Mark hört mit

Gestern auf einer der regionalen IT-Konferenz der EKiR warb ein Teilnehmer starkt für die Nutzung sozialer Medien in der Kirche. Etwas ungewöhnlich in einem Prozess, der von  IT-Sicherheit und Datenschutz getrieben wird. Sein Anliegen: wir dürfen nicht dabei stehen bleiben, unsere Email sicher zu machen, wenn viele über Mail-Kommunikation nicht mehr erreichbar sind. Daher der Hinweis auf Facebook.
Nach der Veranstaltung sprach ich ihn an, darauf die Antwort: “Persönlich hasse ich Facebook, aber ohne geht es nicht mehr.” „Mark hört mit“ weiterlesen

Quo vadis, Facebook?

Facebook ist ein, für viele sogar “das” soziale Netzwerk. Für Unternehmen ist es daher eigentlich gesetzt, dass sie auf Facebook sind, denn Social Media Aktivitäten sind Pflichtprogramm. Dies gilt auch für die Kirchen. Wenn bei Unternehmen das Ziel ist, über  Scocial Media ihre Produkte zu vertreiben und es damit Messgrößen für den Erfolg von Social Media Aktivitäten gibt, wie sich eingesetzte Mittel zum angestrebten Ergebnis verhalten, wird dies für Kirchen und Non-Profit-Organisationen schwieriger, den Erfolg ihrer Social Media Aktivitäten zu beziffern.
Eine Facebook-Fanpage zu betreiben, nur um Reichweite zu erzielen, macht ökonomisch keinen Sinn mehr (eigentlich müsste man fragen, ob es je sinnvoll gewesen sei). Während man  in der Vergangenheit mit Einsatz vergleichsweise geringer Ressourcen eine größere Reichweite gut zu erzielen war, ist dies nun nicht mehr möglich. “Wer nicht zahlt, ist nicht sichtbar” folgerte Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, Leiter Digitale Kommunikation und Innovationen bei Achtung!.  Die organische Reichweite bei Facebook-Fanpages sinkt, denn Facebook hat den Algorithmus verändert, der für die Einblendung von Facebook-Posts bei den Fans regelt, die Fanpages geliket haben. Diese Verschärfung ist keine Überraschung, es war in Fachkreisen schon lange erwartet worden, dass Facebook endlich Kasse machen will. „Quo vadis, Facebook?“ weiterlesen

Unter der Dusche habe ich kein Telefon – oder die Crux mit dem Rückkanal

DLF-Morgenandacht au Facebook
DLF-Morgenandacht au Facebook

Ich gestehe, ich gehöre nicht zu den Menschen, die morgens das Radio wegen der Morgenandacht anschalten, aber ich höre gerne die Morgenandacht, wenn ich sowieso schon Radio höre. Für mich ist Radio ein klassisches Nebenbei-Medium, meistens im Badezimmer und im Auto.
Als ich gestern aus der Dusche steige, höre ich einen interessanten Kommentar zur deutschen Außenpolitik und der Krise in der Ukraine. Erst am Ende wird mir klar, es läuft noch die Morgenandacht im Deutschlandfunk, als Pfarrer Burkhard Müller seine Telefonnummer zweimal wiederholt und ein Gespräch über diese Andacht anbietet. Da ich unter der Dusche kein Telefon habe und auch keine Stifte bei uns im Badezimmer rumliegen, bin ich froh, dass am Ende auch noch eine Facebook-Anschrift erwähnt wird. „Unter der Dusche habe ich kein Telefon – oder die Crux mit dem Rückkanal“ weiterlesen

πάντα ῥεῖ – alles ist im Fluss

So sagt der Philosoph Heraklit. Wenn etwas in Bewegung ist, fällt es schwer, Veränderung zu bemerken. Eigentlich bräuchte es Fixpunkte, um den Wandel festzustellen. Manchmal sind es dann auch Zufälligkeiten, die zum Nachdenken anregen.
Eigentlich hatte ich mir Eric Schmidts Buch “The New Digital Age: Reshaping the Future of People, Nations and Business” bestellt, und freute mich darauf, endlich auf einer Dienstreise mal wieder zu lesen. Das Buch fand dann doch nicht den Weg in den Rucksack, mein Notebook habe – soweit ich mich erinnere – aber noch nicht vergessen. So bleibt mir statt des Lesens nun das Bloggen im Zug. „πάντα ῥεῖ – alles ist im Fluss“ weiterlesen

Facebook will nicht gar sozial sein

Der 2010 gedrehte Film  „Social Network“  erzählt die Gründungsgeschichte von Facebook nach, Facebook  wird als soziales Netzwerk beschrieben. Mit solchem Mythos lebt sich gut. Googles Motto lautet „Don’t do evil“ und man geriert sich als Weltverbesserer und Facebook stellt sich als Unternehmen dar, dass soziale Kontakte fördert. Dieses Images als soziales Netzwerk mag PR-mäßig gut ankommen bzw. angekommen sein, ist aber nicht mehr durch die Realität gedeckt. Gut, dass da jemand ausspricht, was Facebook nicht mehr ist bzw. nicht mehr sein will. Und interessant, wenn dies der Chef von Facebook Deutschland tut, so  F. Scott Woods wie neulich im Interview mit www.derhandel.de.
Beim Börsengang von Facebook in 2012 wurde oft hinterfragt, was das Geschäftsmodell von Facebook sei. Analysten sahen den Trend, dass sich Facebook-Kommunikation immer mehr auf mobile Endgeräte verlagert, aber auf diesen Werbung nicht ausgespielt werden könne wie auf Desktop-Rechnern. Je mehr sich mobile Endgeräte verbreiten, desto schwieriger werde das Geschäftsmodell Werbung, denn für Werbeanzeigen wie auf PC-Bildschirmen sei das Handy-Display einfach zu klein. „Facebook will nicht gar sozial sein“ weiterlesen

