Datenmissbrauch bei Facebook: Wir haben es nicht wissen wollen

Screenshot_2018-03-21-11-14-41Man hätte es wissen können, doch wegschauen geht nicht mehr. Statt billiger Empörung über den Datenskandal bei Facebook und Cambridge Analytica ist eine sachliche Auseinandersetzung notwendig. Hier stichwortwartig einige Punkte:

Wir sind nur Gast auf Facebook – d.h. wir dürfen uns (als Institution und privat)  in unserer Kommunikation nicht von Facebook abhängig machen.

Facebooks Geschäftsmodell ist Datensammlung, um damit Dienste anzubieten.

Der Skandal um Cambridge Analytica ist daher eigentlich nicht unerwartet, sondern zeigt symptomatisch die Problematik sozialer Netzwerke wie Facebook auf. Mehr von diesem Beitrag lesen

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Datenschutz bei Cloud-Anwendungen: Die sind ja alle Stalker

„Die sind ja alle Stalker“ – Datenfluss zwischen Smartwatch und Smartphone-App

Auf der Fachtagung „Leben – lieben – liken: Familie und Digitalisierung“ hielt ich einen Workshop zu „Datenschutz und Datensouveränität“. Mir war wichtig zu zeigen, dass Datenschutz anfängt, bevor ich beginne, Daten zu verarbeiten.

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Social Media: Wer hat Mut? Wer darf scheitern?

Social Media Apps auf dem Handy

Social Media Apps auf dem Handy

Welche Inhalte habe ich, was sind meine Zielgruppen, in welchem Netz fühle ich mich wohl und kann gut kommunizieren? Instagram, WhatsApp, Snapchat oder doch Twitter? Oder will ich in einem ganz neuen Netzwerk der early bird sein? Außerdem spielt es sich im Orchester besser, also Akteurinnen und Akteure vernetzen. Und: Ohne Spaß geht es nicht – so die Ausschreibung des Workshops auf der Tagung Netzwerktreffen Öffentlichkeitsarbeit 2018

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Erfahrungsbericht: Live-Stream zur Synodenberichterstattung

FireShot-Capture-048---Analytics---YouTube_---https___www.youtubeErstmalig haben wir die diesjährige Landessynode vollständig mit Videos abgebildet – 15 Jahre, nachdem wir das erste Mal von einer Synode einen Live-Stream hatten.

Zwar hatten wir die Plenarsitzungen der Landessynoden 2016 und 2017 auch komplett live gestreamt und dazu hatten Bambuser eingesetzt. (Stichwort Kontrolle und Verfügbarkeit eigener Daten: Bambuser stellt in diesem Jahr seine Dienstleistungen ein, damit gehen auch unsere bisherigen Streams verloren.) Die Streams waren auch on demand abrufbar, aber nicht in die Website integriert. Parallel zum Stream hatten wir wichtige Vorträge und Berichte eigens aufgenommen, bearbeitet und als Video nach YouTube hochgeladen. Diesmal haben wir ganz auf den Live-Stream gesetzt und aus dem Plenum keine weiteren Videos produziert. Den Stream haben wir per Timestamp dann als Video-Sequenzen genutzt. Mehr von diesem Beitrag lesen

Auf eines ist Verlass: Auf Facebook sind wir nur Gast

Facebook gehört das Spielfeld und es bestimmt auch die Regeln

Facebook gehört das Spielfeld und es bestimmt auch die Regeln.

Kürzlich kündigte Facebook-Chef Mark Zuckerberg an, in Zukunft werde Facebook seinen Algorithmus ändern und viel stärker Beiträge von Freunden und Familienmitgliedern anzeigen.

Der Facebook-Chef Mark Zuckerberg möchte, so schreibt er, die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Studien hätten gezeigt, dass Interaktionen mit Freunden und Familienmitgliedern das Wohlergehen fördern, daher sollen diese nun wieder das Zentrum der Benutzererfahrung werden, der Facebook-Algorithmus werde entsprechend angepasst.

