig, um souveränes Handeln in digitalen Medien ermöglichen, dazu gehören die Bereitstellung entsprechender Produkten und Technologien, z.B. sicherer Transportweg
für Daten aber auch regulatorische Maßnahmen. Auch diese äußeren Gegebenheiten beeinflussen zu einem großen Teil die digitale Souveränität der Bürgerinnen und Bürger einer Gesellschaft und der Gesellschaft selbst.
Digitale Souveränität ist daher ein wichtiges Thema unserer Gesellschaft, schon deshalb sollten wir uns als Kirche damit beschäftigen, denn wir verstehen uns als Teil der Gesellschaft verstehen und wir wollen uns in ihre Diskursen einbringen.
Beim Thema „Digitale Souveränität” geht es aber auch um das Menschenbild. Es geht um
die anthropologische Frage, wer ist der digitale Mensch. Was bedeutet das christliche Menschenbild für die Digitalisierung? Was können wir als Kirche, was kann unsere Theologie beitragen? „Von Open Access und Privacy sowie von christlicher Unterweisung und göttlicher Vorhersehung oder: digitale Souveränität theologisch“ weiterlesen

Grammatik des Online-Gottesdienstes

mammothhq_com_boards_154678-fachtag-religiose-kommunikatEingeladen zu einem Vortrag “Andacht & Gottesdienst online – theologisch” gehe ich auf einer Zeitschiene die Veröffentlichungen und Argumentationsmuster der letzten Jahre durch.
Mit fällt auf, das Thema Gottesdienst ist – zumindest in dieser Diskussion – eng mit dem Thema Gemeinde verknüpft. Im Gottesdienst versammelt sich die Gemeinde, das Idealbild ist der sonntägliche Gottesdienst der Ortgemeinde, in welchem sich die Gemeindeglieder unter Wort und Sakrament versammeln. Und das ist online anders. „Grammatik des Online-Gottesdienstes“ weiterlesen

Posadas – Herbergssuche nicht nur in Mexiko

Mexikanische Christbaumkugeln
Mexikanische Christbaumkugeln

 
Posadas sind vorweihnachtliche Feiern in Mexiko, die die Herbergssuche mit einem Wechselgesang nachspielen. Freunde und Verwandte treffen sich in einem Haus. Eine Gruppe steht vor der Eingangstür, sie stellen Maria und Joseph dar, die um eine Herberge bitten. Im Haus ist die andere Gruppe, der Gastwirt mit seinen Gästen. Der Gastwirt weist die Fremden ab, erst als er in ihnen Maria und Josef erkennt, lässt er sie ein.
Auf den Brauch der Posada habe ich in meiner Weihnachtspredigt Bezug genommen. „Posadas – Herbergssuche nicht nur in Mexiko“ weiterlesen

Kommen Flüchtlinge in der Weihnachtsgeschichte vor? #RefugeesWelcome #ChristmasStory.World


Wie lässt sich 2015 Weihnachten feiern? Die Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium erzählt von einer Herbergssuche. In Krippenspielen wird das oft ausgeschmückt dargestellt. In Mexiko gibt es die Tradition der Posada  – die Herbergssuche wird in einem Singespiel dargestellt: Das Heilige Paar bittet um Herberge, der Wirt weist sie ab („Da könnte doch jeder daherkommen”), erst als er sie als Maria und Josef erkennt, lässt er sie ein, denn der Heiligen Familie muss man doch Unterkunft gewähren. „Kommen Flüchtlinge in der Weihnachtsgeschichte vor? #RefugeesWelcome #ChristmasStory.World“ weiterlesen