Rückblick auf rp19: KI, Transhumanismus, Digitale Ethik und vieles mehr

Das Motto der #rp19 lautete tl;dr — Internet-Slang für too long; didn’t read

“Quo vadis, re:publica?”, fragt Andreas Büsch, Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz, in seinem Blogpost „Von Walen, KI, Populisten und Nachhaltigkeit“

Das Motto der #rp19 lautete tl;dr — Internet-Slang für too long; didn’t read
Das Motto der #rp19 lautete tl;dr — Internet-Slang für too long; didn’t read

Die re:publica fächert sich auf, kirchliche Präsenz war weniger sichtbar als im letzten Jahr, fasst er zusammen. Da sich die re:publica breiter aufstellt, ist ein Fazit schwierig, zumal ich nur Montag bis Dienstagnachmittag dabei sein konnte.

KI, Algorithmen, deren Kontrolle und Transparenz waren sicherlich ein Themenschwerpunkt,  Umgang mit Fake News und Hate Speech ein weiteres Schwerpunktthema, ebenso Medienkonzentration und Kontrolle der Medienmacht, bis hin zur Forderung der Aufspaltung von Facebook, wie Hanno Terbuyken in seinem Blog Confessio Digitalis schreibt.

Darüberhinaus sind mir zwei Dinge aufgefallen:

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Digital Mensch sein: Anthropologische und ethische Fragen neu gestellt

Techno-Gott

Die Digitalisierung stellt bekannte Denkmuster in Frage, wir nehmen den Umbruch wahr, ohne schon genau absehen zu können, wohin uns die Digitalisierung bringt. Dies gilt auch für die Religion und die Anthropologie. Was ist der Mensch? Wie müssen und können wir Menschen der digitalen Gesellschaft Gott denken? Vordenker im Silikon Valley sehen den Mensch nicht mehr als Geschöpf Gottes und Gott nicht mehr als Schöpfer, sondern der Mensch wird im Transhumanismus in der Verbindung mit Künstlicher Intelligenz selbst zu Gott.

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Gemeindeaufbau beginnt online

Freier WLAN-Zugang in einer amerikanischen Kirchengemeinde
Freier WLAN-Zugang in einer amerikanischen Kirchengemeinde
Freier WLAN-Zugang in einer amerikanischen Kirchengemeinde

Karfreitag wollte ich in den Gottesdienst gehen, war mir aber bei der Uhrzeit unsicher. Der Gemeindebrief lag längst im Altpapier, ich musste auf Google suchen. Ich finde die Homepage der Gemeinde, aber dort sind die Gottesdienste zunächst unauffindbar. Endlich finde ich den Gemeindebrief zum Download als PDF-Datei, lade ihn herunter und finde auf den letzten Seiten den Gottesdienstplan. Es war gut, dass ich nachgesehen habe, denn in einer Gottesdienstsstätte fiel der Gottesdienstes wegen eines Passionskonzertes am Nachmittag aus.

Unternehmen legen Wert darauf, die Öffnungszeiten ihrer Filialen online richtig abzubilden. Sie wissen, eine Kundin oder ein Kunde, die vor verschlossener Türen stehen, sind frustriert und kommen in der Regel nicht mehr wieder und kaufen künftig bei der Konkurrenz.

Kirchengemeinden haben keine direkte Konkurrenz wie Discounter oder Drogerie-Märkte, aber sie müssen sich auch darum kümmern, dass Kundinnen und Kunden zu ihnen kommen. Das nennt man dann nicht Marketing, sondern Gemeindeaufbau. Die Kerngemeinde sind Stammkunden. Diese erreicht man auch durch Kanzelabkündigungen oder Schaukästen vor dem Gemeindehaus. Neukundenakquise ist eine große Herausforderung; bestehende Kundenbeziehungen aufrecht zu erhalten, ist schwierig genug. Wie erreicht man Gemeindeglieder, die (noch) dabei sind, aber nicht in Veranstaltungen auftauchen?

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Mehr als ein Relaunch

Zielgruppen für Öffentlichkeitsarbeit
Zielgruppen für Öffentlichkeitsarbeit
Zielgruppen für Öffentlichkeitsarbeit

Seit längerem stand der Relaunch unserer landeskirchlichen Website ekir.de an. Bald wurde uns jedoch klar, es geht um viel mehr, nämlich wie wir als Kirche kommunizieren wollen.

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#DigitaleKirche: Netzpolitik nein danke?

Anzeige zur Urheberrechtsnovelle

Als evangelische Kirche haben wir zu vielen Themen Positionen, wir sind für Klimaschutz und gegen Kinderarmut, unsere Landeskirche hat ein Friedenswort verabschiedet und unsere Diakonie engagiert sich gegen Wohnungsnot im Bündnis “Wir wollen wohnen!”. Bei Netzpolitik sind wir leider noch nicht sprachfähig. Ob Wohnungsnot, Kinderarmut, Frieden oder Bewahrung der Schöpfung, Positionierungen von Kirche und Diakonie fallen nicht vom Himmel, sondern setzen einen Diskussionsprozess voraus, in dem Positionierungen erarbeitet werden. Bei netzpolitischen Themen vernehme ich ein Schweigen. Auch wenn es (noch) keine evangelische Position gibt, wäre schon viel gewonnen gewesen, wenn die #digitaleKirche einen Diskussionsprozess angestoßen hätte. So bleibt Netzpolitik eine unerledigte Aufgabe für die #digiatleKirche.