Diese Änderung im Facebook-Newsfeed-Algorithmus wird nicht nur der Menschenfreundlichkeit Mark Zuckerbergs geschuldet sein, sondern hat durchaus auch andere Gründe. Hass-Diskussionen, Fakenews,  nicht zuletzt die russische Einmischung in den US-Wahlkampf haben Facebooks Ansehen ramponiert. Als Gegenmaßnahme soll das Image aufpoliert und die Nutzererfahrung optimiert werden, denn Facebook kann es nur gutgehen, wenn sich seine Nutzerinnen und Nutzer gerne auf der Plattform aufhalten. Mehr von diesem Beitrag lesen

„Die Wahrheit macht euch frei!“

Die Diskussion zu meinem Blogpost über das Kriegerdenkmal in Haidmühle und ein Kommentar zum Update meines Blogpost  erinnerten ich mich an eine Ansprache, die ich vor etwas über zwanzig Jahren am Volkstrauertag 1997 als junger Pastor selber hielt.

Es geht bei der Diskussion über Wehrmachtssoldaten eben nicht nur um Fakten, sondern auch um Gefühle und Familiengeschichten. In der Ansprache erwähne ich auch meinen Großvater. Mehr von diesem Beitrag lesen

Update: Wehrmachtssoldaten sind keine Helden

"Kriegerdenkmal" in Haidmühle

„Kriegerdenkmal“ in Haidmühle

Wie angekündigt, habe ich bei der Ortsgemeinde Haidmühle, dem Krieger- und Soldatenverein Haidmühle, der Pfarrgemeinde Haidmühle und dem Bistum Passau nachgefragt, wie sie die Inschrift des „Kriegerdenkmals“ verstehen und vorgeschlagen, dass eine Kommentierung und zeitgeschichtliche Einordung der Inschrift „Den Helden zur Ehr / die dankbare Pfarrgemeinde Haidmühle / 1914 – 1918 / 1939 – 1945“ vorgenommen wird.

Der Krieger- und Soldatenverein

An diesem Wochenende ist die letzte Antwort eingegangen. Erich Riedl, erster Vorsitzender des Krieger- und Soldatenvereins Haidmühle e.V., schrieb  mir folgenden Brief mit der Bitte um „wortwörtliche Einstellung“ im Blog, worin er mich einerseits als „‚Schlaumeier'“ bezeichnet, mir andererseits mangelnde Geschichtskenntnis vorwirft. Mehr von diesem Beitrag lesen

Wehrmachtssoldaten sind keine Helden!

"Kiregerdenkmahl" in Haidmühle

„Kriegerdenkmal“ in Haidmühle

Familienurlaub in den Winterferien im Bayerischen Wald, wir besteigen den Dreisessel im Schnee, das Gasthaus auf dem Gipfel ist geschlossen, wir kehren im benachbarten Ort Haidmühle ein. Während die Familie in einem Café sitzt, gehe ich zur Touristeninformation im Rathaus, um mich nach Sehenswertem in der Umgebung zu erkundigen. Auf dem Weg dahin sehe ich ein Denkmal mit der Inschrift:

„Den Helden zur Ehr

die dankbare Pfarrgemeinde Haidmühle

1914 – 1918
1939 – 1945“

Darunter folgt eine Liste von Namen gefallener, vermisster, oder im Lazarett oder Kriegsgefangenenlager verstorbener Soldaten des Zweiten Weltkrieges aus dem Ort.