Snapchat und Facebook: Weniger ist manchmal mehr

Snapchat Post
Snapchat Post

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, außerdem ist weniger manchmal mehr. Dies hat Evan Spiegel beherzigt, herausgekommen ist 2011 Snapchat – ein Foto-Messenger-Dienst: Man nimmt mit dem Smartphone ein Foto auf, kann darauf noch etwas schreiben und sendet es an einen oder mehrere Empfänger. Der Clou: Man kann einstellen, wie viele Sekunden der Empfänger das Foto sehen kann, dann ist es für immer weg. Nicht nur carpe diem, sondern carpe momentum. Kein Speichern für die Ewigkeit wie bei Facebook, sondern nur für den Augenblick. Kürzer ist mehr in der User Experience.
Ein Foto aus dem Bett, mit einem handschriftlichen „Gute Nacht + HDL“ versehen, wer würde sich über einen solchen Gute-Nacht-Gruß nicht freuen? Ein Foto aus der Bar oder von einen Party, das nicht geteilt werden kann? Das auf jeden Fall weg ist, wenn der Rausch ausgeschlafen ist? „Snapchat und Facebook: Weniger ist manchmal mehr“ weiterlesen

Worüber wollen wir sprechen?

God is still speaking
God is still speaking

God is still speaking – so lautet der Claim der United Church of Christ (UCC). Ich habe lange überlegt, wie die entsprechende deutsche Übersetzung lauten würde. “Gott spricht noch” – so würde Google-Translate übersetzen, aber dies klingt nicht so elegant wie das amerikanische Original, außerdem gibt es im Deutschen die Verlaufsform nicht.
Gott spricht – dann muss auch die Kirche die gute Nachricht kommunizieren, aussprechen und ins Gespräch bringen. Daher wiederholte Ann Posten, die Kommunikationsdirektorin der UCC, den Schlüsselbegriff „conversation“ mehrfach, als sie mir die Kommunikationsstrategie ihrer Kirche erläuterte. „Worüber wollen wir sprechen?“ weiterlesen

Kirche ohne Commitment? Religiös, aber nicht kirchlich?

When "Spiritual but Not Religious" Is Not Enough: Seeing God in Surprising Places, Even the Church^
When “Spiritual but Not Religious” Is Not Enough: Seeing God in Surprising Places, Even the Church
Manchmal mischen sich  verschiedene Puzzles, erstaunlich, wenn die Teile dann trotzdem zusammenpassen. Ich lese gerade das Buch „When ‘Spiritual but Not Religious’ Is Not Enough: Seeing God in Surprising Places, Even the Church” – auf Deutsch müsste man vielleicht übersetzen: “Kirchlich, aber nicht religiös”. Lillian Daniel beklagt sich – sehr humorvoll -, dass viele Zeitgenossen Gott lieber in der Natur, im Wald, im Sonnenuntergang finden, als in der Kirche.Wenn Leute erfahren, dass sie Pfarrerin ist, rechtfertigen sie sich und erzählen, wie religiös sie sind und warum sie deshalb nicht in die Kirche zu gehen brauchen. „Kirche ohne Commitment? Religiös, aber nicht kirchlich?“ weiterlesen

Social Media in der UCC: Das Internet belohnt den "early bird".

Schulrucksack auf der UCC-Facebook-Page
Schulrucksack auf der UCC-Facebook-Page
63.684 Facebook-Usern gefällt die United Church of Christ (UCC) ,  zurzeit “sprechen”  4.348 über die UCC  und  710 Menschen haben online im Church House der UCC eingecheckt.  Nur zum Vergleich, die Facebook-Kennzahlen anderer Mainline Protestant Churches.

Mechthild bloggt, die New York Times schweigt

Mechthild bloggt
Mechthild bloggt

Das Internet macht es möglich, auch in den USA ist man mit neuesten Nachrichten aus Deutschland gut versorgt.  Aufmacher der FAZ: sind “Die neuen Krypto-Kriege“, daneben direkt eine Meldung, dass mehr Abgeordnete ihre Mails künftig verschlüsseln wollen,  ähnlich wie die FAZ auch der Aufmacher von Spiegel Online, ich klicke weiter, die sueddeutsche.de macht die Email-Sicherheit zum Aufmacher, ich bin mir sicher, ich könnte die Websites anderer deutscher meinungsbildender Medien durchgehen und ich käme zu einem ähnlichen Ergebnis, der NSA-Skandal befeuert die deutschen Medien. Facebookfreunde und Kolleginnen und Kollegen, denen ich über Social Media folge, nehmen sich auch des Themas an. So auch Mechthild Werner im Blog der Pfälzer Landeskirche, wenn sie ihren Blogpost betitel: “Meine Daten gehörten mir“. Recht hat sie und ich habe direkt “Gefällt mir” geklickt. Nicht die NSA, sondern die britische Version GCHQ ist das Thema in Nick Baines Blog, so warnt der in Medienfragen versierte Bischof der Church of England vor “Orwell’s nightmare“. Aber jenseits des Atlantiks sieht es anders aus. „Mechthild bloggt, die New York Times schweigt“ weiterlesen