Online-Kirche neu denken

Manchmal mag es auch an den Begrifflichkeiten liegen, wenn man sieht, wie lange gerungen wurde, ob man von Online-Gemeinde sprechen darf oder doch nur von Online-Community. Auch wenn nun endlich die Terminologie theologisch und kirchenamtlich geklärt ist, entsteht dadurch keine Online-Gemeinde von selbst.
Die Erfahrungen beim Aufbau der amerikanischen Online-Gemeinde UCC Extravagance, von denen Lawrence T. Richardson, Digital Minister der United Church of Christ, auf der Loccumer Tagung „Mache den Raum deines Zeltes weit. Formen der Glaubenskommunikation im Social Web“ berichtete, lassen mich nun in eine andere Richtung denken.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Kommunikative Kirche

Tagcloud

Tagcloud

Nächste Woche bin ich nach Warschau zu einem Medien-Workshop der evangelischen Kirche Augsburger Bekenntnisses in Polen eingeladen.  Zur Vorbereitung einige Gedanken als Blogpost. Mich ehrt die Einladung, fertige Antworten habe ich nicht, aufgrund meiner Erfahrungen kann ich viele Fragen stellen, mit denen ich mich beschäftige, – und manchmal hat man als Außenstehender die Freiheit, etwas zu hinterfragen, was gesetzt scheint, aber vielleicht doch zu ändern wäre. Mehr von diesem Beitrag lesen

Online-Gemeinde der United Church of Christ: Arche oder Auferstehung?

Schlagworte verkürzen immer, bringen es aber auf den Punkt. Letzte Woche durfte ich am LinK-Event der United Church of Christ (UCC) teilnehmen, wo der Launch einer Online-Gemeinde der UCC vorbereitet wurde.

Die Herangehensweise der UCC bei der Gründung einer Online-Gemeinde ist sicherlich pragmatischer, aber die Situation, in der sich die UCC befindet, lässt sich durchaus mit deutschen Landeskirchen vergleichen. Gemeinden sind überaltert, die Denomination muss massiv sparen, Mainline Churches verlieren Mitglieder, Gemeinden werden aufgelöst. Vor diesem Hintergrund hat die General Synod beschlossen, eine Online-Gemeinde aufzubauen. Welches Ziel verfolgt die UCC mit diesem Plan? Geht es darum, mit der Online-Gemeinde die UCC ins Internet-Zeitalter hinüberzuretten? Ist die Online-Gemeinde quasi eine moderne Arche Noah, die hilft, die gegenwärtigen Widrigkeiten zu überwinden, bis die Zeiten besser werden? Oder bedeutet die Gründung einer Online-Gemeinde, dass die UCC keine Hoffnung mehr in den traditionellen Gemeinden sieht, diese zum Sterben verurteilt sind und hofft, dass die Online-Gemeinde Auferstehung ist, dass etwas radikal Neues entsteht. Geht es um die Projektion des traditionellen Kirchenverständnisses in die Zukunft oder darum, den Weg für eine neue Art, Kirche zu sein zu bereiten? „Are we building an ark or are we hoping for the resurrection to take place“ – auf diese plakative Formel brachte es einer der Experten auf dem LinK Event. Mehr von diesem Beitrag lesen

Worüber wollen wir sprechen?

God is still speaking

God is still speaking

God is still speaking – so lautet der Claim der United Church of Christ (UCC). Ich habe lange überlegt, wie die entsprechende deutsche Übersetzung lauten würde. „Gott spricht noch“ – so würde Google-Translate übersetzen, aber dies klingt nicht so elegant wie das amerikanische Original, außerdem gibt es im Deutschen die Verlaufsform nicht.

Gott spricht – dann muss auch die Kirche die gute Nachricht kommunizieren, aussprechen und ins Gespräch bringen. Daher wiederholte Ann Posten, die Kommunikationsdirektorin der UCC, den Schlüsselbegriff „conversation“ mehrfach, als sie mir die Kommunikationsstrategie ihrer Kirche erläuterte. Mehr von diesem Beitrag lesen

Neuer Anfang statt würdevoller Abgang

New Beginnings

New Beginnings or Gracious Exit?

Die Mainline Churches in den USA (u.a. Lutheraner, Presbyterianer, Anglikaner, United Church of Christ, Disciples of Christ) kämpfen mit Mitgliederschwund. Dass Kirchen schließen, ist nichts Ungewöhnliches. Auch die Alterstruktur der Mainline Churches ist ungünstig. Während in der Gesamtbevölkerung der USA rund 60% der Bevölkerung unter 50 Jahre sind und nur 40% über 50, ist es bei den Mitgliedern der Mainline Churches genau andersrum. UCC und PCUSA nehmen die Spitzenposition bei den überalteten Gemeindegliedern ein. Ein Grund für die Schließung von Kirchen ist daher auch das Alter der Gemeindeglieder. Gemeinden sterben, wenn niemand mehr in sie hineinwächst und Gemeindeglieder aufgrund ihres Alters ausscheiden oder sterben. Auch eine Gemeinde hat ein Lebensalter oder einen Lebenszyklus, so die Erfahrung in den USA. Es gibt Gemeinden, die weit über einhundert Jahre alt sind, es gibt aber auch Gemeinden, die nach wenigen Dekaden aufgeben. Im Durchschnitt werden in den USA Gemeinden so alt, wie es der durchschnittlichen Lebenserwartung von Menschen entspricht. Das Sterben einer Gemeinde ist daher auch etwas Natürliches. Mehr von diesem Beitrag lesen

Kirche ohne Commitment? Religiös, aber nicht kirchlich?