Wehrmachtsoldaten als Helden zu bezeichnen und ihnen dankbar zu sein, bedeutet (anders kann ich es nicht verstehen) den Angriffskrieg der deutschen Wehrmacht unter Hitler gutzuheißen und zu billigen. Im Rathaus erhalte ich freundlicherweise eine Karte und eine Wegbeschreibung zur Grenze. Als ich wegen des Denkmals und der Inschrift nachfrage, antwortet eine jüngere Frau. Bisher habe es noch keine Anfragen gegeben, sagt sie und holt einen älteren Kollegen. Er sagt mir, früher habe man die Dinge eben anders gesehen, man hätte ja auch Heldengedenktag gesagt. Außerdem sei es ein Denkmal, man könne die Inschrift nicht verändern. Ich entgegne, der Tag heiße heute Volkstrauertag, außerdem könne man eine Erklärtafel anbringen, die den historischen Kontext herstellt und Geschichte erläutert. Auf Nachfrage erhalte ich die Postanschrift des örtlichen Krieger- und Soldatenvereins, der für das Denkmal zuständig sei.

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Alan Turing und theologische Anthropologie

Enigma (By Punishar (File:Enigma 07.jpg) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons)

Enigma (By Punishar (File:Enigma 07.jpg) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons)

Der britische Mathematiker Alan Turing (1912 – 1954) war einer der Pioniere der Informatik, die Turing-Maschine, der Turing-Test und die Church-Turing-These sind nach ihm benannt. Mit Digitalisierung und Informatisierung unserer Gesellschaft stellt sich daher die Frage neu, was macht den Menschen zum Menschen, wenn Maschinen Künstliche Intelligenz besitzen und dem Menschen überlegen sein können. Lässt Big Data Analytics menschliches Verhalten vorhersehbar machen und beraubt den Menschen seiner Freiheit? Mehr von diesem Beitrag lesen

Datenschutz versus Kommunikation des Evangeliums?

FireShotCapture002Mutig und pointiert beschreiben die zwei Kollegen und eine Kollegin aus Westfalen, wie der kirchliche Datenschutz ihre Arbeit einschränkt und beklagen, dass ein lebensfremder Datenschutz die Folge sei, wenn man „Juristinnen und Juristen und Techniker(n)“ [sic! Gibt es keine Technikerinnen?] das Feld überlasse:

Eine Kirche, die diesen Auftrag ernst nimmt, tummelt sich auch im Digitalen dort, wo die Menschen unterwegs sind. Sie setzt auf etablierte Plattformen, statt proprietäre Lösungen zu entwickeln, die anschließend im Regal verschimmeln. Sie verbreitet die beste Botschaft der Welt über reichweitenstarke digitale Kanäle.

Es könnte so einfach sein. Wäre da nicht der kirchliche Datenschutz, der diesem Vorhaben einen dicken Knüppel zwischen die Speichen wirft.

Sorry, aber das kommt dabei heraus, wenn Juristinnen und Juristen und Techniker allein die Rahmenbedingungen für das kirchliche Leben determinieren. Und lässt man es zu, dass sie ihre Positionen gegenüber kirchenleitenden Menschen artikulieren, die – mit Verlaub – in der Regel über wenig substanzielles Detailwissen verfügen, wird widerspruchslos ein neues EKD-Datenschutzgesetz beschlossen, das die Position des Datenschutzbeauftragten als Aufsichtsbehörde stärkt und mit umfangreicheren Rechten und empfindlichen Durchgriffsmöglichkeiten ausstattet. Dabei gäbe es digital affine Menschen in den Reihen der Kirche, die sicherlich gerne als Expertinnen und Experten zur Verfügung stünden.

Ich kann die Beschreibung der Lage gut nachvollziehen, würde aber andere Konsequenzen ziehen. Mir ist es nicht ersichtlich, warum es überhaupt ein eigenes kirchliches Datenschutzrecht gibt. Ich bin Theologe und Informatiker, kein Jurist, daher nur als Frage und nicht als Aussage: gäbe es kein eigenes kirchliches Datenschutzgesetz, würde das staatliche Datenschutzrecht gelten, hätte die Kirche dadurch etwas verloren? Ich denke nein. Oder die Kirche könnte einfach staatliches Recht übernehmen, wie sie es in anderen Bereichen auch tut. Mehr von diesem Beitrag lesen