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Zahlen sind nicht alles, aber was ist unser KPI?

Vor gut sieben Jahren begann ich dieses Blog mit zwei Posts zu Webanalyse und Klickzahlen im Januar 2012. Damals dachte man bei Alexa noch nicht an einen Sprachassistenten, sondern an ein Analysetool für Websites.

Am Freitag war Konferenz der evangelischen Internetbeaufragten, eine Referentenkonferenz der landeskirchlichen Internetbeauftragten gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem EKD-Kirchenamt und anderen Einrichtungen. Ein Thema: Zahlen und Metriken. Woran misst man sich? evangelisch.de mit katholisch.de; Diakonie mit Caritas? Oder mit kommerziellen Angeboten? Wie aussagekräftig sind Zahlen?

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„Alexa, wo ist die nächste evangelische Kirche?“ – Pilotprojekt zum digitalen Wissensmanagement

Die Frage „Alexa, wo ist die nächste evangelische Kirche? lässt den Home-Assistenten Alexa oft sprachlos zurück bzw. liefert eine nicht zufriedenstellende Antwort. Auch andere Assistenten – neben Alexa (Amazon) sind in Deutschland Google Assistent (auf Android-Smartphones) oder Siri (Apple) weit verbreitet – können solche Fragen oft nur schlecht beantworten. Um dies zu ändern, haben wir ein Pilotprojekt gestartet, um Kirchen und Gemeinden bei Sprachassistenten und Suchdiensten besser sichtbar zu machen.

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Digitale Pioniere: Nachtragendes zur "Digitalisierung der Kirche" – eine kurze Replik

Website der rheinischen Kirche aus dem Jahre 1997

Ob christlicher Internet-Pionier oder doch Online-Dinosaurier, dieses Urteil mögen andere fällen. Jedenfalls bin ich seit nun zwanzig Jahren im Internet für Kirche unterwegs – in dieser Zeit hat sich viel verändert. Als ich begann, konnte man Entscheidungsträger daran erkennen, dass kein PC in ihren Büros standen, mit der Zeit hielten E-Mails Einzug im Kommunikationsalltag, wer wichtig war, erhielt seine Mails ausgedruckt. Dies hat sich seit langem geändert, heute bloggen und facebooken Leitende Geistliche.

Seit 1996 ist die EKD online, im selben Jahr gab es unter der Ägide der EKD das erste Netzwerktreffen der European Christian Internet Conference, ein Netzwerk, das bis heute kirchliche Online-Arbeit konstruktiv-kritisch begleitet.

Andreas Mertin holt zum publizistischem Rundumschlag zu Digitalisierung in der evangelischen Kirche aus mit seinem Aufsatz in tà katoptrizómena / Theomag: Digitale Pioniere: Nachtragendes zur “Digitalisierung der Kirche”. Bei der rasanten Entwicklung des Internet ist Andreas Mertins Aufriss fast schon historisch, wenn er die Suchmaschine crossbot betrachtet, die heute nur noch wenigen bekannt sein dürfte.

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Tools für Gemeindeorganisation: Digitale Kirche ist mehr als automatische Heizungssteuerung

Gemeinde organisieren
Gemeinde organisieren
Gemeinde organisieren

Letzte Woche haben wir ins Landeskirchenamt Anbieter von Programmen und Tools für Gemeinde- und Kirchenorganisation eingeladen. Das gibt keine vollständige Marktübersicht, aber einen Überblick und Perspektiven, wie sich Tools entwickeln.

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Kaffee – Fairtrade, Gemüse – Bio, Digitales – Fragezeichen?

Welches Siegel fü Digitales?

Welches Siegel fü Digitales?
Welches Siegel für Digitales?

Wer auf Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit oder Gesundheit setzt, kann sich an der Theke im Geschäft orientieren, es gibt Fairtrade- und Bio-Produkte. Auch bei Discountern habe ich oft diese Wahlmöglichkeit, nicht bei allen Produkten, aber immer öfter. Wie mache ich es aber im Internet? Wer sich auch digital für Inklusion, Nachhaltigkeit und Schutz von Daten einsetzen will, ist entweder ratlos oder muss auf Insel-Lösungen setzen, mancher wird gar abstinent. Welche Wahlmöglichkeiten haben wir als Verbraucherinnen und Verbraucher?

Wie lebt man digital fair?

Auch in der Kohlenstoffwelt lebe ich nicht immer mit Fairtrade- und Bio-Produkten. Ich gehe Kompromisse ein. Wie gehe ich aber erste Schritte, um auch digital fair zu leben? Es gibt die Mahner und Aktivisten, die konsequent auf die Kontrolle ihrer Daten und Freie Software setzen, aber wie verhalte ich mich, wenn ich (noch) nicht auf Facebook, Google oder Microsoft verzichten kann oder will? Natürlich gibt es Social Networks und Blogging-Dienste, ich aus ethischer Sicht favorisieren würde. Aber Diskussion und Austausch zu für mich interssanten Themen finde ich eben eher auf Twitter, auf Mastodon fühle ich mich noch sehr einsam. Daher ist es ein langer Weg. Ich nicht nicht rigoros, sondern beginne mit Kompromissen und taste mich voran. „Kaffee – Fairtrade, Gemüse – Bio, Digitales – Fragezeichen?“ weiterlesen