OER: Biblisch-theologische Gedanken

Bildung im Alten Orient beruhte vor allem auf mündlicher Überlieferung. Im alten Israel wurden Erzählungen immer wieder wiederholt und über 20 bis 40 Generationen mündlich weitergegeben, bevor sie zum ersten Mal niedergeschrieben wurden. Später entstand das Bedürfnis, an diesen durch den Traditionsprozess gereiften Texten keine Veränderungen mehr zuzulassen. Deswegen wurden die Erzählungen des Alten Testaments weiterhin erzählt, aber parallel auch niedergeschrieben und der Text durch besondere Siglen in Bedeutung und Aussprache geschützt.

Offen waren die mündlichen Erzählungen am Lagerfeuer, zumindest für die eigene Sippe. Frei zugänglich auch, wenn man zur Sippe oder deren Gästen zählte und evtl. einen Marsch oder Kamelritt auf sich nahm. Als Quelle wurden diese Geschichten empfunden und genossen. Auch als „Bildungs“-Quelle, weil Erinnern, Erzählen,  Bildung und Gottesdienst zusammen gehören: „Höre Israel,…“ (Dtn 6,4) Mehr von diesem Beitrag lesen

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Lieber Twitter-Prägnanz als rückwärtsgewandte Ignoranz

Twitter-Screenshot

Twitter-Screenshot

Tablets, Twitter und WhatsApp sollten Kinder erst ab 14 Jahren benutzen, fordert Rechtschreibrat-Chef Hans Zehetmair, denn Twitter und SMS schaden der Sprache und gefährden das deutsche Sprachgut. Die Altersgrenze für die Nutzung dieser Medien stelle sicher, dass Jugendliche schon gefestigte Deutsch-Kenntnisse hätten und daher nicht dem Sprachverfall anheim fielen.

Man könnte diese Meldung unter #AlleJahrewieder verbuchen und vergessen, aber sie ist ob ihrer Ignoranz einfach ärgerlich und absurd. Mehr von diesem Beitrag lesen

Andacht zum Reformtionstag: Selbst eine Klout von 100 hilft mir nicht zur Seligkeit

Römer 3,21-28

Römer 3,21-28 nach Luther-Bibel 1545

Andacht zum Reformationstag 2012 über Römer 3,21-28

Ich sitze abends noch am PC, meine Tochter sieht, dass ich auf Facebook bin und sagt:

„Papa, ich bin besser als du.“
„Warum?“
„Ich habe mehr Freunde – und außerdem sind deine Freunde keine echten Freunde, sondern nur von der Arbeit.“

Bemisst sich der Wert eines Menschen an dem, was er hat? An der Anzahl der „Freunde“– besser: der Kontakte auf Facebook? Statt Facebook-Freunden kann man auch anderes einfügen, was einen Menschen wertvoll oder eben nicht-wertvoll macht. Macht das Haus, die Arbeit, das Geld, das man verdient, oder die Freunde aus der „Kohlenstoffwelt“ einen wertvoll? Mehr von diesem Beitrag lesen

Halloween: Mochte Martin Luther Bonbons oder Suppe?

Der 31. Oktober ist Halloween, oder? Die letzen Jahre laufen am letzten Oktobertag die Kinder bei uns kostümiert durch  die Siedlung, klingeln, rufen „Süßes oder Saures“ und erwarten Süßigkeiten. Sie sind überrascht (und auch empört), wenn ihnen ein Nachbar erklärt, das Halloween kein richtiger Feiertag sei, und ihnen nichts gibt.

Wie gehen wir mit dem aus den USA importierten Feiertag um, der mit unserem Reformationstag zusammenfällt?

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Halloween als Protest gegen Kinderarbeit nutzen – Ein Vorschlag aus den USA

Bei uns in Deutschland lautet kirchlicherseits die Ansage: der 31.10 ist Reformationstag, nicht Halloween. Oder vielleicht mit etwas Humor: Martin Luther mochte Kürbisse – aber in der Suppe. Für den „Fat Pastor“ aus den USA ist Halloween als Festtag überhaupt kein Problem, sondern ein Anlass, sich gegen Kinderarbeit und für Fair Trade einzusetzen. Die Kulturen sind unterschiedlich …

The Fat Pastor

Justice can be sweet.  Especially when it is mixed with sugar and milk.  Halloween is approaching fast, and it’s not too late to make your Halloween a just one.  Order fair trade chocolate minis today from Equal Exchange, and you can still get them in time for Halloween.