When "Spiritual but Not Religious" Is Not Enough: Seeing God in Surprising Places, Even the Church^

When „Spiritual but Not Religious“ Is Not Enough: Seeing God in Surprising Places, Even the Church

Manchmal mischen sich  verschiedene Puzzles, erstaunlich, wenn die Teile dann trotzdem zusammenpassen. Ich lese gerade das Buch „When ‚Spiritual but Not Religious‘ Is Not Enough: Seeing God in Surprising Places, Even the Church“ – auf Deutsch müsste man vielleicht übersetzen: „Kirchlich, aber nicht religiös“. Lillian Daniel beklagt sich – sehr humorvoll -, dass viele Zeitgenossen Gott lieber in der Natur, im Wald, im Sonnenuntergang finden, als in der Kirche.Wenn Leute erfahren, dass sie Pfarrerin ist, rechtfertigen sie sich und erzählen, wie religiös sie sind und warum sie deshalb nicht in die Kirche zu gehen brauchen. Mehr von diesem Beitrag lesen

We are Family

Mt Zion UCC Cleveland

Mt Zion UCC Cleveland

Während meiner Internship bei der UCC in Cleveland besuche ich sonntags verschiedene UCC-Gemeinden. Bei der Vielfalt ist die Auswahl nicht immer leicht, auf jeden Fall wurde mir aber die Mt. Zion Congregational Church UCC wärmstens empfohlen. Vorsichtig wie ich bin, frage ich nach dem Dresscode, da das Spektrum je nach Gemeinde von Shorts bis Anzug weit gefächert ist. Ich wolle ja nicht durch meine falsche Bekleidung direkt auffallen, scherze ich mit den Kolleginnen und Kollegen im Kirchenamt. Viele trügen Anzug, aber Kleidung sei kein Problem, „all are welcome“ist die Antwort  – und auffallen werde ich auf jeden Fall. In einer afro-amerikanischen Gemeinde kann man sich als weißer Mitteleuropäer eben nicht verstecken. Vor dem Besuch sehe ich mir natürlich die Website an , dort wird die Gemeinde als „inspirational, intelligent, and Spirit-filled ministry“ beschrieben. Ich bin gespannt. Gottesdienstbeginn ist elf Uhr, auch das ist mir sympathisch. Mehr von diesem Beitrag lesen

Social Media in der UCC: Das Internet belohnt den „early bird“.

Schulrucksack auf der UCC-Facebook-Page

Schulrucksack auf der UCC-Facebook-Page

63.684 Facebook-Usern gefällt die United Church of Christ (UCC) ,  zurzeit “sprechen”  4.348 über die UCC  und  710 Menschen haben online im Church House der UCC eingecheckt.  Nur zum Vergleich, die Facebook-Kennzahlen anderer Mainline Protestant Churches.

Young Evangelicals Are Getting High

Ein guter Einblick in die amerikanische Kirchenlandschaft, wie sich Erwartungen an evangelikale Gemeinden und die protestantischen Mainline-Kirchen ändern. Aufschlussreich auch die Diskussion dazu auf der UCC-Facebook-Fanpage.

THE CHRISTIAN PUNDIT

princeton chapel A friend of mine attended a Christian college where almost all of the students, including her, grew up in non-denominational, evangelical Protestant churches. A few years after graduation, she is the only person in her graduating class who is not Roman Catholic,  high Anglican or Lutheran. The town I live in has several „evangelical“ Protestant colleges: on Ash Wednesday you can tell who studies at them by the ash crosses on their foreheads.

Young Christians are going over to Catholicism and high Anglicanism/Lutheranism in droves, despite growing up in low Protestant churches that told them about Jesus. It’s a trend that is growing, and it looks like it might go that way for a while: people who grew up in stereotypical, casual evangelicalism are running back past their parents‘ church to something that looks like it was dug out of Europe a couple hundred years ago at least. It’s encouraged…

Ursprünglichen Post anzeigen 721 weitere Wörter

Pastoral Prayer – Erfahrungen aus den USA

Penn Central Conference UEK Partnership Committee

Penn Central Conference UEK Partnership Committee

Für sechs Wochen bin ich im National Office der UCC, letztes Wochenende besuchte ich die Partner-Konferenz der EKiR, die UCC Penn Central Conference in Harrisburg. Am Samstag war ein Partnerschaftstreffen verabredet. Eine kleine Gruppe von Pfarrerinnen und Pfarrern erwarteten mich am Vormittag, ich hatte eine Präsentation vorbereitet. Am Anfang eine Vorstellungsrunde, jeder erzählt kurz von sich. Ganz informell. Ich dachte, jetzt beginne ich gleich mit meiner Präsentation und will schon mein Notebook hochfahren, doch dann erklärt der Leiter des Partnerschatfskomitees, man beginne diese Treffen mit einer geistlichen Besinnung. Er gibt drei Impulse. Dann erzählen die Kolleginnen und Kollegen, was ihnen geistlich Kraft gibt, berichten von ihren Erfahrungen von „centering prayer“, den Losungen und Meditation – alles unaufgesetzt und doch sehr persönlich. Warum gelingt es uns in Deutschland nicht, auch so unaufgeregt über geistliches Leben zu reden, ohne zu frömmeln? Mehr von diesem Beitrag lesen