Our church ordered a case of them.  We are going to use a hot glue gun to paste them to postcards to teach people about the benefits of fair trade chocolate.  My daughter, and other kids from our Sunday school, are really excited about the chance to give people chocolate back when they go trick or treating.  The concept known as Reverse Trick or Treating is designed to help spread awareness about the problem of child labor in chocolate production.

Halloween is about chocolate and kids.  Unfortunately for most kids, chocolate is not a source of joy.  Cocoa farms…

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Sprach Luther Denglisch?

Gegen Denglisch?

Gegen Denglisch?

Bewusst oder weil es einfacher geht, englische Begriffe sind üblich, wenn man übers Internet spricht. Wir „googlen“, wenn wir etwas im Internet suchen und Jugendliche simsen oder facebooken – natürlich könnten sie auch Textnachrichten übers Mobiltelefon versenden, aber wenn jemand etwas ins Gesichtsbuch schriebe, wäre es wirklich Nonsense – oder doch besser Unsinn?

Als ich zu einem Social Media Round Table einlud, monierte jemand die sich anbiedernde auf Modern getrimmte Sprache – aber wozu hätte ich einladen sollen? Zu einem Runden Tisch zu Sozialen Medien? – das klingt wirklich altbacken. Mit welcher Sprache kommunizieren wir in der Kirche? Mehr von diesem Beitrag lesen

EKiR Social Media Round Table: „Das Evangelium in den Sozialen Netzen ‚ausschreien'“

Nicht Bücher und Buchstaben, nicht Print und auch nicht Massenmedien mit One-to-many-Kommunikation sondern lebendige Mehrweg-Kommunikation in sozialen Netzwerken dient der Verkündigung des Evangeliums am besten, daher endet das Thesenpapier von Karsten Kopjar zum ersten Social Media Round Table mit diesem Luther-Zitat:

„E.[vangelium] aber heyßet nichts anderes, denn ein predig und geschrey von der genad und
barmhertzigkeitt Gottis, durch den herren Christum mit seynem todt verdienet und erworben.
Und ist eygentlich nicht das, das ynn büchern stehet und ynn buchstaben verfasset wirtt,
sondern mehr eyn mundliche predig und lebendig wortt und ein stym, die da ynn die gantz
welt erschallet und offentlich wirt außgeschryen, das mans uberal höret.“

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Guttenberg oder Gutenberg: Plagiatsjäger ertappen Pfarrer

Creative Commons

Nun hat die evangelische Kirche auch ihren Fall Guttenberg – oder müsste man doch sagen Gutenberg?  Das Urheberrecht ist so eine Sache. Gerade in der Bibel ist es nämlich nicht so eindeutig – und die biblische Praxis kann keineswegs ins 21. Jahrhundert übernommen werden. Mehr von diesem Beitrag lesen

Firewall und Kirchenmauer: Welche IT-Philosophie braucht unsere Kirche?

Martin Luther

Martin Luther (Photo credit: Wikipedia)

Martin Luther bringt es auf den Punkt: „Pecca fortiter“ – „sündige wacker,“ sagt der Reformator. Je größer die Sünde, desto größer die Gnade. Natürlich ist das überspitzt und überzogen, aber ein wichtiger Punkt steht dahinter: Ich weiß, dass ich Sünder bin aus der Gnade leben muss, ich weiß um meine Fehler und Unzulänglichkeiten. In diesem Wissen bin ich befreit zu handeln. Nicht ein fehlerfreies Leben ist mein Auftrag, sondern ich kann die Chancen in meinem Leben nutzen. Mut zum Handeln bestimmt mein Leben, ich lasse mich nicht durch eine Fehlervermeidungsstrategie dominieren. Sollte ich Fehler machen, so darf ich auf Gottes Gnade vertrauen.

Lässt sich Luthers Maxime auf eine IT-Strategie übertragen?Vorweg: Es gibt gesetzliche Vorschriften, die man auf jeden Fall einhalten muss. Gerade mit Datenschutz ist nicht zu spaßen, es gibt eindeutige rechtliche Vorgaben, die nicht zur Disposition stehen.

Aber nicht alles ist schwarz oder weiß, es gibt Grauzonen, Ermessensspielräume, die in die eine oder die andere Richtung genutzt werden können. Mehr von diesem Beitrag lesen